3 Fragen an Natalya Romaniw

Nur für die Kunst lebt die Sängerin Tosca – bis sie und ihr Geliebter, der Maler Cavaradossi, durch politische Intrigen schlagartig ins Fadenkreuz des skrupellosen Polizeichefs Scarpia geraten. Der hat ein Auge auf Tosca geworfen und will Cavaradossi aus dem Weg räumen. Um ihren Geliebten zu retten, tötet Tosca den Polizeichef, doch seine Macht reicht sogar über seinen Tod hinaus ... Tosca aus dem Jahr 1900 verwebt aufs Engste politische Willkür und persönliche Leidenschaften und ist in der Semperoper in einer zeitlos packenden Inszenierung von Johannes Schaaf zu erleben. Neben Natalya Romaniw übernimmt in dieser Spielzeit auch Aleksandra Kurzak – wie bereits in der Spielzeit 2025/26 – die Titelrolle.

Gibt es in Tosca einen Moment, bei dem Sie immer denken: „Puccini wusste ganz genau, wie man eine Sopranistin herausfordert“?
— Oh ja! Allein der zweite Akt ist ein enormes vokales Marathonprogramm, bei dem die Sopranistin sehr sorgfältig mit ihren Kräften haushalten muss. Puccini schreibt jedoch so klug und sängerisch dankbar, dass man – mit einer guten Technik und wenn man genau beachtet, was in der Partitur steht – große Freude daran hat.

Welcher Moment im dritten Akt berührt Sie persönlich am meisten – nicht wegen seiner Dramatik, sondern weil er sich menschlich wahrhaftig anfühlt?
— Der Moment, der mich im dritten Akt am tiefsten bewegt, ist Toscas unerschütterliche Hoffnung und ihre feste Überzeugung, dass Cavaradossi freikommen wird und sie beide anschließend ein glückliches Leben miteinander führen werden. Sie singt von der süßen Illusion, gemeinsam in eine neue, wolkenverhangene Zukunft zu segeln, und träumt von dem Leben, das sie hätten haben können.

Gibt es ein einzelnes Detail – eine Farbe, einen Duft, einen Klang, einen kleinen Moment –, das Ihnen hilft, beim Betreten der Bühne sofort in die Rolle der Tosca zu finden?
— Über die Sinneseindrücke habe ich nie bewusst nachgedacht, aber ich verbinde Tosca instinktiv mit satten, intensiven Farben – insbesondere mit Rot. Diese Farbe steht für eine Frau, die leidenschaftlich, mutig und voller Lebensenergie ist.

Tosca
Giacomo Puccini

Vorstellungen
 8., 11., 16., 18. Oktober,
6., 14., 21. November 2026, 

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