Gemälde von Cornelius Völker

Künstlerisches Konzept zur Premierenpräsentation 2020/21

Nach den Fotografien von Andreas Mühe, die die Premieren der Spielzeit 2018/19 begleiteten, und den »Übermalten Fotografien« von Gerhard Richter in der Saison 2019/20 hat die Semperoper für die Saison 2020/21 mit Cornelius Völker einen Künstler gefunden, der international zu den großen Vertretern der zeitgenössischen deutschen Malerei zählt. »Es ist uns eine Freude, für die Premieren der Semperoper Dresden in der Spielzeit 2020/21 nun insgesamt elf kraftvolle Arbeiten dieses weltweit beachteten Künstlers zeigen zu können, die unsere Premieren vor allem auf großflächigen Plakaten aber auch in Anzeigen und verschiedenen anderen Druckerzeugnissen visualisieren werden. Für die Ballettpremiere ›Playlist‹ entstand dabei das Premierenmotiv exklusiv für die Semperoper Dresden neu, was der Premierenmotivreihe in dieser Spielzeit eine zusätzliche Qualität verleiht«, erklärt Susanne Springer, Leiterin Kommunikation und Marketing der Semperoper Dresden, »Cornelius Völker beherrscht Farbe und Pinsel virtuos und zeigt mit seinen Arbeiten eindrucksvoll, wie ganz alltägliche Gegenstände und Personen mit der Kraft seiner Malerei eine künstlerische Übersetzung finden.«

Das Oeuvre des im Stile eines pastos übersteigerten Fotorealismus arbeitenden Künstlers zeichnet sich durch farbschwere, figurative Darstellung alltäglicher Situationen in teils abstrakter, teils figurativer Interpretation aus. In seinen spannungsvollen Kompositionen gelingt es Cornelius Völker, mit begabtem Blick für das Detail scheinbar Unbedeutendes durch dynamischen Farbauftrag auf den Rang eines großen Kunstwerks zu erheben. Alltägliche Motive überschreiten durch künstlerische Überhöhung die Grenze des Trivialen und gewinnen eine autonome Bildwürdigkeit, die dem Betrachter eine historische oder neue Sichtweise des Objekts überlässt. »Über die Einladung der Semperoper zu einer Zusammenarbeit habe ich mich sehr gefreut. Sie ermöglicht, meine Bilder in einem neuen Kontext zu betrachten. Die Zusammenarbeit gestaltete sich aus meiner Perspektive überaus angenehm: Mit Kenntnisreichtum und Einfühlungsvermögen wurden sehr behutsam Opern und Gemälde inhaltlich zusammengeführt«, so Cornelius Völker.

Mit Beginn der Intendanz Peter Theilers zur Spielzeit 2018/19 wurde für alle Kommunikationsmittel der Semperoper Dresden in Form von Print- und Online-Publikationen ein neues Corporate Design eingesetzt. Den Schlussstein für die visuelle Neuorientierung setzten der Relaunch der Website und des Monatsspielplans in der Spielzeit 2019/20. Im Zentrum der neuen, von der Fachwelt ausgezeichneten Gestaltungsrichtlinien steht die Idee zur Umsetzung einer individuellen künstlerischen Linie für die Premierenkommunikation durch Kooperation mit zeitgenössischen Künstler*innen.

Cornelius Völker

Der Maler Cornelius Völker wurde 1965 in Kronach geboren. Er studierte von 1989 bis 1995 an der Kunstakademie Düsseldorf bei A. R. Penck und Dieter Krieg. Während seines Studiums verfasste er – gemeinsam mit vier Freunden – das Drehbuch, führte Regie und produzierte den Spielfilm »Die Hermannsschlacht«, der in Programmkinos und bei Filmfestivals gezeigt wurde. In der Zeit von 2005 bis 2015 hatte er sein Atelier und seinen Zweitwohnsitz in New York.

Die Werke von Cornelius Völker sind in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen, viele seiner Werke befinden sich in renommierten Sammlungen und Museen. Völker ist Träger mehrerer bedeutender Kunstpreise, unter anderem des Förderpreises für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf, des Bergischen Kunstpreises des Museums Baden in Solingen und des Lingener Kunstpreises. Seit 2005 ist er Professor für Malerei an der Kunstakademie Münster, deren stellvertretender Rektor er heute ist. 2018 wurde er als ordentliches Mitglied in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste gewählt.

Völkers teils großformatige Werke spielen mit der Dialektik aus sinnlicher Unmittelbarkeit und abstrakter Formalisierung, aus konzeptioneller Stringenz und malerischer Auflösung, aus dem Blick auf die Kunstgeschichte und der konsequenten Präsenz seiner Motive im Gegenwärtigen.

Die in allen Varianten erprobte Farbe bildet die bewusst fragwürdig gewählten Gegenstände dieser Malerei nicht nur ab, sondern stellt sich dabei in all ihren Möglichkeiten auch selbst aus. Malerei ist hier ebenso sinnliches Ereignis wie konzeptuelles Nachdenken über Geschichte und Bedingungen ihrer selbst.

Cornelius Völker lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Mehr zum Künstler und dessen Werk unter cornelius-voelker.de