Das kreative Duo Stephanie Lake und Robin Fox

Stephanie Lake und Robin Fox © Semperoper Dresden/Josefine Lippmann
Die kanadisch-australische Choreografin Stephanie Lake und der australische audiovisuelle Künstler Robin Fox bilden seit etwa 16 Jahren ein kreatives Team, das zahlreiche erfolgreiche Projekte zusammen geschaffen hat. Zuletzt war ihre gemeinsame Arbeit Colossus an der Semperoper zu sehen. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie für drei Spielzeiten Artist in Residence des Semperoper Ballett. Sie gehört zu den prominentesten Choreografinnen der zeitgenössischen australischen Tanzszene und leitet ihre eigene Kompanie. Robin Fox wurde sowohl durch seine audiovisuellen Arbeiten, die in Galerien und im öffentlichen Raum ausgestellt werden, als auch durch seine elektronischen Kompositionen international bekannt. Aktuell arbeiten Stephanie Lake und Robin Fox an einer neuen gemeinsamen Kreation: Quanta wird am 31.10. 2026 in dem dreiteiligen Ballettabend Different Grounds uraufgeführt. Die Choreografin und der Musiker sind in der Arbeit und im Leben ein Paar. Darüber haben sie mit der Dramaturgin Julia Bührle gesprochen.
Sie haben bereits viele Projekte gemeinsam gemacht. Wie hat alles angefangen und wie hat sich Ihre Zusammenarbeit entwickelt?
Stephanie Lake — Robin und ich arbeiten schon seit 15 Jahren miteinander, so lange, wie wir auch im Leben zusammen sind. Es ist wirklich wunderbar; die Kommunikation ist sehr einfach, und wir haben großen Respekt vor der Arbeit des anderen.
Robin Fox — Als wir uns kennenlernten, arbeiteten wir beide für eine Tanzcompany namens Chunky Move. Stephanie hatte bereits viel mit ihnen getanzt, und ich arbeitete mit dem Gründer der Company, Gideon Obarzanek. Wir haben uns in der Schlange der Cafeteria getroffen und sofort wunderbar verstanden.
Stephanie Lake — Unsere künstlerische Zusammenarbeit hat ganz zufällig angefangen. Als wir uns begegneten, war ich dabei, ein Duett zu choreografieren. Ich war im Studio und gab den Takt vor, indem ich mit der Zunge schnalzte. Robin kam herein, um sich meine Arbeit anzusehen, und fragte: „Möchtest du, dass ich etwas für dich zusammenstelle, damit du nicht mit der Zunge schnalzen musst?“ Daraus wurde die sensationelle Partitur für das Stück.
Robin Fox — Das Stück, Dual, gefiel mir sehr gut, weil das Konzept so einfach, aber überzeugend war. Zwei Tänzer tanzen jeweils ein Solo, und dann werden beide Soli zu einem Duett. Meine Idee war, dass die Musik der beiden Soli völlig verschieden sein sollte, aber dann sollte sie im Duett zusammenkommen. Es war ein unerwarteter magischer Moment in der Partitur, genauso wie in der Choreografie.
Stephanie Lake — Seitdem haben wir fast jedes Stück zusammen gemacht. Unsere gemeinsamen Projekte wurden immer größer, ehrgeiziger und interessanter. Wir fordern uns gegenseitig heraus, neue Ideen zu entwickeln und mit neuen Künstler*innen zu kooperieren.
Robin Fox — Am Anfang war unsere Ästhetik völlig gegensätzlich. Meine Musik war ziemlich experimentell und laut; manche würden sagen: schrecklich. Stephanies Stücke hingegen waren sehr schön. Im Lauf unserer Zusammenarbeit haben wir uns angenähert, meine Arbeit wurde schöner und vielleicht wurde Stephanies Arbeit etwas weniger schön, aber auf eine interessante Art. Wir bringen also entgegengesetzte Kräfte zusammen. Musik und Tanz sind sehr somatische Kunstformen, sie kommen aus dem Körper, und die Verbindung zwischen ihnen ist sehr spannend.
(Auszug aus dem Interview „Ein Zusammenwirken entgegengesetzter Kräfte: das kreative Duo Stephanie Lake und Robin Fox“, Programmheft Wings and Feathers)