Ballett

Iphigenie auf Tauris

Pina Bausch

Tanzoper in vier Akten nach der gleichnamigen Oper von Christoph Willibald Gluck Libretto von Nicolas Francois Guillard, deutsche Fassung von J. B. v. Alxinger und Ch. W. Gluck

Premiere 5. Dezember 2019

 

Keine weiteren Vorstellungen in dieser Spielzeit.

Von der Göttin Diana auf die Insel Tauris entführt, dient die Königstochter Iphigenie im Tempel als Priesterin. Als die beiden Griechen Pylades und Orest auf Tauris stranden, werden sie gefangengenommen und sollen geopfert werden. Iphigenie erkennt in Orest den Bruder nicht, empfindet jedoch eine Vertrautheit. Sie will einen der beiden entkommen lassen. Orest will den Freund retten und überzeugt Iphigenie, Pylades zu helfen. Auf dem Weg zur Opferbank spricht Orest von seiner Schwester Iphigenie. Die Geschwister erkennen einander und werden von dem zurückkehrenden Pylades gerettet. 1974 schuf Pina Bausch mit ihrer Choreografie zu Christoph Willibald Glucks Oper »Iphigenie auf Tauris« von 1781 ihre erste Tanzoper. Die Sänger*innen rahmen dabei den Tanz auf der Schwarz und Weiß gehaltenen Bühne. Nur einige wenige Requisiten begleiten die tragisch vorgezeichnete Handlung. Bisher ausschließlich vom Tanztheater Wuppertal Pina Bausch getanzt, ist das Semperoper Ballett die erste Company, der die Pina Bausch Foundation das Werk anvertraut.

Handlung

Vorgeschichte
Agamemnon segelt mit seinem Heer nach Troja. Er will die Götter versöhnlich stimmen, die ihm den Wind versagen, und opfert seine Tochter Iphigenie der Göttin Diana. Während der Opferhandlung entführt Diana jedoch Iphigenie unbemerkt von allen nach Tauris. Sie soll hier als Priesterin dienen. Klytämnestra, die Mutter, rächt den vermeintlichen Tod der Tochter; sie erschlägt den aus dem Krieg heimgekehrten Agamemnon im Bad. Die zweite Tochter, Elektra, überredet Orest, den Bruder, Klytämnestra zu ermorden. Seither wird Orest von den Eumeniden verfolgt. Mit seinem Freund Pylades fährt er nach Tauris. Zur Sühne seiner Tat soll er hier die Statue der Diana entwenden und nach Griechenland bringen. So hat es das Orakel von Delphi verkündet.

Erster Akt
Auf Tauris tobt ein Unwetter. Iphigenie, seit 15 Jahren Priesterin der Skythen, wurde von einem bösen Traum gequält: Agamemnon wäre tot, ihre Mutter hätte ihr ein Schwert in die Hand gedrückt. Ihre Pflicht, jeden ankommenden Fremdling zu opfern, ist ihr unerträglich geworden. Auch Thoas, König von Tauris, wird von Furcht vor der Rache der Götter gequält. Orest und Pylades sind in dem Unwetter gestrandet, Thoas und das Volk sehen sie als willkommenes Opfer zur Besänftigung der zürnenden Götter an.

Zweiter Akt
Orest und Pylades erwarten ihre Opferung. Orest beklagt den Freund, der seinetwegen sterben müsste. Pylades wird abgeführt. Orest wird von Visionen heimgesucht. Im Traum erscheinen ihm die Ermordeten, Klytämnestra und Agamemnon. Vor Iphigenie und den Priesterinnen gibt er sich als Grieche zu erkennen, berichtet vom Tod Agamemnons und dem Muttermord Orests; Orest habe seine Strafe erhalten und Elektra sei die einzige Überlebende.

Dritter Akt
Iphigenie will einen der Fremden entkommen lassen und ihn mit einer Nachricht zu ihrer Schwester Elektra senden. Sie entscheidet sich für Orest. Er ist ihrem Bruder so ähnlich. Als die Freunde voneinander Abschied nehmen, gibt auch sie sich als Griechin zu erkennen; sie bietet Orest die Freiheit an. Orest will den Freund retten, Pylades sein Opfer nicht annehmen. Schließlich überredet Orest Iphigenie, Pylades an seiner statt entfliehen zu lassen. Pylades eilt davon, Hilfe zu holen.

Vierter Akt
Iphigenie betet zu Diana. Sie möge ihr Herz mit Grausamkeit erfüllen, damit sie ihrer Opferpflicht nachkommen könne. Orest ist bereit zur Opferung. Er spricht von seiner Schwester Iphigenie. Sie habe den gleichen Tod erlitten. Die Geschwister erkennen einander. Thoas hat von der Flucht des Pylades erfahren. Er stürzt herbei, um Iphigenie für ihren Verrat zu strafen. Pylades kehrt im letzten Augenblick zurück, wirft sich dazwischen, und will Thoas töten. Die Göttin Diana erscheint, Orest ist entsühnt. Die Geschwister und Pylades kehren nach Griechenland zurück.

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