Oper

Madama Butterfly

Giacomo Puccini

Im Zentrum von Giacomo Puccinis Tragedia giapponese, die in Nagasaki zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt, steht die junge Geisha Cio-Cio-San, genannt „Butterfly“. Der US-amerikanische Marineleutnant Pinkerton schließt mit Cio-Cio-San eine Kurzzeitehe – nach damals in Japan möglicher Praxis – und mietet für den Aufenthalt gleich das passende Häuschen mit dazu.

Während für Pinkerton die Liaison von vornherein als Erotikvergnügen geplant war, bedeutet sie für Cio-Cio-San nicht nur die Möglichkeit, der Armut zu entfliehen, sondern die Liebe ihres Lebens ... Auch heute noch berührt die 1904 an der Mailänder Scala uraufgeführte tragische Liebesgeschichte die Herzen, erschüttert der Realismus, mit dem die kulturellen Missverständnisse und seine tödlichen Folgen aufgezeigt werden. Der japanische Regisseur Amon Miyamoto zeigt zusammen mit dem Stardesigner Kenzō Takada einen eigenen östlichen Blick auf die japanisch-amerikanische Liaison.


Tragedia giapponese in drei Akten
Libretto von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Premiere
6. April 2022,

Keine weiteren Vorstellungen in der aktuellen Spielzeit.

Premierenbesetzung

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden

Eine Koproduktion mit der Tokyo Nikikai Opera Foundation, dem Det Kongelige Teater, Kopenhagen und der San Francisco Opera

Projekt Partner: Sparkassen-Finanzgruppe Sachsen, Ostsächsische Sparkasse Dresden, Sparkassen-Versicherung Sachsen, LBBW

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Stücktrailer

Stücktrailer Madama Butterfly

In seiner versöhnlichen Leseart erzählt Regisseur Amon Miyamoto die Tragödie zwischen Cio-Cio-San und B.F. Pinkerton aus der Sicht des Sohnes, der zum Beginn der Oper einen Brief seines sterbenden Vaters erhält. Er entdeckt die wahre Liebe seiner Eltern und erlebt das traurige Schicksal, das seiner Mutter das Leben kostet.
Making-of

Madama Butterfly – Making-of (2)

Der Erste Gastdirigent der Semperoper, Omer Meir Wellber, übernimmt die Musikalische Leitung der Neuproduktion Madama Butterfly: In dieser Partitur kann ich nicht viel ändern, weil es eine starke Energie gibt und alles so präzise ist, beispielsweise in der Dynamik, sagt er über Puccinis Komposition. Warum Wellber die Produktion in der Regie des Japaners Amon Miyamoto für stark und sensibel hält, erzählt er zweiten Teil des Making-ofs.
Making-of

Madama Butterfly – Making-of (1)

Für Regisseur Amon Miyamoto, der sich detailliert mit den historischen Hintergründen der Oper und deren Figurenkonstellation auseinandergesetzt hat, ist die schicksalhafte Liebe, die entgegen aller Wahrscheinlichkeit beide Figuren der Oper zueinander erfasst, der Dreh- und Angelpunkt seiner Interpretation. Eine Liebe, die freilich zum Scheitern verurteilt ist: Hier die mittellose junge Geisha, die vergeblich, aber mit großer Energie versucht, der Enge ihrer patriarchalen und rückwärtsgewandten Gesellschaft zu entkommen, dort der Amerikaner, dem es angesichts des Rassismus in seinem Heimatland nicht möglich wäre – und der auch offensichtlich noch nicht reif dafür ist – gemeinsam mit Cio-Cio-San nach Amerika zurückzukehren. Eine Liebe, die aber den Keim zur Überwindung der sozialen und kulturellen Unterschiede in sich trägt. Und so erzählt Amon Miyamoto Madama Butterfly aus der Rückschau eines todkranken und reuevollen Pinkerton, der dem gemeinsamen und inzwischen erwachsenen Sohn von der Geschichte der tragischen Liebe seiner Eltern und damit auch seiner eigenen Herkunft erzählt. 

Werkeinführung

Giacomo Puccinis Madama Butterfly ist einer der Evergreens der Oper. Große Gefühle, tiefe Tragik, orchestraler Klangrausch und der ewige Reiz des Exotischen … Dramaturg Johann Casimir Eule führt in die Hintergründe der Entstehungsgeschichte ein, beleuchtet die Ambivalenzen des Werkes und beschreibt, wie genau sich der Komponist um die richtige musikalische Couleure locale seiner „tragedia giapponese“ bemühte.