Oper

Il barbiere di Siviglia / Der Barbier von Sevilla

Gioachino Rossini

Opera buffa in zwei Akten Libretto von Cesare Sterbini nach der Komödie »Le Barbier de Séville ou la Précaution inutile« von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

 
Info
  • 14:00 – 16:50 Uhr
  • Pause nach 95 Minuten

  • Ort:  Semperoper Dresden

  • Führungen in der Semperoper
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  • 19:00 – 21:50 Uhr
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    • 19:30 – 22:20 Uhr
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                                Das Stück ist auch Teil von

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                                Das Stück ist auch Teil von

                                Die 1816 uraufgeführte komische Oper »Der Barbier von Sevilla« von Gioachino Rossini trägt den Untertitel »Die nutzlose Vorsicht« – und genau darum geht es: Voller Eifersucht versucht der alte Dottore Bartolo, sein Mündel Rosina im Hause zu behüten, um es selbst des reichen Erbes wegen zu heiraten. Aber vergeblich: Der junge und ungleich charmantere Graf Almaviva verschafft sich dank Maskerade und der Hilfe des Barbiers Figaro Zugang zum Herzen der jungen Frau. »Der Barbier von Sevilla« ist mit seinen virtuosen Arien und den rasanten Ensembles die beliebteste Oper Rossinis, und Grischa Asagaroffs Inszenierung spitzt das Spiel mit falschen Identitäten und Intrigen wunderbar komödiantisch zu. 

                                Handlung

                                Aus heutiger Sicht scheint es unglaublich, dass der Uraufführungstag dem »Barbiere di Siviglia« einen spektakulären Misserfolg brachte. Seit bald 200 Jahren haben wir es mit der erfolgreichsten Opera buffa zu tun, die nun wirklich bei jedem Opernbesucher Begeisterung zu wecken vermag. Doch zunächst musste im Februar 1816 der Premierentermin um zwei Wochen verschoben werden, da zu viele Hindernisse dem Auftrag einer Karnevalsoper entgegenstanden. Dazu kam, dass die Anhänger des zurecht hoch verehrten Giovanni Paisiello – Komponist einer der früheren, erfolgreichen »Barbiere«-Opern – in der Tatsache, dass sich Rossini mit dem gleichen Stoff beschäftigte, eine Beleidigung ihres Maestro sahen. So sorgten sie während der Premiere lautstark für Missstimmung. Dann soll es etliche Pannen auf der Bühne gegeben haben – den Anekdoten darf man ruhig vertrauen: es rissen die Saiten der Gitarre, die auf der Bühne für die musikalische Begleitung sorgen sollte, ein Sänger blieb an einer Latte hängen, stürzte und erntete dafür hämischen Applaus, und im Finale soll sogar eine Katze auf der Bühne erschienen sein, die das Publikum zum Miauen anregte.

                                Doch bereits von der zweiten Vorstellung an war der Siegeszug des «Barbiere» unaufhaltbar. Bis heute besticht das Werk mit orchestraler Brillanz, sängerisch höchst virtuosem Anspruch und natürlich durch Funken sprühenden Witz. Das Libretto basiert auf dem ersten Stück der «Figaro»-Trilogie des Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais, einem zugkräftigen Lustspiel. Im «Barbiere» kann man all jene Figuren kennen lernen, die später in «Figaros Hochzeit» von Beaumarchais und Mozart beginnen, ihre eingefahrene Welt aus den Angeln zu heben, und dabei die Sehnsüchte vergangener Zeiten wieder beleben. Noch ist Rosina, die Gräfin im «Figaro», das Mündel Dr. Bartolos und gleich mehrfach als Ehefrau begehrt. Auf der einen Seite steht der misstrauische und leicht betagte Bartolo, der jung und reich zu heiraten beabsichtigt. Rosina will allerdings von dem alten Haustyrannen nichts wissen. Auf der anderen Seite wirbt der vermögende Graf Almaviva, als armer Student Lindoro getarnt, um Rosina und gewinnt ihr Herz. Dank seines Helfers, dem schlauen Barbier, gelingt es ihm – als Vertreter des «erkrankten» Musiklehrers Basilio getarnt – in das Haus und damit in die Nähe seiner Angebeteten zu gelangen. Sie scheint bereits die Seine zu sein. Aber auch ihr Vormund hat einige Tricks auf Lager und gibt das Ringen um das Mädchen noch lange nicht auf. 

                                Eine Hochzeit wird es geben. Die Braut steht fest, und wer am Ende der Bräutigam sein wird, wissen insbesondere diejenigen, die mit Mozarts Oper schon den Blick in die Zukunft geworfen haben. Rossini soll relativ nüchtern auf das Fiasko der Premiere reagiert haben, und der wachsende Erfolg des Stückes ging weder an ihm noch an seinen Kritikern vorbei. So schrieb er: «Mein ‹Barbiere› findet hier von Tag zu Tag mehr Beifall und weiß sich selbst den ärgsten Gegnern der neuen Schule so einzuschmeicheln, dass sie den kecken Burschen ganz gegen ihren Willen mehr und mehr lieb gewinnen. Almavivas Serenade tönt hier nachts in allen Straßen; Figaros große Arie ‹Largo al factotum› ist das Paradepferd aller Bassisten und Rosinas Cavatina ‹Una voce poco fà› das Abendlied, mit dem hier jede Schöne zu Bett geht, um morgens mit den Worten ‹Lindoro mio sarà› aufzuwachen.» Mit diesem Werk eroberte Rossini den Thron der Buffo-Oper und hat ihn unangefochten bis heute inne.

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