„Diese Arbeit macht mir wahnsinnig viel Freude!“


Lieber Mario, du debütierst in der Rolle des Camille de Rosillon in der Neuproduktion Die lustige Witwe. Was reizt dich besonders an dieser Figur?

— Ich freue mich sehr, wieder in einer Operette dabei sein zu dürfen! Ein Genre, das leider öfter mal unterschätzt wird, wie mir vorkommt – dabei ist Vieles davon alles andere als einfach zu singen, beziehungsweise zu spielen. Zudem ist die Musik voll von Tempowechseln und Rubati, für die man aufmerksam bleiben muss, während auf der Bühne oft viel Action passiert. Diese Arbeit macht mir wahnsinnig viel Freude und wir sind ein richtig tolles Team, das voller Motivation gerade das Stück inszeniert und probt.

Ich darf ja wieder (wie auch als Alfred in Die Fledermaus) einen Liebhaber spielen, der eine verheiratete Frau bezirzt. Was diese Rollen verbindet: So schön beide auch singen, am Ende bleiben sie Singles. Das macht es für mich aber nicht weniger spaßig, als privat doch eher rationaler Mensch in die Rolle eines schon fast „schleimigen“ Verführers zu schlüpfen. 

Camille singt mit der Romanze „Wie eine Rosenknospe“ eine der schönsten Liebeserklärungen der Operettenliteratur …

— Camille hätte gern was mit Valencienne, was eigentlich auch auf Gegenseitigkeit beruht, aber Valencienne ist halt mit Baron Zeta verheiratet und eine „anständige Frau“, wie sie immer wieder betont. Jetzt hab ich zwar schon gespoilert, dass Camille am Ende Single bleibt, aber sagen wir so: Valencienne bleibt nicht immer so „anständig“ wie sie sagt. So zahlt sich das Singen für den lieben Camille doch ein bisschen aus ...

Gibt es einen szenischen oder musikalischen Lieblingsmoment für dich?

— Also meine Lieblingsszene ist wahrscheinlich der Beginn des 2. Finales, als Camille nicht mit Valencienne, sondern mit der eingewechselten Hanna Glawari im Pavillon entdeckt wird. Das ist so lustig, musikalisch spritzig und so wunderbar verschachtelt komponiert. Da taucht auch das „Rosenknospe“-Motiv wieder auf, denn Hanna bittet ihn, öffentlich zu sagen, was er ihr (in Wirklichkeit ja zuvor Valencienne) im Pavillon gesagt hat. In Ermangelung an kreativeren Ideen singt er dieselbe „Rosenknospe“-Romanze einfach nochmal – Valencienne dürfte wohl nicht die erste Frau sein, für die er diesen Trumpf auspackt.

Außerdem freue ich mich, auch ein paar Takte auf der Bühne tanzen zu können. Ein altes Hobby, dem ich viel zu selten nachgehe. Wiener Walzer ist zwar nicht mein Lieblingstanz, aber Lehár hat halt leider keinen Tango in die Witwe reinkomponiert. (lacht)


Interview: Dorothee Harpain

Die lustige Witwe
Franz Lehár

Premiere 
29. November 2026

Vorstellungen
 2., 12., 27., Dezember 2026,
1., 8., 10., 15., 17., 25., 31., Januar 2027

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