20 Minuten aus der Semperoper Dresden

Pausengespräche

Ein Pausengespräch ist fast so spannend wie die Vorstellung selbst: Man tauscht sich über das Gehörte und Gesehene aus, stellt sich Fragen, erfährt Interessantes, manchmal auch Skurriles. In unregelmäßigen Abständen treffen sich Mitarbeiter*innen und Gäste aus der Welt der Semperoper für die Dauer einer Vorstellungspause und sprechen über aktuelle Themen, Besonderheiten des Opernbetriebes, Musik und Theater und alles, was dazu gehört.

Hier geht’s zu unseren Pausengesprächen aus dem Frühjahr 2020 im Rahmen der Kampagne »Semperoper zuhause«.

»Unternehmen und Stimmen wachsen und verändern sich«

Pausengespräch mit Ensemblemitglied Lawson Anderson

Lawson Anderson ist seit Beginn der Spielzeit 2019/20 Mitglied im Solistenensemble der Semperoper und interpretierte hier bereits unterschiedliche Rollen, darunter Angelotti in Giacomo Puccinis »Tosca« und Leporello in Wolfgang Amadeus Mozarts »Don Giovanni«. Dass er einmal beruflich als Sänger auf der Bühne stehen würde, stand für den US-amerikanischen Bassbariton und Unternehmensberater jedoch nicht von Anfang an fest. Im Gespräch mit Bianca Heitzer berichtet er von seinem beruflichen Werdegang, von musikalischen Vorbildern und von Klavierauszügen in Aktenkoffern.

Das Pausengespräch fand am 10. Mai 2021 statt.

»Es muss alles sprudeln wie Champagner«

Pausengespräch mit KS Christa Mayer und KS Georg Zeppenfeld zu Richard Strauss’ »Capriccio«

Als Sängerdarsteller*innen standen sie bereits häufig gemeinsam auf der Bühne, Christa Mayer und Georg Zeppenfeld. Diesmal treffen sie als Schauspielerin Clairon und Theaterdirektor La Roche im mondänen Salon der Gräfin Madeleine in der Neuproduktion von Richard Strauss’ letzter Oper »Capriccio« aufeinander.

Im Pausengespräch mit Johann Casimir Eule geht es, wie bei Richard Strauss auch, um die Frage nach der Bedeutung von Wort und Ton im Theater, aber auch um jene nach der Bedeutung der Kunst zur Zeit der Uraufführung und heute; darum, was gute zeitgenössische Oper ausmacht, um Abhängigkeiten und Machtgefüge in der Welt des Theaters – und ob ein Leben ohne Kunst sinnvoll sein kann.

Das Gespräch fand am 26. April 2021 statt.

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»Jeder Spitzenschuh wird handgefertigt!«

Pausengespräch mit dem Probendisponenten des Semperoper Ballett Henry Kupka

Er ist der wohl bekannteste Schuh der Welt und das elementare Arbeitsmittel einer klassischen Ballerina – auch in der kommenden Corona-Fassung von Aaron S. Watkins »Schwanensee«: der Spitzenschuh. 

Schon vor 200 Jahren hat er den Tänzerinnen das Aussehen überirdisch schwebender Wesen verliehen und seitdem die Ausdrucksmöglichkeiten des klassischen Balletts vollkommen verändert. Probendisponent und »Hüter der Spitzenschuhe« Henry Kupka erzählt im Gespräch mit Dramaturgin Juliane Schunke, wie er in punkto Schuhauswahl den ganz individuellen Bedürfnissen jeder der aktuell 36 Ballerinen des Semperoper Ballett und auch so manchem Mann gerecht wird.

Das Gespräch fand am 26. Februar 2021 statt.

»Planung eines weitaufgefächerten Programms«

Pausengespräch mit dem Künstlerischen Betriebsdirektor der Semperoper Björn Peters

Ein große Gruppe verschiedenster (Künstler*innen-)Persönlichkeiten muss der Künstlerische Betriebsdirektor Björn Peters in der Semperoper betreuen und zusammenhalten. Im Pausengespräch mit Susanne Springer, Leiterin der Abteilung Kommunikation & Marketing, erzählt er von der Herausforderung, viele verschiedene Abteilungen zu koordinieren mit dem Ziel, dass sich in der Semperoper fast allabendlich der Vorhang hebt.

Das Gespräch fand am 2. März 2021 statt.

»Er war ein unglaublich genialer Musikschöpfer«

Pausengespräch mit dem Musikalischen Leiter Wolfgang Katschner zu Claudio Monteverdis »L’Orfeo«

Der Lautenist und Spezialist für Alte Musik, Wolfgang Katschner, leitet die Dresdner Neuproduktion von Claudio Monteverdis Oper »L’Orfeo«. Im Gespräch mit Dramaturgin Bianca Heitzer erzählt er von seinem persönlichen Werdegang, den musikalischen Umbrüchen zu Monteverdis Zeit und den besonderen Orchesterinstrumenten in »L’Orfeo«.*

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Wie sehen Violonen und Zinken aus? Worum handelt es sich bei einer lautten compagney? Und hat Claudio Monteverdi mit »L’Orfeo« tatsächlich die erste Oper der Musikgeschichte geschrieben? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Wolfgang Katschner im Pausengespräch und erklärt spannende Hintergründe zur Entstehung und Uraufführung des Werks.

* Wir haben das Gespräch mit Wolfgang Katschner vor Beginn der Proben geführt, leider muss die szenische Aufführung pandemiebedingt in eine der kommenden Spielzeiten verschoben werden. Wir möchten das Pausengespräch aber dennoch senden und Ihnen schon vorab einen kleinen Einblick in diese Neuproduktion geben.

Das Gespräch fand am 6. Januar 2021 statt.

»Was hätte ich damals getan?«

Pausengespräch mit dem Regisseur Stephan Grögler zu »Weiße Rose«

Mit der Inszenierung von Udo Zimmermanns Kammeroper »Weiße Rose« gibt Regisseur Stephan Grögler sein Debüt in der Semperoper Dresden. Im Gespräch mit der Dramaturgin Bianca Heitzer erzählt er von seinen Erfahrungen mit dem Stück, von der Auseinandersetzung mit dem historischen Stoff und von seiner ersten Begegnung mit Udo Zimmermann.

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Wie inszeniert man eine intime Kammeroper wie die »Weiße Rose« und wie schafft man es, eine Rekonstruktion der historischen Vorbilder auf der Bühne zu vermeiden? Für Stephan Grögler dreht sich bei seiner Arbeit alles um die Frage »Was hätte ich damals getan?« und um das Ziel, die Zuschauer*innen miterleben und mitfühlen zu lassen. Dafür seien der Austausch im Team und das Einbringen eigener Erfahrungen und Emotionen besonders wichtig.

Im Gespräch tauschen sich Stephan Grögler und Bianca Heitzer auch über die Entstehungsgeschichte und den Aufbau des Stücks aus und sprechen über Wolfgang Willascheks Libretto und Udo Zimmermanns facettenreiche Musiksprache.

Das Gespräch fand am 11. November 2020 statt.

»Wann kommen endlich wieder die beiden aus der Oper?«

Pausengespräch mit den Musiktheater-Pädagoginnen der Semperoper Dresden

Seit Beginn der Spielzeit 2020/21 bilden Hannah Kawalek und Katrin Meraner das Team der Abteilung Education der Semperoper. Im Gespräch mit dem Dramaturgen Kai Weßler berichten sie, was Education in einem Opernhaus bedeutet, wie sie die Kunst der Oper in Dresdener Schulen vermitteln und was ihre Pläne sind. 

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Oper ist für alle da, das ist eine Grundüberzeugung der beiden Musiktheater-Pädagoginnen Hannah Kawalek und Katrin Meraner. Im Gespräch mit dem Dramaturgen Kai Weßler stellen sie sich vor und erzählen, wie sie Brücken zwischen dem Opernhaus und jungen Menschen an Schulen bauen.

Kunst als Erfahrung ist ein Schlüsselbegriff ihrer Arbeit, die in Vermittlung besteht, nicht in der Lehre über Kultur und Oper. Das Ziel der Arbeit mit Schüler*innen, so betonen die beiden, ist nicht so sehr das Ergebnis, sondern ein möglichst nachhaltiger Prozess. Und an dessen Ende kann dann durchaus auch eine öffentliche Aufführung stehen. 

Im Gespräch tauschen sich die beiden Pädagoginnen und der Dramaturg auch über die Gemeinsamkeiten ihrer Berufe aus, denn beide haben viel mit Vermittlungsarbeit zu tun. Aber wie kann man in den Zeiten des Corona-Lockdown überhaupt die Schulen erreichen? Welche Chance bietet Kulturvermittlung gerade in dieser Zeit? Hannah Kawalek und Katrin Meraner erzählen von ihren Online-Projekten – und von ihren Plänen für das kommende Frühjahr.

Das Gespräch fand am 11. Januar 2021 statt.

»So eine Krisensituation wollen wir festhalten, das macht Geschichte aus.«

Pausengespräch mit Janine Schütz, Leiterin des Historischen Archivs der Sächsischen Staatstheater

Die Semperoper hat schon viele Krisen hinter sich. Allein in den 10 Jahren zwischen 1914 und 1924 ist viel passiert: der Erste Weltkrieg, die Spanische Grippe, die Inflation und der Tod des Generalmusikdirektors Ernst von Schuch. Bis heute zeugen die im Historischen Archiv der Sächsischen Staatstheater aufbewahrten Dokumente von dieser Geschichte. Aber wie wertet man diese Dokumente aus? Und wie dokumentiert man überhaupt eine Krise, wie es sie auch aktuell durch die Covid-19-Pandemie gibt? Unsere Social Media-Managerin Birgit Nockenberg spricht darüber mit Janine Schütz, der Leiterin des in Deutschland einzigartigen Historischen Archivs der Sächsischen Staatstheater.

Bitte klicken Sie auf »weiterlesen«, um einige der im Gespräch erwähnten Archivmaterialien anzuschauen.

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Die ältesten Theaterzettel im Bestand des Archivs der Sächsischen Staatstheater, »Gulistan oder Der Hulla von Samarcanda Dalayrac« vom 30. Oktober 1821 (Oper) und »Hamlet« vom 6. November 1817 (Schauspiel) sowie der Anschlag am Königlichen Hoftheater zur Schließung während der Spanischen Grippe vom 24. Oktober 1918:

Ältester Theaterzettel der Staatsoper im Bestand des Historischen Archivs: »Gulistan oder Der Hulla von Samarcanda Dalayrac«, 30. Oktober 1821Ältester Theaterzettel des Staatsschauspiels im Bestand des Historischen Archivs: »Hamlet«, 6. November 1817Ein Anschlag am Königlichen Hoftheater informiert über die Schließung während der Spanischen Grippe, 24. Oktober 1918.

© Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater

Das Gespräch fand am 18. Dezember 2020 statt.

»Im Theater kann man zaubern«

Pausengespräch mit der Spielleiterin und Regieassistentin Gunda Mapache

Gunda Mapacha ist Spielleiterin und Regieassistentin an der Semperoper. Im Gespräch mit Kai Weßler erklärt sie, wie man eine Operninszenierung lebendig hält, warum der zweite Akt von »La bohème« so kompliziert ist und wie man bald wieder trotz erhöhter Hygienebestimmungen Solist*innen und Chorist*innen über die Bühne bewegen kann.

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Was genau machen eigentlich die Spielleiter*innen der Semperoper, und was ist der Unterschied zu ihrer Arbeit als Regieassistent*in? Wie sieht ein Regiebuch aus, und warum ist es für ein Opernhaus so wichtig? Am Beispiel von Christine Mielitz’ Inszenierung von »La bohème«, der ältesten Inszenierung im Repertoire der Semperoper, erklärt Gunda Mapache, wie man eine mehrere Jahrzehnte alte Inszenierung immer wieder frisch hält – und was mit den Jahren so passieren kann. 

Nachdem die Spielleiter*innen normalerweise dafür sorgen, dass die Inszenierungen immer gleich erhalten bleiben, stellt die Corona-Krise Gunda Mapache und ihre Kolleg*innen vor ganz neue Herausforderungen: Sie passen Opern an neue Hygienebestimmungen und kürzerer Spieldauer an. Aber kann man mit Abstand noch Opern aufführen? Gunda Mapache berichtet von kreativen Lösungen – und verrät noch ein kleines Bühnengeheimnis der »bohème«-Inszenierung. 

Das Gespräch fand am 25. November 2020 statt.

»Pausen sind ein ganz wichtiges Gestaltungsmittel«

Pausengespräch mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer Wolfgang Rothe

Im Pausengespräch mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer der Sächsischen Staatstheater, Wolfgang Rothe, ist der Titel Programm: Ob Lieblingspausen in der Musik, Spaziergänge um den Zwingerteich, liebste, kürzeste oder längste Pausen, Entspannungsübungen und kurze Nächte – die Pause ist es wert aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet zu werden. Wolfgang Rothe wirft gemeinsam mit der Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing, Susanne Springer, einen differenzierten Blick auf die Chancen und Risiken der unterschiedlichen Pausen, die das Leben und die Arbeit in der Semperoper vorhalten.

Das Gespräch fand am 27. November 2020 statt.

»Flexibilität bekommt eine ganz neue Definition«

Pausengespräch mit Intendant Peter Theiler

Den ersten Lockdown hat die Semperoper gemeistert. In Bezug nun auf die Schließung von Theater- und Konzerthäusern im neuerlichen Lockdown kann man fast täglich neue Statements, Meinungen und Argumente über das Für und Wider lesen. Was neben dieser Diskussion aber immer weiterläuft, ist der Probenbetrieb in der ambivalenten Situation, heute etwas entscheiden zu müssen, bei dem man noch nicht weiß, ob es morgen stattfinden wird.  – Eine Momentaufnahme mit Intendant Peter Theiler und Dramaturgin Juliane Schunke.

Das Gespräch fand am 12. November 2020 statt.

»Nie hat man mehr Adrenalin!«

Pausengespräch mit Nikola Hillebrand zu »Die Zauberflöte«

Nikola Hillebrand ist seit Beginn der Spielzeit 2020/21 im Ensemble der Semperoper engagiert und singt als ihre erste Premiere die Königin der Nacht in Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Zauberflöte«. Im Gespräch mit Dramaturg Kai Weßler erzählt sie von der Herausforderung dieser sehr außergewöhnlichen Rolle.

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Ungewöhnlich ist die Rolle der Königin der Nacht, weil hier einmal der hohe Sopran die »böse« Figur ist, nachdem die Königin der Nacht als durchaus positive Figur eingeführt wurde. Ungewöhnlich ist die Kürze dieser wichtigen Rolle, und ungewöhnlich ist auch, dass die Königin ihrem Gegenspieler Sarastro im ganzen Stück nicht begegnet.

Nikola Hillebrand erzählt von der großen Entwicklung, die die Figur im Laufe der Oper durchläuft, obwohl sie nur so wenige Auftritte hat. Sie berichtet außerdem, wie sich eine Sängerin den Ausgleich zu dieser extremen Partie sucht und wie die Einsamkeit der Königin der Nacht sich für die Sängerin bei den Vorstellungen auswirkt – und was ihre größte Angst bei einer »Zauberflöten«-Vorstellung ist.

Das Gespräch fand am 29. Oktober 2020 statt.