Oper

Attila

Giuseppe Verdi

Dramma lirico in einem Prolog und drei Akten Libretto von Temistocle Solera und Francesco Maria Piave. In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln.

Konzertante Aufführung mit verändertem Saalplan

 
Info
  • Beginn: 19:00 Uhr

  • Ort:  Semperoper Dresden
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  • Beginn: 19:00 Uhr

  • Ort:  Semperoper Dresden
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  • Beginn: 19:00 Uhr

  • Ort:  Semperoper Dresden

»Attila« ist ein Meisterwerk des frühen Giuseppe Verdi von 1846. In kurzen, dramatisch und musikalisch packenden Szenen über die Eroberung des Römischen Reiches durch den Hunnenkönig Attila entwirft Verdi ein Panorama um Macht, Liebe und Verrat. Vor allem die Hassliebe zwischen Attila, den Verdi als spektakuläre Bassrolle gestaltet, und der Römerin Odabella, eine der dramatischsten Koloraturrollen überhaupt, treibt das Drama voran. An der Semperoper ist »Attila« nun in konzertanter Form mit Star-Besetzung zu erleben ist.

Vergeblichkeit von Machtkämpfen und Intrigen

Giuseppe Verdis frühes Meisterwerk »Attila« ist am 5. Dezember als konzertante Aufführung zum ersten Mal in der Semperoper zu erleben

Sein Name steht für Angst und Schrecken: Attila, der Hunnenkönig, Eroberer des Abendlandes und »Geißel Gottes«. Im Jahr 444 begann Attilas Herrschaft über die Hunnen im heutigen Ungarn, 452 fiel er in Italien ein und wurde erst kurz vor Rom gestoppt – angeblich von Papst Leo I. persönlich. 1846 schrieb Giuseppe Verdi eine Oper über den wilden Attila, die nun auf die Bühne der Semperoper kommt.

Attilas Feldzug nach Italien ist das Thema von Verdis Oper, die zugleich von Machtstreben und dem Scheitern an der Macht handelt. Verdis Attila ist kein skrupelloser Kriegsherr, sondern ein nachdenklicher Herrscher, der seinen Feinden gern vergibt und der fassungslos auf die Intrigen und den Verrat seiner italienischen Gegner blickt. Ähnlich wie bereits in »Nabucco«, Verdis Durchbruch als Opernkomponist, sind es immer wieder Traumbilder oder übernatürliche Erscheinungen, die dem Mächtigen seine Grenzen aufzeigen – und die dem Komponisten Verdi die Gelegenheit geben, tiefe Einblicke in Attilas Seele hörbar zu machen. Es ist kein Zufall, dass Verdi die Rolle für einen Bass geschrieben hat.

Kammersänger Georg Zeppenfeld, der in der Semperoper zuletzt u.a. als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg« zu erleben war, interpretiert diese einzige Bass-Titelrolle einer Verdi-Oper. Attilas Gegenspieler ist der römische Feldherr Ezio, der vor keiner Intrige zurückscheut, um sich selbst die Macht zu sichern. Andrzej Dobber, in Dresden zuletzt als Scarpia in »Tosca« und als Nabucco zu erleben, singt diese kraftstrotzende Baritonpartie. Odabella, die als Tochter des gefallenen Herrschers von Aquileja den Vater rächen will, heiratet Attila als Zeichen des Friedens, um ihn letztlich zu ermorden. Verdi hat für diese politisch aktive Frau eine seiner schwersten Sopranpartien geschrieben, bei der mörderische Koloraturen von der Mordlust der Figur erzählen. Saioa Hernández, die bereits als Abigaille in »Nabucco« für Furore sorgte, kehrt mit dieser Glanzrolle in die Semperoper zurück. 

Verdis »Attila« ist jedoch nicht nur ein Sänger*innen-Fest, sondern auch ein Meilenstein in Verdis Umgang mit Ensembles und mit faszinierenden Orchesterfarben. Der spanische Dirigent Jordi Bernàrcer wird Verdis Oper mit dem Sächsischen Staatsopernchor und der Sächsischen Staatskapelle Dresden zum Klingen bringen. »Attila« ist das letzte Werk des frühen Verdi, bevor er mit »Macbeth« und »Rigoletto« über Italien hinaus erfolgreich wurde, und es erklingt nun zum ersten Mal überhaupt in der Semperoper Dresden.

Kai Weßler

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