Oper

Rigoletto

Giuseppe Verdi

Oper in drei Akten Libretto von Francesco Maria Piave nach dem Versdrama »Le Roi s’amuse« von Victor Hugo In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Giftgrün tritt der Narr des Herzogs von Mantua in Nikolaus Lehnhoffs Inszenierung auf die Bühne, giftig ist sein Spott, mit dem er die von seinem Herrn entehrten Frauen, deren gehörnte Ehemänner und entsetzten Väter verhöhnt. Denn welche Dame dem notorischen Frauenhelden gefällt, die nimmt er sich, wenn nötig mit Gewalt. Doch tiefschwarz ist die Seele des Narren: Demütigungen der gewissenlosen, nachtvogelgleichen Hofgesellschaft peinigen den entstellten Rigoletto, vor allem aber die Furcht um seine einzige Tochter Gilda. Wie in einem goldenen Käfig schirmt er sie vor der Außenwelt ab, nicht wissend, dass sich der Herzog inkognito längst bei ihr eingeschlichen hat. Als sie ihm – durch Intrigen und die unfreiwillige Hilfe des Narren – schließlich zum Opfer fällt, schwört Rigoletto tödliche Rache und engagiert einen Mörder. Doch die Leiche, die ihm übergeben wird, ist nicht die des Herzogs ...
Neben dem provokanten Sujet lag das Bemerkenswerte des »Rigoletto« vor allem in der Musik, die Verdi selbst als »revolutionär« bezeichnete. Erstmals löste er sich hier konsequent von der traditionellen Nummernstruktur und strebte eine durchkomponierte Oper an, bei der die populären Arien wie Gildas »Caro nome« und des Herzogs »La donna è mobile« schlüssig in die Handlung eingebunden sind – was ihrer zeitlosen Eignung als Wunschkonzert-Ohrwürmer allerdings keinerlei Abbruch tut.

Zusammenfassung

Giftgrün tritt der Narr des Herzogs von Mantua in Nikolaus Lehnhoffs Inszenierung auf die Bühne, giftig ist sein Spott, mit dem er die von seinem Herrn entehrten Frauen, deren gehörnte Ehemänner und entsetzten Väter verhöhnt. Denn welche Dame dem notorischen Frauenhelden gefällt, die nimmt er sich, wenn nötig mit Gewalt. Doch tiefschwarz ist die Seele des Narren: Demütigungen der gewissenlosen, nachtvogelgleichen Hofgesellschaft peinigen den entstellten Rigoletto, vor allem aber die Furcht um seine einzige Tochter Gilda. Wie in einem goldenen Käfig schirmt er sie vor der Außenwelt ab, nicht wissend, dass sich der Herzog inkognito längst bei ihr eingeschlichen hat. Als sie ihm – durch Intrigen und die unfreiwillige Hilfe des Narren – schließlich zum Opfer fällt, schwört Rigoletto tödliche Rache und engagiert einen Mörder. Doch die Leiche, die ihm übergeben wird, ist nicht die des Herzogs ...
Neben dem provokanten Sujet lag das Bemerkenswerte des »Rigoletto« vor allem in der Musik, die Verdi selbst als »revolutionär« bezeichnete. Erstmals löste er sich hier konsequent von der traditionellen Nummernstruktur und strebte eine durchkomponierte Oper an, bei der die populären Arien wie Gildas »Caro nome« und des Herzogs »La donna è mobile« schlüssig in die Handlung eingebunden sind – was ihrer zeitlosen Eignung als Wunschkonzert-Ohrwürmer allerdings keinerlei Abbruch tut.

Ausführliche Inhaltsangabe

1. Akt
Erstes Bild, Vom Maskenfest zum Totentanz
Auf einem Maskenfest im Palast des Herzogs von Mantua. Die Orgie ist in vollem Gange. Trotz aller Ablenkungen geht dem Gastgeber ein junges Mädchen nicht aus dem Kopf. Er macht dem Höfling Borsa am Rande des Festes klar, dass er die Unbekannte, die er seit drei Monaten sonntags in der Kirche sieht und von der er weiß, dass sie abends männlichen Besuch bekommt, endlich haben muss. Borsa lenkt des Herzogs Aufmerksamkeit auf die Gräfin Ceprano. Die hat er noch nicht gehabt. Sie ist dem Herzog Anlass genug, sich von neuem auszutoben und gleichzeitig den Ehemann zu demütigen. Rigoletto stellt den Grafen Ceprano öffentlich bloß. Das Fest geht weiter. Der Edelmann Marullo bringt spektakuläre Nachrichten: Rigoletto hat eine heimliche Geliebte. Daraus machen sich alle ein Gaudi. Rigoletto wählt den Grafen Ceprano zur Zielscheibe seines tödlichen Spotts und überspannt den Bogen. Der Herzog verwarnt ihn. Der Graf Ceprano stimmt die Höflinge auf Rache an Rigoletto ein. Doch zunächst wird weiter gefeiert. Mitten ins Treiben platzt der Graf von Monterone. Er klagt den Herzog der Entehrung seiner Tochter an und verflucht ihn samt Rigoletto, seinem skrupellosen Narren. Die Stimmung schlägt um, die Maskerade ist vorbei. Rigoletto befällt Todesangst.
Zweites Bild, Der Tag X – Das unterwanderte Paradies
Auch auf dem Heimweg lassen Rigoletto die Erinnerungen an den Fluch Monterones nicht los. Ein Mann folgt ihm und spricht ihn an. Es ist der Bravo Sparafucile, der seine Dienste anbietet. Durch Mord beseitigt er jeden Rivalen. Seine Schwester Maddalena hilft ihm bei der sauberen Erledigung der Aufträge. Vorerst hat Rigoletto keine Verwendung für Sparafucile. Er reflektiert die Gemeinsamkeit zwischen ihnen: das Töten. Er mit dem Wort, Sparafucile mit dem Degen. Rigoletto leidet an seiner Doppelexistenz. Nur bei seiner Tochter Gilda findet er das Glück. Er geht nachhause, zu Gilda, die er vor der Welt versteckt. Die Freude über das Wiedersehen zwischen Vater und Tochter trüben Gildas Fragen nach seinem Namen und ihrer Herkunft. Rigoletto gibt beides nicht preis, denn entscheidend sei seine Liebe zu ihr. Währenddessen schleust Giovanna, Gildas Gouvernante, den als Student verkleideten Herzog in Gildas Zimmer. Als Rigoletto zurück zum herzoglichen Palast gehen muss, schärft er beiden Frauen ein, das Haus ausschließlich zum Kirchgang zu verlassen. Allein gelassen, plagen Gilda Gewissensbisse, dass sie dem Vater die Begegnungen mit dem unbekannten jungen Mann in der Kirche und ihre Liebe zu ihm verschwieg. Ihr Liebesgeständnis treibt den Herzog aus seinem Versteck. Er erwidert es und nennt Gilda seinen – falschen – Namen: Gualtier Maldé. Ein Geräusch trennt sie. Gilda befürchtet die Heimkehr des Vaters und schickt den geliebten Mann fort. Doch zunächst sind es Marullo, Borsa, Ceprano und andere Höflinge, die Gildas Entführung vorbereiten. Als der von Unruhe getriebene Rigoletto tatsächlich noch einmal zurückkehrt, beteiligen sie ihn an dem Coup. Sie geben vor, die Nachbarin, Gräfin Ceprano, für den Herzog zu entführen. Rigoletto macht mit. Zu spät erkennt er, dass es um Gilda ging. Sein Paradies ist zerstört.

2. Akt
Drittes Bild, Gefangen in sich selbst
Der Herzog rast vor Zorn und Schmerz. Gilda wurde ihm entrissen. Rache schwört er demjenigen, der das wagte und ihr Leid zufügte. Die Höflinge stören seine Zurückgezogenheit in ihrer Begeisterung darüber, Rigoletto mit dem Raub seines Liebchens eins ausgewischt zu haben. Die frische Beute haben sie in den Palast gebracht. Der Herzog verfällt in sein übliches Jagdfieber und eilt zu ihr. Rigoletto sucht im Palast nach Spuren Gildas. Hinter der Fassade aus Spott und Ironie weint seine Seele aus Angst und Verzweiflung. Eine Genugtuung für die Entführer. Als sie dem Pagen den Zugang zum Zimmer des Herzogs verweigern, erkennt Rigoletto die Wahrheit. Mit Beschimpfungen der Höflinge richtet er nichts aus. Er verfällt ins Bitten, um Gilda herausholen zu können. Sein Jammer trifft auf verstummte Gegner. Gilda erzählt Rigoletto alles, was sie bisher verheimlichte. An ihrer Liebe zum Herzog hält sie fest. Die Höflinge ziehen sich zurück. Rigoletto führt Gilda aus dem Palast. Der gefolterte Monterone kreuzt ihren Weg. Rigoletto erklärt sich zum Vollstrecker seiner Rache. Gilda bittet um das Leben des Herzogs. Der Vater überhört sie.

3. Akt
Viertes Bild, Absturz und Apotheose
Am Ufer des Flusses. Rigoletto hat Sparafucile mit der Ermordung des Herzogs beauftragt, ohne dessen Identität preiszugeben. Um Gildas Liebe zum Herzog auszulöschen, zwingt er sie, dessen neuestes Liebesabenteuer zu beobachten. Sie muss erleben, wie der Herzog, diesmal als Soldat verkleidet, Maddalena mit denselben Worten umwirbt. Die Routine erkennt sie nicht. Rigoletto verlangt von Gilda, durch Männerkleidung getarnt, sofort nach Verona zu fliehen. Mit Sparafucile vereinbart er den Mordpreis. Die erste Hälfte gleich, die zweite nach Erledigung des Auftrags. Um Mitternacht will er die Leiche abholen und in den Fluss werfen. Gilda widersetzt sich den Anordnungen des Vaters und kehrt zurück. Sie hört mit an, wie Maddalena dem Bruder das Leben des jungen Mannes unter der Bedingung abringt, an dessen Stelle einen Fremden zu töten. Was nur gelingt, wenn sich vor Mitternacht jemand in ihr Haus verirrt. Gilda entscheidet sich, dieser Fremde zu sein. Rigoletto holt den Sack mit der Leiche ab. Auf dem Höhepunkt seines Triumphes über den Herzog hört er dessen Canzone. Er öffnet den Sack und findet die sterbende Gilda. Die Natur, die sich in einem Gewitter aufbäumte, versinkt in Dunkelheit und Stille. Im Angesicht des Todes finden Vater und Tochter zueinander. Rigoletto bleibt einsam zurück.

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