Oper

Don Giovanni

Wolfgang Amadeus Mozart

Dramma giocoso in zwei Akten Libretto von Lorenzo Da Ponte

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

 

Keine weiteren Vorstellungen in dieser Spielzeit.

2064 Frauen soll Don Giovanni nach Auskunft seines Dieners Leporello bereits geliebt haben; die Anzahl derer, denen er das Herz gebrochen hat, dürften nicht geringer sein. Die Oper um den galanten wie skrupellosen Verführer Don Giovanni wurde durch die kongeniale Zusammenarbeit von Wolfgang Amadeus Mozart mit seinem Librettisten Lorenzo Da Ponte in den Worten Richard Wagners zur »Oper aller Opern.« Das 1787 in Prag uraufgeführte Werk ist aber mehr als ein Drama um Liebe und Verführung, Lust und Laster, Vergewaltigung, Mord und Rache. Das von Mozart ausdrücklich als »lustiges Drama« bezeichnete Werk changiert spannungsreich zwischen Tragik und Komödie, Sex-and-Crime-Story sowie großem Welttheater – schreckt Don Giovanni in seiner Lust am Regel- und Tabubruch doch nicht davor zurück, die Toten und das Schicksal selbst herauszufordern. In der Dresdner Inszenierung von Andreas Kriegenburg wird deutlich, dass die unendliche Gier nach Leben, Lust und Schönheit der Figuren uns auch heute angehen.­­­­

Handlung

1. Akt
Leporello hadert mit seiner Anstellung bei Don Giovanni: Zu gern wäre er selbst in der Position des reichen Lebemanns, anstatt diesem für diverse Liebesabenteuer den Rücken freizuhalten. Da stürzt Don Giovanni herein und versucht sich vor Donna Anna zu verbergen, die ihn wie von Sinnen verfolgt. Donna Annas Vater, der Komtur, versucht Don Giovanni zu stellen und wird von diesem im Affekt getötet. Donna Anna kehrt mit Don Ottavio zum Schauplatz des Mordes zurück. Angesichts des Toten nimmt sie ihrem Freund den Schwur ab, ihren Vater zu rächen. Nach der Tat wirft Leporello Giovanni dessen Lebenswandel vor, Giovanni hält jedoch unbeeindruckt Ausschau nach weiteren Frauen. Er wittert eine vielversprechende Eroberung bei einer Dame, die von ihrem Liebhaber verlassen wurde. Erst als Giovanni sie auf seine bewährte Art trösten möchte, erkennt er sie: Es ist Donna Elvira, die er selbst nach einer dreitägigen leidenschaftlichen Affäre sitzen gelassen hatte. Giovanni überlässt Leporello die pikante Situation und dieser zeigt der fassungslosen Elvira die bemerkenswerte Liste, auf der er alle Liebschaften Giovannis gewissenhaft notiert: 2064 Namen sind bereits versammelt. Elvira bleibt voll Rachedurst zurück. Indessen feiern Zerlina und Masetto ausgelassen ihre Hochzeit. Don Giovanni lädt die Gesellschaft zu sich ein und bleibt mit Zerlina allein. Seine Versprechungen lassen sie schwach werden; da erscheint Donna Elvira und beschuldigt Giovanni als Betrüger. Auch als Donna Anna und Don Ottavio Giovanni begegnen und ihn um Hilfe bitten, schreitet Elvira ein. Da erkennt Donna Anna in Giovanni ihren Überwältiger und den Mörder ihres Vaters. Aufgebracht erzählt sie Don Ottavio von der Vergewaltigung in der Mordnacht. Giovanni bereitet alles für ein ausgelassenes Fest vor. Zerlina versucht indessen den eifersüchtigen Masetto zu beruhigen. Zum Tanz erscheinen auch Donna Anna, Donna Elvira und Don Ottavio. Als Giovanni schließlich Zerlina bedrängt, entlarven sie den Vergewaltiger, der nur knapp entkommt.

2. Akt
Leporello kündigt Giovanni an, fortzugehen, doch dieser besänftigt ihn und weiht ihn in seinen nächsten Plan ein: In vertauschten Kleidern will Giovanni Donna Elviras Zimmermädchen verführen, während Leporello als reuiger Don Giovanni Donna Elvira ablenken soll. Der Plan scheint zu glücken: Doch während der echte Giovanni seiner neuen Auserkorenen ein Ständchen bringt, wird er von Masetto überrascht, der Don Giovanni finden und töten will. Giovanni, der sich als Leporello ausgibt, bietet zunächst seine Unterstützung an, schlägt Masetto jedoch brutal nieder. Zerlina entdeckt ihn und versöhnt ihn mit einer ganz speziellen »Medizin«. Bei dem Versuch, Donna Elvira zu entkommen, trifft Leporello auf Donna Anna, Don Ottavio, Zerlina und Masetto, die ihn für Giovanni halten und umbringen wollen. Er gibt sich zu erkennen und entkommt. Don Ottavio, der bisher an der Schuld Giovannis zweifelte, kündigt nun an, ihn den Behörden zu melden. Inzwischen ist Leporello Zerlina in die Hände gefallen, die ihn genüsslich bedroht. Donna Elvira, die als einzige um Giovannis Leben gebeten hatte, macht ihren verwirrten Gefühlen Luft: So sehr er sie verletzt hat, bangt sie doch um ihn. Giovanni berichtet unterdessen dem arg mitgenommenen Leporello von einem weiteren Abenteuer. Da fährt eine jenseitige Stimme dazwischen: Die Statue des ermordeten Komturs droht Giovanni, ihm werde das Lachen bald vergehen. Amüsiert lädt Giovanni den Steinernen zum Abendessen ein. Um ihre Leiden zu lindern, macht Don Ottavio Donna Anna einen Heiratsantrag, sie aber vertröstet ihn angesichts ihrer Trauer. Don Ottavio erklärt, ihr dennoch beizustehen. Bei Giovanni ist das Gastmahl bereitet, als Donna Elvira ihn ein letztes Mal bittet, sein Leben zu ändern. Doch dieser denkt nicht daran. Da erscheint die Statue des Komturs und fordert Giovanni zur Reue auf. Er weigert sich und wird in die Hölle gerufen.

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