Oper

Eugen Onegin

Pjotr I. Tschaikowsky

Lyrische Szenen in drei Akten (sieben Bildern) Libretto von Pjotr I. Tschaikowsky und Konstantin S. Schilowsky nach dem Versroman von Alexander Puschkin In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Wer kennt sie nicht, die Angst, falsche Entscheidungen zu treffen? Übersättigt von der Großstadt und ihrem Überfluss an Festen und Frauen, kommt Eugen Onegin zurück aufs Land, wo er die Gutstochter Tatjana trifft. Doch obgleich er von ihrem träumerischen Wesen fasziniert ist, weist er ihr Liebesbekenntnis brüsk zurück und widmet sich lieber ihrer Schwester Olga – ein Fehler, der ihn sein Leben lang verfolgen soll …
Im Bemühen um ein »intimes, aber starkes Drama«, das Konflikte erzählt, die ihn »im Innersten berühren konnten«, kreierte Tschaikowsky einen neuen Operntypus, der durch den Verzicht auf Effekthascherei und die Konzentration auf das Innenleben der Figuren einen Kontrast zur damals vorherrschenden Opernkonvention darstellte. Um seinen Kritikern dabei von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, nannte der Komponist diese neue Form »Lyrische Szenen« und wünschte sich vom Publikum in erster Linie emotionale Identifikation. Bis heute gelingt ihm dies durch seine berührende Musik der russischen Romantik genauso wie durch die moderne Gestaltung seiner innerlich zerrissenen Charaktere. Auch über 130 Jahre später wird der Zuschauer so noch in die klanglich ausgestaltete Sehnsucht nach Liebe gesogen, deren Tragik es ist, aus eigenem Verschulden unerfüllt bleiben zu müssen.

Zusammenfassung

Wer kennt sie nicht, die Angst, falsche Entscheidungen zu treffen? Übersättigt von der Großstadt und ihrem Überfluss an Festen und Frauen, kommt Eugen Onegin zurück aufs Land, wo er die Gutstochter Tatjana trifft. Doch obgleich er von ihrem träumerischen Wesen fasziniert ist, weist er ihr Liebesbekenntnis brüsk zurück und widmet sich lieber ihrer Schwester Olga – ein Fehler, der ihn sein Leben lang verfolgen soll …
Im Bemühen um ein »intimes, aber starkes Drama«, das Konflikte erzählt, die ihn »im Innersten berühren konnten«, kreierte Tschaikowsky einen neuen Operntypus, der durch den Verzicht auf Effekthascherei und die Konzentration auf das Innenleben der Figuren einen Kontrast zur damals vorherrschenden Opernkonvention darstellte. Um seinen Kritikern dabei von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, nannte der Komponist diese neue Form »Lyrische Szenen« und wünschte sich vom Publikum in erster Linie emotionale Identifikation. Bis heute gelingt ihm dies durch seine berührende Musik der russischen Romantik genauso wie durch die moderne Gestaltung seiner innerlich zerrissenen Charaktere. Auch über 130 Jahre später wird der Zuschauer so noch in die klanglich ausgestaltete Sehnsucht nach Liebe gesogen, deren Tragik es ist, aus eigenem Verschulden unerfüllt bleiben zu müssen.

Ausführliche Inhaltsangabe

Erstes Bild
Ein Nachmittag auf dem Landgut der Larins: Die Amme Filipjewna widmet sich der Hausarbeit, während Gutsherrin Larina einmal mehr das introvertierte Verhalten ihrer Tochter Tatjana beklagt. Diese möchte eigentlich nur in Ruhe lesen, wird aber von ihrer Mutter immer wieder daran gehindert, sei es durch Lamenti über ihre Jugend oder das Lied der Bauern, das diese auf Larinas Geheiß singen. Olga kommt ihrer Schwester zu Hilfe und versucht, Tatjana auf andere Gedanken zu bringen. Da kündigt sich Besuch an: Olgas Verlobter Lenski stellt seinen neuen Nachbarn Onegin vor. Während sich die Familie von dem gegen die Etikette verstoßenden Auftreten des Fremdlings irritiert zeigt, weckt dessen unkonventionelle Art das Interesse Tatjanas. Könnte er die wahre Liebe sein, von der ihre Bücher erzählen?

Zweites Bild
Tatjana ist zu aufgewühlt, um schlafen zu können. Sie bittet Filipjewna, ihr etwas über die Liebe zu erzählen. Doch Filipjewnas Geschichte ist keine glückliche: Sie selbst musste einst einen von ihren Eltern erwählten Mann heiraten… Endlich alleingelassen, beginnt Tatjana zu schreiben: In einem Brief gesteht sie Onegin ihre Liebe. Als Filipjewna das Mädchen am nächsten Morgen wecken will, realisiert sie, was in der Nacht geschah. Doch obwohl sie sich zunächst begriffsstutzig gibt, kann sie Tatjanas Wunsch nicht abschlagen: Sie nimmt den Brief an sich, um ihn Onegin zu überbringen.

Drittes Bild
Ungeduldig und nervös erwartet Tatjana Onegins Reaktion. Doch als er schließlich vor ihr steht, schwindet all ihre Hoffnung: Kalt erteilt ihr Onegin eine Absage.

Viertes Bild
Es ist Tatjanas Namenstag und die gesamte Nachbarschaft hat sich zum Fest eingefunden. Während sich alle bestens amüsieren, würde sich Tatjana am liebsten in Luft auflösen. Auch Onegin ärgert sich, von Lenski auf den Ball geschleppt worden zu sein. Aus Rache an seinem Freund und aufgestachelt durch das Gerede der Gäste, beginnt er, vor aller Augen mit Olga zu flirten. Die Situation eskaliert: Lenski fordert Onegin zum Duell.

Fünftes Bild
Lenski wartet mit seinem Sekundanten Saretzki auf Onegin, der verspätet zum Duell erscheint. In Erinnerung an vergangene Jahre nimmt Lenski Abschied von seiner Liebe und seinem Leben. Als sich die Freunde kurz darauf als Gegner gegenüberstehen, gelingt es keinem, das Wort zur Aussprache zu ergreifen. Die Duellanten nehmen die Waffen auf, Onegin schießt – und Lenski fällt.

Sechstes Bild
Die Geister der Vergangenheit lassen Onegin keine Ruhe. Nach Jahren des Reisens kehrt er nach St. Petersburg zurück, wo er direkt auf einem Ball landet. Stolz führt ihm dort der fürstliche Gastgeber Gremin seine Frau vor – es ist keine andere als Tatjana. Wie Schuppen fällt es Onegin von den Augen: Er hat Tatjana die ganze Zeit geliebt und nur mit ihr ist auch für ihn ein Glück möglich.

Siebtes Bild
Die Situation hat sich nun umgekehrt: In einem Brief gesteht Onegin Tatjana seine Gefühle, doch obwohl sie ihn immer noch liebt, weist ihn Tatjana zurück. So sehr Onegin sie auch bedrängt, er kann sie nicht halten. Tatjana flieht in ihr Leben mit Gremin. Onegin bleibt alleine zurück.

In der aktuellen Saison keine Vorstellungen.