Eine stille Woche im Februar

Aus Anlass der Erinnerung an Dresdens Zerstörung und die darauf folgende Erneuerung bietet die Semperoper in dieser Woche ein etwas stilleres Programm.

6. Sinfoniekonzert 

Das Gedenkkonzert der Sächsischen Staatskapelle am 13. und 14. Februar ist ein bewusstes Erinnern, das sich im gemeinsamen Hören von Musik vollzieht. In Strawinskys „Messe“ und in Bruckners Neunter Symphonie entsteht eine kollektive Musikerfahrung, in der Spiritualität und Klangerlebnis einander begegnen und das Unsagbare intuitiv spürbar machen. Das 6. Sinfoniekonzert versteht sich damit nicht als Rückblick oder Kommentar, sondern als offener Klangraum, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Verantwortung zusammenfinden. 

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Dialogues des Carmélites 

Francis Poulencs Dialogues des Carmélites stellt beklemmende Fragen nach Angst, Verantwortung und Gewissen – und findet Antworten im Glauben an die Kraft der Gemeinschaft und im Bekenntnis zum menschlichen Zusammenhalt. Damit berührt die Oper unmittelbar das Anliegen der Dresdner Gedenkwoche: Erinnern nicht als abgeschlossenen Rückblick zu begreifen, sondern als gemeinsamen, fortdauernden Prozess im Hier und Jetzt.

Die wahre historische Tragödie wird mit einer zunächst leichten, fließenden Musik und in klarer, eindringlicher Form erzählt. Wie im Gedenkkonzert an der Semperoper entsteht ein Raum des gemeinsamen Hörens und Innehaltens, in dem individuelle Schicksale zu einer kollektiven Erfahrung werden. Der Sog von Poulencs zunehmend dramatisch verdichteter Komposition – besonders im erschütternden Salve Regina“ am Schluss – führt in eine Stille, die nicht erstarrt, sondern offen bleibt.

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Kammerkonzert der Giuseppe Sinopoli Akademie

In diesem Kammerkonzert spielen Absolvent*innen der Akademie mit Musiker*innen der Sächsischen Staatskapelle, die beiden ausgewählten Werke fügen sich programmatisch in die Gedenkwoche ein. Carl Maria von Webers Trio in g-Moll vermittelt eine spannungsgeladene, oft düster gefärbte Stimmung mit scharfen Kontrasten, und einem leidenschaftlichen, stellenweise aufgewühlten Tonfall. Schuberts Oktett in F-Dur entfaltet eine heitere, weit gespannte und zugleich tief menschliche Stimmung, in der Geselligkeit und Melancholie eng verbunden sind. Schuberts Musik wirkt erzählerisch und warm, mit Momenten stiller Nachdenklichkeit unter der hellen Oberfläche. Die Grundhaltung ist lebenszugewandt, ohne die Erfahrung von Vergänglichkeit auszublenden.

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