Premieren 2020/21

»Guillaume Tell / Wilhelm Tell«

Nach Giacomo Meyerbeers »Die Hugenotten« sollte in der Spielzeit 2020/21 ein weiteres Schlüsselwerk der Grand opéra auf dem Spielplan der Semperoper stehen: Gioachino Rossinis »Guillaume Tell« ist die letzte Oper dieses Komponisten und zugleich seine anspruchsvollste und ausgefeilteste Partitur. Die Oper erzählt anhand der Legende des Wilhelm Tell mit Rütlischwur und Apfelschuss, wie autoritäre Unterdrückung ein Volk politisiert. Der österreichische Regisseur Georg Schmiedleitner hat gemeinsam mit seinem Bühnenbildner Harald Thor ein Konzept entwickelt, dass Rossinis Oper als dystopische Vision einer Gesellschaft auf der Sinnsuche auf die Bühne bringt. Die Aufführung konnte im Herbst 2020 nicht realisiert werden.

»Die Zauberflöte«

Allein über 300 Aufführungen von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper »Die Zauberflöte« erlebte die letzte Inszenierung des Werkes von Achim Freyer von 2006 an der Semperoper – Zeit, diesen Evergreen des Musiktheaters neu zu erzählen. Unter der Musikalischen Leitung des Ersten Gastdirigenten der Semperoper Omer Meir Wellber und in der Regie von Josef Ernst Köpplinger kam die Neuproduktion am 1. November 2020 heraus – einen Tag vor dem zweiten Lockdown als erste Premiere der Spielzeit und in einer pausenlosen Fassung von zwei Stunden Spieldauer. Während Omer Meir Wellber mit der Sächsischen Staatskapelle einen dynamischen und kristallklaren Mozartklang schuf, deutete Köpplinger Mozarts Oper als Coming-of-age-Geschichte Taminos, erzählt die fabelhafte Handlung aus den Augen eines Kindes und in ausdrucksstarken (Video)-Bildern, die die Welt von Fantasy und Science fiction gekonnt zitieren.

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Stücktrailer »Die Zauberflöte«

»L’Orfeo«

Claudio Monteverdis »L’Orfeo« gilt als die erste Oper der Musikgeschichte. In der Semperoper ist das epochemachende Werk bisher erst einmal szenisch aufgeführt worden, und das 1941 in der Bearbeitung von Carl Orff. Für die Neueinstudierung konnten mit dem Dirigenten Wolfgang Katschner und seinem Berliner Ensemble »Lautten Compagney« die wohl renommiertesten deutschen Interpreten der Musik der Monteverdi-Zeit für die Semperoper verpflichtet werden. Der junge Regisseur Nikolaus Habjan hat für seine Inszenierung des »L’Orfeo« ein Konzept mit lebensgroßen Puppen entwickelt. Die Aufführung konnte im Frühjahr 2021 nicht realisiert werden und wird in eine spätere Spielzeit verschoben. 

»Capriccio«

Neun der Opern Richard Strauss’ wurden in Dresden uraufgeführt – darunter »Salome«, »Elektra« und »Der Rosenkavalier«. Sein Konversationsstück für Musik »Capriccio« gehört nicht dazu, ist aber als musikdramatisches Vermächtnis des zur Zeit der Uraufführung 1942 bereits 78-jährigen Komponisten wichtiger Bestandteils des Repertoires der Semperoper und natürlich Herzensangelegenheit des Chefdirigenten Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle. Regisseur Jens-Daniel Herzog, der zuletzt mit seiner Deutung von »Die Meistersinger von Nürnberg« bei den Osterfestspielen Salzburger und in Dresden überzeugte, hat zusammen mit seinem Team eine Interpretation entwickelt, die Richard Strauss’ sehnsuchtsvollen Blick auf die Welt des Rokoko weiterdenkt hin zu einer Auseinandersetzung mit dem Erinnern als Weltflucht und Schutz vor den Zumutungen der Gegenwart.

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»Weiße Rose«

In Rückblenden und Traumbildern erzählt Udo Zimmermanns Kammeroper »Weiße Rose« von den letzten Stunden von Hans und Sophie Scholl, die als Mitglieder der gleichnamigen Widerstandsbewegung gegen den NS 1943 wegen vermeintlichen Hochverrats hingerichtet wurden. Die Neuinszenierung für Semper Zwei des Schweizer Regisseurs Stefan Grögler, der damit sein Debüt in Dresden gibt, ist die erste Inszenierung dieses Werks seit seiner Dresdner Erstaufführung 1987 – und immer noch ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen. Der Dresdner Udo Zimmermann, einer der bekanntesten zeitgenössischen europäischen Komponisten, schuf mit seinem 1986 in der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführten Werk eine der bis heute meistgespielten Kammeropern. Seine Opern »Levins Mühle« und »Der Schuhu und die fliegende Prinzessin« wurden an der Staatsoper Dresden uraufgeführt.

»Die Gespenstersonate«

Die 1984 in Berlin uraufgeführte Kammeroper »Die Gespenstersonate« von Aribert Reimann ist eine scharfsinnige und kluge Gesellschaftsanalyse, basierend auf einer Vorlage des Schweden August Strindberg. Aribert Reimann ist der wichtigste lebende deutsche Opernkomponist, dessen Shakespeare-Vertonung »Lear« ein Welterfolg war und der in der Spielzeit 2020/21 Capell-Compositeur der Sächsischen Staatskapelle war. Seine surreale »Gespenstersonate« beginnt als bizarre Tischgesellschaft, wird jedoch schnell zur bitterbösen Abrechnung, bei der die tiefen Abgründe und verborgenen Geheimnisse aller Beteiligten nach und nach ans Licht kommen. Die Regisseurin Corinna Tetzel sollte das Stück im Frühjahr 2021 auf die Bühne von Semper Zwei bringen, die Aufführung wird jedoch in eine spätere Spielzeit verschoben.

»Wie werde ich reich und glücklich?«

Mischa Spoliansky und sein Librettist Felix Joachimson fingen mit ihrer ironisch-jazzigen Kabarett-Revue »Wie werde ich reich und glücklich«, die 1930 an der Komödie am Kurfürstendamm in Berlin ihre Uraufführung feierte, Sorgen, Nöte aber auch den Lebensmut ihrer Krisen-Zeit auf – und verweisen auf die immer noch aktuellen Fragen nach Selbstoptimierung und Lebensglück. Die Dresdner Erstaufführung von Mischa Spolianskys Kabarett-Revue war für den 05. April 2020 auf Semper Zwei geplant und musste auf Grund der Corona-Pandemie verschoben werden. Im Juni 2021 erlebte die Inszenierung von Manfred Weiß ihre Premiere als Open air am Konzertplatz Weißer Hirsch. 

Pandemiebedingt auf spätere Spielzeiten verschoben

»Turandot«

Giacomo Puccinis letzte Oper »Turandot«, posthum 1926 uraufgeführt, ist in seiner Mischung aus Tragödie, Komödie und Märchen so einzigartig wie in ihrer schonungslosen Darstellung einer von Willkür, Zwang und Gewalt beherrschten Gesellschaft verstörend. Die französische Regisseurin Marie-Eve Signeyrole gilt als eine der zur Zeit spannendsden französischen Regisseurinnen, die als Filmregisseurin seit 2012 auch in der Oper Regie führt und 2019 für den Theaterpreis DER FAUST nominiert wurde. Ihre Inszenierung von »Turandot« hätte im Juli 2021, pünktlich zum 95. Jahrestag der deutschen Erstaufführung an der Semperoper stattfinden sollen, musste jedoch wegen der Pandemie verschieben werden

»Blues Brothers«

Der Film »Blues Brothers« von 1980 ist ein absoluter Kultfilm mit den beiden Hauptdarstellern James Belushi und Dan Aykroyd, der nicht zuletzt einer fast vergessenen Musikform zu neuem Leben verholfen hat: dem Blues. In der Fassung und Inszenierung von Manfred Weiß kommt die Geschichte der Blues-Brüder mit ihren Songs als kleine Hommage an die lebendige Blues-Szene der DDR auf die Bühne. Die Aufführung in Semper Zwei konnte im Januar 2021 nicht realisiert werden und wird in eine spätere Spielzeit verschoben.  

»Das schlaue Gretchen«

Musiktheater für Kinder wird an der Semperoper wichtig genommen. Die Kinderoper »Das schlaue Gretchen« wurde 2006 uraufgeführt und stammt aus der Feder des renommierten tschechischen Komponisten Martin Smolka, der diesmal für ein Orchester von dreizehn Musiker*innen, vier Sänger*innen und einen Schauspieler komponiert hat. Die Dresdner Erstaufführung inszeniert Andrea Kramer, Spezialistin für Kinder- und Jugendtheater, von der auf Semper Zwei bereits die erfolgreiche Inszenierung von »Schneewitte« zu erleben war. Die für das Frühjahr 2021 geplante Produktion musste wegen der Pandemie verschoben werden.

Spielzeit 2020/21

 

Saison 2020/21

Künstlerisches Konzept zur Premierenpräsentation

Gemälde von Cornelius Völker

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