Oper

Doktor Faust

Ferruccio Busoni

Dichtung für Musik in zwei Vorspielen, einem Zwischenspiel und drei Hauptbildern Nach Skizzen des Komponisten ergänzt und vollendet von Antony Beaumont (1984) In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Kommen Sie näher, treten Sie ein – in die wundersame Welt des Doktor Faust! Ein bisschen erinnert sie vielleicht an eine Zaubershow, diese »Dichtung in Musik« von Ferruccio Busoni, ganz elementar aber an das Puppenspiel, auf das der Autor selbst hinweist. Denn an einer Überzeugung ließ der Italo-Deutsche nicht rütteln: »Das Theater ist richtig, wenn es einen Gegensatz zum Leben bietet: Das gibt, was das Leben nicht hat.« Für Busoni hieß das: Magie. Für sein Opus magnum bedeutete es: Faust.

Keinen Geringeren als den Prototypen unstillbarer Wissensgier stellte Busoni in den Mittelpunkt seiner »Oper, die keine Oper ist«: das Genie, das sich mit irdischem Wissen nicht zufrieden geben will, den Urtypus des ewig Suchenden, der sich auf einen Pakt mit Mephistopheles einlässt und am Ende – ja, was – verdammt wird? Erlöst wird? Eine Position jenseits von Gut und Böse gewinnt? Faust diente dem Komponisten zur praktischen Umsetzung seiner neuen Opernästhetik: Selbstständig sollte die Musik sein, wundersam der Inhalt und desillusionierend die Darstellung. Ergebnis war ein so vielschichtiges wie herausforderndes Stück Musiktheater, das bis zu Busonis Tod und der Uraufführung in Dresden 1925 rätselhaftes Fragment blieb – ganz im Sinne der Intention des Dichters: »Die Bühne zeigt vom Leben die Gebärde, / Unechtheit steht auf ihrer Stirn geprägt; / auf dass sie nicht zum Spiegel-Zerrbild werde, / als Zauberspiegel wirk’ sie schön und echt; / gebt zu, dass sie das Wahre nur entwerte, / dem Unglaubhaften wird sie erst gerecht.«

Zusammenfassung

Kommen Sie näher, treten Sie ein – in die wundersame Welt des Doktor Faust! Ein bisschen erinnert sie vielleicht an eine Zaubershow, diese »Dichtung in Musik« von Ferruccio Busoni, ganz elementar aber an das Puppenspiel, auf das der Autor selbst hinweist. Denn an einer Überzeugung ließ der Italo-Deutsche nicht rütteln: »Das Theater ist richtig, wenn es einen Gegensatz zum Leben bietet: Das gibt, was das Leben nicht hat.« Für Busoni hieß das: Magie. Für sein Opus magnum bedeutete es: Faust.

Keinen Geringeren als den Prototypen unstillbarer Wissensgier stellte Busoni in den Mittelpunkt seiner »Oper, die keine Oper ist«: das Genie, das sich mit irdischem Wissen nicht zufrieden geben will, den Urtypus des ewig Suchenden, der sich auf einen Pakt mit Mephistopheles einlässt und am Ende – ja, was – verdammt wird? Erlöst wird? Eine Position jenseits von Gut und Böse gewinnt? Faust diente dem Komponisten zur praktischen Umsetzung seiner neuen Opernästhetik: Selbstständig sollte die Musik sein, wundersam der Inhalt und desillusionierend die Darstellung. Ergebnis war ein so vielschichtiges wie herausforderndes Stück Musiktheater, das bis zu Busonis Tod und der Uraufführung in Dresden 1925 rätselhaftes Fragment blieb – ganz im Sinne der Intention des Dichters: »Die Bühne zeigt vom Leben die Gebärde, / Unechtheit steht auf ihrer Stirn geprägt; / auf dass sie nicht zum Spiegel-Zerrbild werde, / als Zauberspiegel wirk’ sie schön und echt; / gebt zu, dass sie das Wahre nur entwerte, / dem Unglaubhaften wird sie erst gerecht.«

Ausführliche Inhaltsangabe

Vorspiel I
Am Ende seines Lebens angekommen, verzweifelt über sein Unwissen und das bisher Erreichte, erfährt Faust von seinem Assistenten Wagner, dass drei Studenten aus Krakau gekommen sind, um ihm das magische Buch »Clavis Astartis Magica« als Geschenk zu überreichen. Dieses Buch eröffnet Faust einen neuen Weg auf der Suche nach Wissen und Erkenntnis.

Vorspiel II
Um Mitternacht beschwört Faust mit Hilfe des Buches fünf Geister herauf. Doch seine Frage, wie schnell sie seine Wünsche erfüllen können, weiß keiner von ihnen befriedigend zu beantworten. Als er die Hoffnung schon beinah aufgegeben hat, erscheint ungefragt ein sechster Geist: Mephistopheles. Er ist schnell wie des Menschen Gedanken und damit Fausts Ansprüchen genügend. Genie und Erfüllung soll er ihm geben, aber auch das Leiden des Menschen – Faust will die ganze Welt erfahren. Mephistopheles verlangt, dass Faust ihm hernach für alle Ewigkeit dienen solle. Nur widerwillig lässt sich Faust auf den Handel ein, doch er erkennt, dass nur der Teufel ihn noch vor den Gläubigern und Pfaffen retten kann. Nachdem er seinen Namen mit Blut unter den Vertrag gesetzt hat, ermordet Mephistopheles mit einem Handstreich Fausts Widersacher.

Intermezzo
Ein Soldat, der Bruder des von Faust verführten und getöteten Mädchens, Gretchen, beschwört in der Kirche Gott, den Schuldigen zu bestrafen. Faust befiehlt Mephistopheles, den Verzweifelten zu töten. Als Mönch verkleidet kündigt der daraufhin dem Soldaten seinen Tod an und lässt ihn durch eine Patrouille noch in der Kirche ermorden.

Hauptspiel – Erstes Bild
Zur Ablenkung führt Mephistopheles Faust nach Parma auf das Hochzeitsfest des Herzogs und der Herzogin. Faust will die Herzogin für sich erobern und lässt für sie lauter Erscheinungen berühmter Liebespaare entstehen. Er umwirbt die Herzogin und fordert sie auf, ihm zu folgen. Eifersüchtig beendet der Herzog das Spiel und lädt alle zum Bankett. Mephistopheles warnt Faust vor der Rache des Herzogs. Die Herzogin kann dem Ruf Fausts nicht widerstehen und flieht gemeinsam mit ihm. Mephistopheles verhindert, dass der rasende Herzog das Paar verfolgt.

Hauptspiel – Zweites Bild
Zurück in seiner Heimat trinkt Faust mit Studenten in einer Schenke. Sie wollen von den Abenteuern Fausts hören, vor allem von seinen Erfahrungen mit den Frauen. Faust erzählt von der Herzogin. In diesem Moment erscheint Mephistopheles und berichtet, die Herzogin sei gestorben. Als Vermächtnis habe sie ihm, Faust, ihr gemeinsames Kind zukommen lassen wollen. Doch Mephistopheles erzählt, dass das Kind auf dem Weg gestorben sei und wirft ein Bündel auf den Tisch, das sich jedoch als Strohwisch entpuppt. Mephistopheles verbrennt das Stroh und lässt aus dem Rauch das Bild der schönen Helena entstehen. Erotisiert versucht Faust nach der Gestalt zu greifen, doch er vermag es nicht. Er muss einsehen, dass der Mensch dem Vollkommenen nicht gewachsen ist. Die drei Studenten aus Krakau erscheinen wieder und fordern das magische Buch zurück. Doch er hat es zerstört und die Studenten kündigen ihm für Mitternacht das Ende seines Lebens an, das Faust nun beinah freudig erwartet.

Hauptspiel – Letztes Bild
Ein Nachtwächter verkündet die nahende Mitternacht. Wagner hat mittlerweile den Lehrstuhl Fausts an der Universität übernommen und wird von den Studenten für seine Fähigkeiten hoch gepriesen. Faust irrt durch die Straßen. In einer Bettlerin, der er seinen letzten Besitz schenken möchte, erkennt er entsetzt die Züge der Herzogin. Er solle sein Werk vor Mitternacht vollenden, beschwört sie ihn und übergibt ihm den Leichnam des gemeinsamen Kindes. Fausts Gebete bleiben unbeantwortet, doch Faust selbst überwindet die Grenze des Menschlichen und lässt seinen Geist und Willen auf sein Kind übergehen.

Making-of »Doktor Faust«

Auf dem Weg zur Premiere: Wir begleiten das Inszenierungsteam um Keith Warner während der Konzeptionsprobe und schauen bei der szenischen und musikalischen Probe mit Lester Lynch und Mark Le Brocq auf der Probebühne vorbei.

In der aktuellen Saison keine Vorstellungen.