Oper

Lucia di Lammermoor

Gaetano Donizetti

Oper in drei Akten Dichtung von Salvatore Cammarano nach Walter Scotts Roman »The Bride of Lammermoor«

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

 

Dez
2019

Jan
2020

Info
  • 19:00 – 21:50 Uhr
  • Pause nach 85 Minuten

  • Ort:  Semperoper Dresden

  • Werkeinführung (kostenlos)
  • 45 Minuten vor Beginn der Vorstellung im Opernkeller

  • Führungen in der Semperoper
Info
  • 19:00 – 21:50 Uhr
  • Pause nach 85 Minuten

  • Ort:  Semperoper Dresden

  • Werkeinführung (kostenlos)
  • 45 Minuten vor Beginn der Vorstellung im Opernkeller

  • Führungen in der Semperoper
      Pakete

    Das Stück ist auch Teil von

    Lucia Ashton verliebt sich in den Todfeind ihrer Familie. Edgardo und sie schwören sich ewige Treue. Lucias Bruder Enrico will sie jedoch um jeden Preis an einen reichen Erben verheiraten. Als Lucia sich schließlich von allen verlassen sieht und ihr geliebter Edgardo sie schmäht und beschimpft, ermordet sie in der Hochzeitsnacht den ihr aufgezwungenen Ehemann. Von der Familie als wahnsinnig bemitleidet, empfindet Lucia ihre Tat als Befreiung und sich dem Glück mit dem Geliebten endlich nahe. »Lucia di Lammermoor«, nach dem Bestseller-Roman von Sir Walter Scott, ist eine Perle des Belcanto aus der Feder Gaetano Donizettis aus dem Jahr 1835 und eine gesangliche und darstellerische Herausforderung für jede Sängerin. In der psychologisch scharf konturierten und auf das Wesentliche menschlicher Interaktion reduzierten Dresdner Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf öffnet die sphärische Klangwelt der Glasharmonika die empfindsame innere Welt einer bedrängten Frau im Kampf gegen den Rest der Welt.

    »Lucia di Lammermoor« – Ein Auftragswerk anno 1835

    Gaetano Donizetti (1797 – 1848)

    Insgesamt sind 71 Opern von Donizetti nachweisbar. »Er hatte sich einen besonderen Wagen bauen lassen, dessen Inneres so eingerichtet war, dass er darin arbeiten und so die Zeit, die er auf Reisen verlieren würde, ausnützen konnte.«

    1819 Veröffentlichung des Romans »The Bride of Lammermoor« von Walter Scott (1771 – 1852).

    Seit 1834 ist Donizetti Musikdirektor der königlichen Theater und Professor am Konservatorium in Neapel (1838 – 1840 Direktor des Konservatoriums). Donizetti sollte vier Opern pro Jahr für Neapel komponieren – das entsprach in etwa dem normalen Schaffensrhythmus Donizettis bis zum Ende seiner Karriere.

    November 1834 Erteilung des Kompositionsauftrages

    durch die königliche Theaterkommission für eine Oper auf den Stoff »The Bride of Lammermoor« (UA geplant für Juli 1835). 

    Mitte Mai 1835 setzt sich Donizetti frühzeitig mit Salvatore Cammarano (1801 – 1852) für eine erste Zusammenarbeit in Verbindung. Schreiben des Librettos und stückweise Übergabe des Textes an den Komponisten bis Ende Mai.

    Bereits existente Opern auf denselben Stoff: »Le nozze di Lammermoor« (Michele Carafa, 1829 in Paris aufgeführt – ein Misserfolg) war Donizetti und Cammarano bekannt; »Bruden Frau Lammermoor« des dänischen Komponisten Ivar Frederik Bredal (UA 5. Mai 1832; vieraktiges Gesangsstück »romantisk Syngestykke«; Libretto von Hans Christian Andersen) war in Italien unbekannt.

    29. Mai 1835 Verzögerung des offiziellen Beginns der Arbeit,

    da, nachdem der Auftrag und die Vorlage selbst von der königlichen Theaterkommission in Auftrag gegeben und von der Zensur bewilligt worden waren, Salvatore Cammarano immer noch nicht offiziell als Textdichter benannt worden war. Die Arbeit hatte jedoch inoffiziell schon begonnen. Donizetti reagiert erbost: »Die Zeit drängt. Und ich versichere Ihnen, dass ich nicht länger in solcher Ungewissheit über das Projekt bleiben kann, denn ich habe auch noch andere Verpflichtungen zu erfüllen. Ich muss deshalb darauf bestehen, den Dichter Salvatore Cammarano nun endlich beauftragen zu dürfen, sich ohne Verzug mit dem der Zensur bereits vorgelegten und bewilligten Szenario der ›Lucia Lammermoor‹ [sic] zu beschäftigen, und ich glaube in diesem Fall zu versprechen, die Arbeit bis Anfang August vollständig beendet zu haben, ohne auf dem im Vertrag festgelegten Vier-Monats-Intervall bestehen zu müssen. Andernfalls erlaube ich mir, meine Rechte, wie in den Artikeln des Vertrages festgelegt, einzuhalten und jedes Zugeständnis zu annullieren, das in meinem ersten Brief vom 25. Mai und in diesem Brief angeboten wird.« 

    Durch Donizettis Einfluss wird Cammarano umgehend offiziell beauftragt.

    Ab Ende Mai 1835 Komposition und Instrumentierung;

    Fertigstellung innerhalb von 6 Wochen (6. Juli 1835 laut Autograph). Das Theater befindet sich jedoch in der Krise; am 16. Juli 1835 schreibt Donizetti: »Unsere Theater werden immer noch schlechter … die Opern fallen durch, das Publikum zischt, der Besuch ist schlecht … Jetzt werden wir am San Carlo Persianis alte Oper ›Danao‹ geben, dann meine ›Lucia di Lammermoor‹, die jetzt fertig ist … Die Krise ist nahe, das Publikum hat Verdauungsstörungen, die Società teatrale [königliche Theaterkommission] wird demnächst aufgelöst werden, der Vesuv raucht, und der Ausbruch steht nahe bevor.«

    Ende Juli 1835 Bankrott des Teatro di San Carlo:

    König Ferdinand II. interveniert, behält nur wenige Direktoren und erlässt vehement den Auftrag, »ihr berühmtes Haus in Ordnung« zu bringen. Donizetti schreibt dazu: »Seine Majestät hat angeordnet, da die Kommission einen Vertrag für ›Lucia‹ mit mir unterschrieben hat, dass die Premiere stattfindet!«

    Mitte August 1835 Beginn der Proben zu »Lucia di Lammermoor«

    5. September 1835 Donizetti verzweifelt ob der Zahlungsunfähigkeit des Theaters:

    »Hier wird die Direktion Bankrott machen. La Persiani will, ohne bezahlt zu werden, nicht proben, und morgen werde ich protestieren. Gott weiß, ob ich bezahlt werde. Und ja, meine Musik verdient es, bezahlt zu werden, denn sie ist alles andere als schändlich.«

    26. September 1835 Uraufführung »Lucia di Lammermoor« mit grandiosem Erfolg

    (Besetzung Fanny Tacchiardini-Persiani – Lucia; Gilbert Duprez – Edgardo; Domenico Cosselli – Enrico). Am selben Tag schreibt Donizetti an einen Freund: »Lieber Freund! Lieber spät als nie. Ja, mein Herr, ich lebe! Ja, mein Herr, ich schreibe! Und dass ich lebe, dafür soll diese späte, doch mit Anteilnahme gegebene Antwort, Ihnen Beweis sein. Mit meinem Schreiben sende ich Ihnen einen detaillierten Bericht der ›Sicule Sicilie‹. Heute an diesem 28. September [Donizetti verwechselt 26. und 28. September, Anm. d. Red.], an diesem Tag oder viel mehr an diesem Abend wird zum ersten Mal meine ›Lucia di Lammermoor‹ am königlichen Theater von San Carlo gegeben. Proben: sehr gut! Vorstellung: im Moment noch ungewiss. Doch sicher nicht ungewiss sind zwei Dinge: Das ist zum einen die Cholera und die Tatsache, dass ich nach Turin und nach Venedig zum Karneval reise. Für Turin ›Gli illinesi‹, für Venedig ›Belisario‹.«

    29. September 1835 Donizetti schreibt an Ricordi:

    »… und sehen Sie es mir freundlich nach, wenn ich es mir herausnehme, die Wahrheit zu sagen: Sie hat gefallen, sie hat sogar außerordentlich gefallen, wenn ich dem Beifall und den Komplimenten trauen darf, die mir gemacht wurden. Oft wurde ich herausgerufen, die Sänger noch öfter.«

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