Carl Maria von Weber – 200. Todestag
Am 5. Juni 2026 jährt sich der Todestag von Carl Maria von Weber zum 200. Mal. Als Königlich-Sächsischer Hofkapellmeister prägte Weber das Musikleben in Dresden nachhaltig; als Direktor der Deutschen Oper etablierte er Aufführungen in der Landessprache und setzte Singspiele auf den Spielplan. Vor allem mit seinem Werk Der Freischütz, uraufgeführt 1821, ist er bis heute auf zahlreichen Bühnen vertreten, auch im Spielplan der Semperoper Dresden ist er fest verankert. Heinrich Heine beschrieb in einem Brief vom 16. März 1822 humoristisch, aber treffend, wie die Melodien des Freischütz’ alle großen Städte erfassten – allen voran der Chor der Brautjungfern, der sogenannte „Jungfernkranz“, über den Heine schrieb: „aus allen Häusern klingt er mir entgegen; jeder pfeift ihn mit eigenen Variationen; ja, ich glaube fast, die Hunde auf der Straße bellen ihn.“ Seit dieser Oper gilt der Komponist als Wegbereiter der deutschen romantischen Oper – auch wenn diese Charakterisierung etwas zu kurz greift. Denn Carl Maria von Weber war ein international orientierter und gefragter Komponist: 1824 erhielt er die Anfrage des Royal Opera House Covent Garden in London, eine Oper basierend auf Shakespeares The Tempest zu schreiben. Auf Englisch, selbstverständlich. Weber sagte zu und lernte – unter anderem in Dresden – Englisch, um das Libretto vertonen zu können. Die Uraufführung von Oberon, or The Elf King’s Oath 1826, zu der Weber nach England reiste, wurde zu einem großen Erfolg in London. Wie in einer Revue entwickeln sich prägnante und melodienreiche Episoden rund um den Kampf zwischen dem Elfenpaar Oberon und Titania. Eine Verbindung gibt es aber auch hier mit dem Freischütz, nämlich die Faszination für das Magische, Anderweltliche und Fantastische. Carl Maria von Weber: Wegbereiter der internationalen romantischen Oper.

Zum 200. Todestag gedenkt auch der Sächsische Staatsopernchor Dresden Carl Maria von Weber, wurde doch der Dresdner Opernchor am 8. Oktober 1817 per königlichem Dekret durch Friedrich August I. gegründet. Die Erlassung des Dekrets war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers, der als neu engagierter Hofkapellmeister die Einrichtung eines „stehenden Theaterchors“ erwirkte, der den gestiegenen Anforderungen des neu geschaffenen Opernrepertoires gewachsen war. Aus diesem Anlass erfolgte eine Kranzniederlegung an Webers Ruhestätte auf dem Alten Katholischen Friedhof in der Friedrichstrasse.

Der Freischütz © Semperoper Dresden, Foto: Matthias Creutziger
Neuerscheinung
In der Dokumentationsreihe „Semperoper Edition“ erscheint im August 2026 eine Blu-ray-Box mit der Fernsehaufzeichnung von Carl Maria von Webers Der Freischütz. Ergänzt wird sie durch Rundfunksendungen und Reportagen zur Wiedereröffnung der Semperoper im Jahr 1985.
Die Semperoper Edition ist eine gemeinschaftliche Dokumentationsreihe der Staatsoper Dresden, der Sächsischen Staatskapelle Dresden, des Mitteldeutschen Rundfunks / MDR KLASSIK und des Deutschen Rundfunkarchivs und erscheint beim Label Profil – Edition Günter Hänssler.
Das Historische Archiv der Sächsischen Staatstheater war eng in den Entstehungsprozess eingebunden und unterstützte die Publikation durch die Bereitstellung historischer Quellen, die Recherche von Bildmaterial sowie die fachliche Begleitung der Redaktion.
Die Box wird ab August im Opernshop der Semperoper Dresden sowie bei jpc erhältlich sein.