Verehrtes Publikum,


endlich ist es so weit! Nach drei Jahren intensiver Vorbereitung liegt das erste Jahresheft meiner Intendanz an der Semperoper Dresden vor. Viele von Ihnen werden es bereits mit Spannung erwartet haben, mich selbst erfüllt es zuerst einmal mit Respekt und Dankbarkeit.

Es ist Herausforderung und Freude, für solch ein traditionsreiches Haus mit seinen hochqualifizierten Mitarbeiter*innen, exzellenten Kollektiven wie dem Staatsopernchor und herausragenden Künstler*innen ein Programm entwickeln zu können. Und ich schätze mich glücklich, mit Christian Thielemann und der Staatskapelle Dresden einen weltweit berühmten Klangkörper an meiner Seite zu wissen sowie mit Aaron S. Watkin einen hoch ambitionierten und international erfolgreichen künstlerischen Leiter des Semperoper Ballett in Dresden zu haben. Der junge, international gefragte Dirigent Omer Meir Wellber ist in Dresden kein Unbekannter. Nun ist es gelungen, ihn zum ersten Gastdirigenten der Sächsischen Staatsoper zu berufen. Herzlich willkommen.

In der Beschäftigung mit der wechselhaften und überaus klangvollen Geschichte des Musiktheaters in Dresden erschien mir die Semperoper bisweilen wie der berühmte Phönix der antiken Mythologie, der sich immer wieder von Neuem und aus eigener Kraft aufschwingt, um umso prächtiger und neu geboren dem Feuer zu entsteigen ... Und darum geht es auch in unserem Tun im Theater: Wir schöpfen aus der Tiefe der Geschichte und der Geschichten, erzählen Altes und Vertrautes neu und gegenwärtig, wissen, dass das Alte manchmal untergehen muss, damit Neues entstehen und glänzen kann.

In diesem Sinne fühle ich mich der großen Tradition der Semperoper verpflichtet. Das Erbe, das sich vor allem mit Komponisten wie Wagner und Strauss verbindet, wird selbstverständlich weiter gepflegt. Aber auch Mozart und Gluck, Werke des Barock und der französischen Grand opéra sowie des slawischen Raumes werden wir erkunden; außerdem sollen neben Opern so genannter verfemter Komponisten auch Schlüsselwerke des 20. Jahrhunderts wie der zeitgenössischen Oper und Uraufführungen erklingen; im Laufe der Jahre werden sich daraus reichhaltige Programm- und Verbindungslinien auf der Weltkarte des Musiktheaters ergeben, die vor allem von einem geprägt sind: von der Lust an der Entdeckung, der Neugierde auf den Schatz der musikalischen Schöpfungen und der tiefen Überzeugung, dass das Musiktheater als über 400 Jahre alte europäische Kunstform gerade heute zu uns spricht und seine Relevanz für unsere Zeit durch seine Unmittelbarkeit der Emotionalität, kritische Humanität und Universalität beweist. 
So werden wir auf der einen Seite die Internationalität und Exzellenz des Hauses weiter stärken, indem wir international tätige Regisseur*innen, Sänger*innen und Dirigent*innen nach Dresden einladen und weltweit mit Theatern kooperieren. Auf der anderen Seite entwickeln wir die Angebote für Dresden und die Region, u.a. durch einen Ausbau der Education- und anderer Vermittlungsformate sowie der Angebote für Kinder und Jugendliche, weiter.

Bevor Sie sich nun auf Entdeckungsreise durch das Jahresheft begeben, möchte ich mich an dieser Stelle noch bedanken. Vom ersten Moment an wurde ich von den Mitarbeiter*innen der Semperoper und von den Vertreter*innen der Politik und Stadtgesellschaft mit Neugierde, Offenheit und Herzlichkeit aufgenommen. Mein Dank für das Vertrauen und die bereits hervorragend geleistete Unterstützung gilt vor allem Frau Dr. Eva-Maria Stange, der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, meinem Vorgänger Wolfgang Rothe, der mir als Kaufmännischer Geschäftsführer ein wichtiger Partner bleibt, und seinem Team, Jan Seeger und den fantastischen technischen Gewerken, Björn Peters und den künstlerischen Planungsbüros, Ronald Adler für seine Besetzungsexpertise, Susanne Springer und Doris Schneider von den Abteilungen Kommunikation und Marketing sowie Vertrieb und Manfred Weiß als Leiter von Semper Zwei.

Zu guter Letzt freue ich mich, dass wir mit Andreas Mühe einen der spannendsten Fotokünstler der Gegenwart gewinnen konnten, der exklusiv zu den Premieren der Semperoper Dresden eine Bildstrecke mit zum Teil in Dresden neu fotografierten Motiven entwickelt hat. Und nun: auf die Semperoper 2018/19!

Herzlich, Ihr

Peter Theiler
Intendant der Sächsischen Staatsoper Dresden

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