Oper

Le nozze di Figaro / Die Hochzeit des Figaro

Wolfgang Amadeus Mozart

Opera buffa in vier Akten Libretto von Lorenzo Da Ponte nach dem Schauspiel »La folle journée ou le Mariage de Figaro« von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Mal ehrlich! Halten Sie Männer oder Frauen für durchtriebener? Was würden Sie tun, wenn Ihre Braut in der Hochzeitsnacht erst mit einem anderen schlafen muss? Träumen Sie von heimlichen Affären? Hatten Sie schon einmal sichere Indizien für einen Seitensprung Ihrer Freundin und konnten ihr doch nichts nachweisen? Finden Sie junge Menschen attraktiver als ältere? Ist Liebe das Wichtigste im Leben? 1786. Die neue Zeit wirft ihre Töne voraus. Ein Graf gibt sich fortschrittlich und will doch nur das eine, eine gelangweilte Gräfin lässt sich auf gefährliche Liebesspiele ein, ein Bediensteter probt Aufstandsposen – und Mozart erschafft Musik zu einem Ideal: Liebe und Sex sind gleichberechtigt. Das ist Susanna! Am Ende aber kehrt der tolle Tag zu braven Verhältnissen zurück, die Revolution scheint schon vorbei, bevor sie überhaupt stattgefunden hat. Und doch ist die Fassade angeritzt, denn diese Utopie des Begehrens geht nicht mehr aus Ohr und Herz.

Mozarts Hochzeit des Figaro spielt mit der Revolution auf dem Theater. Was wie ein plumpes Maskenspiel beginnt, wird in der Komik plötzlich glaubhaft und ahnt im Ende schon das bürgerliche Trauerspiel voraus. Sind wir heute wirklich freier?


Zusammenfassung

Mal ehrlich! Halten Sie Männer oder Frauen für durchtriebener? Was würden Sie tun, wenn Ihre Braut in der Hochzeitsnacht erst mit einem anderen schlafen muss? Träumen Sie von heimlichen Affären? Hatten Sie schon einmal sichere Indizien für einen Seitensprung Ihrer Freundin und konnten ihr doch nichts nachweisen? Finden Sie junge Menschen attraktiver als ältere? Ist Liebe das Wichtigste im Leben? 1786. Die neue Zeit wirft ihre Töne voraus. Ein Graf gibt sich fortschrittlich und will doch nur das eine, eine gelangweilte Gräfin lässt sich auf gefährliche Liebesspiele ein, ein Bediensteter probt Aufstandsposen – und Mozart erschafft Musik zu einem Ideal: Liebe und Sex sind gleichberechtigt. Das ist Susanna! Am Ende aber kehrt der tolle Tag zu braven Verhältnissen zurück, die Revolution scheint schon vorbei, bevor sie überhaupt stattgefunden hat. Und doch ist die Fassade angeritzt, denn diese Utopie des Begehrens geht nicht mehr aus Ohr und Herz.

Mozarts Hochzeit des Figaro spielt mit der Revolution auf dem Theater. Was wie ein plumpes Maskenspiel beginnt, wird in der Komik plötzlich glaubhaft und ahnt im Ende schon das bürgerliche Trauerspiel voraus. Sind wir heute wirklich freier?


Ausführliche Inhaltsangabe

1. Akt
Figaro und Susanna wollen heiraten, brauchen dafür aber die Erlaubnis des Grafen, der seine Einwilligung zwar versprochen hat, sich aber beständig an Susanna ranmacht und sie unbedingt noch vor der Hochzeit mit Figaro selbst ins Bett kriegen will – er würde auch bezahlen. Marcellina und Bartolo wollen Figaro eins auswischen und ebenfalls die Hochzeit verhindern. Marcellina würde nämlich selbst gern den viel jüngeren Figaro heiraten und hat auch ein Druckmittel in der Hand, denn sie hat Figaro ein Darlehen mit der Auflage gewährt, dass er sie heirate, wenn er das Geld nicht zurückzahlen kann. Der junge Page Cherubino, der am Morgen vom Grafen bei der Tochter des Gärtners, Barbarina, erwischt worden ist, und entlassen werden soll, kommt zu Susanna, die er um Fürsprache für sich bei der Gräfin bitten wollte. Ausgerechnet hier wird er nun wieder vom Grafen überrascht und entdeckt. Der Graf  ist außer sich, lässt sich am Ende aber überreden, Cherubino nicht zu entlassen, sondern ihn als Offizier in sein Regiment zu nehmen, das weit weg stationiert ist. Er soll sofort abreisen.

2. Akt
Die leicht melancholische Gräfin weiß, dass ihr Mann hinter jeder attraktiven Frau her ist. Sie will ihm mit Hilfe von Susanna und Figaro eine Falle stellen, damit er seine Untreue öffentlich eingestehen und zu ihr zurückkehren muss: Seine Eifersucht soll gesteigert werden, indem man ihn anonym über eine angebliche Affäre der Gräfin informiert, und außerdem soll er von Susanna zu einem Rendezvous eingeladen werden, zu dem dann aber nicht Susanna, sondern der als junge Frau verkleidete Cherubino gehen soll, so dass die Gräfin ihren Mann bei diesem Rendezvous erwischen kann. Sie probieren dafür mit Cherubino Frauenkleider an, werden dabei aber vom Graf überrascht und verstecken den Jungen hinter einer Tür. Der Graf wittert den Betrug, will die Tür einschlagen, holt Werkzeug, kommt zurück und findet zum Erstaunen aller nur Susanna hinter der Tür, die Cherubino inzwischen befreit hatte, der dann kurzerhand aus dem Fenster sprang. Der Gärtner Antonio hat allerdings draußen jemanden springen sehen, der dabei ein Dokument verloren hat. Figaro sagt aus, er selbst sei vor Schreck aus dem Fenster gesprungen und habe dabei das Schreiben verloren, das er mit Hilfe der Frauen richtig als die Offiziersernennung Cherubinos identifizieren kann, die der ihm gegeben habe, weil ein Stempel darauf fehle. Für die Auflösung der für alle peinlichen Szene sorgen schließlich Marcellina und Bartolo, die mit der Forderung einer gerichtliche Prüfung des Heiratsanspruchs von Marcellina an Figaro herein platzen.

3. Akt
Die Gräfin und Susanna wandeln den Intrigenplan ein bisschen ab. Statt Cherubino als Frau verkleidet, soll nun die Gräfin selbst als Susanna verkleidet zum Rendezvous mit dem Graf gehen, damit der von seiner Frau beim Seitensprung mit ihr selbst ertappt werden kann. Derweil ist auch geklärt, dass Marcellinas Ansprüche an Figaro gerichtlich durchsetzbar wären, weshalb Susanna Figaro frei kaufen will. Doch plötzlich müssen Marcellina und Bartolo durch Figaros Erzählungen und an einem einzigartigen Muttermal an seinem Arm erkennen, dass Figaro tatsächlich der uneheliche Sohn der beiden ist, der als Kind entführt wurde. Marcellina und Bartolo wollen nun auch heiraten und Figaro als ihren Sohn anerkennen.
Die Gräfin diktiert Susanna den Brief, um den Graf zum Rendezvous zu bestellen. Sie steckt den Brief mit einer Haarnadel zu, denn zum Zeichen, dass er verstanden hat, soll der Graf die Nadel an Susanna zurück bringen lassen. Bei der Feier zur Erklärung der anstehenden Doppelhochzeit, an der Cherubino als Mädchen verkleidet teilnimmt, vom Graf aber erkannt wird, spielt Susanna ihm den Brief zu. Figaro beobachtet gerade noch, wie der Graf den Brief liest, wobei er sorgfältig auf die Nadel zu achten scheint – Figaro ahnt, was gespielt wird.

4. Akt
Im Garten legt sich Figaro am Abend auf die Lauer, denn von Barbarina, die die Nadel an Susanna zurückbringen sollte, hat er erfahren, dass hier das Treffen des Grafen mit seiner Braut stattfinden soll. Susanna und die Gräfin haben sich allerdings so zurechtgemacht, dass man im Halbdunkeln die Gräfin für Susanna und sie selbst für die Gräfin halten kann. Als erster fällt Cherubino auf die Kostümierung rein, denn er versucht die Gräfin zu küssen, die er für Susanna hält. Dann kommt der Graf, der als Bezahlung für den erwarteten Sex kurzerhand seiner Frau, die er für Susanna hält, einen Brillantring gibt. Figaro macht sich bemerkbar, so dass sich die Gräfin als Susanna verstecken muss, während Susanna, die die Gräfin spielt, auf Figaro trifft, der sie an der Stimme erkennt, aber so tut, als falle er auf den Schwindel herein und nun also vermeintlich mit der Gräfin flirtet. Das wird vom Graf beobachtet, der im Dunkeln vergeblich nach Susanna gesucht hat. Wütend stellt er das Liebespaar zur Rede, muss aber entdecken, dass es sich um Susanna handelt, während seine eigene Frau aus dem Versteck kommt und ihn mit dem Brillantring als Beweis zu einer vor allen abgegebenen Reue-Erklärung ihr gegenüber zwingt. Sie nimmt seine Entschuldigung an. Alle sind zufrieden.

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