Oper

Mathis der Maler

Paul Hindemith

Oper in sieben Bildern In deutscher Sprache mit Übertiteln

Mathis ist ein erfolgreicher Maler. Als Regina und Schwalb in sein Leben treten, die als Aufständische gegen die verordnete Armut kämpfen, gerät sein Gewissen in Bedrängnis: »Ist, dass Du schaffst und bildest, genug?« Er stürzt sich in den Kampf. Doch sein Idealismus zerbricht an der Realität des Krieges, er bleibt als Künstler zurückgeworfen auf das Ringen um Relevanz und als Mensch am Lebensende auf sich selbst. Alte Volkslieder, Streitgesänge aus der Reformationszeit und der gregorianische Choral bildeten Paul Hindemiths musikalische Inspiration zu einem großen Werk, das eindringlich auch seinen persönlichen Konflikt im Deutschland der 1930er-Jahre spiegelt.

Extra: Hintergründe zur Entstehung der Oper und Interview mit Markus Marquardt

Zusammenfassung

Mathis ist ein erfolgreicher Maler. Als Regina und Schwalb in sein Leben treten, die als Aufständische gegen die verordnete Armut kämpfen, gerät sein Gewissen in Bedrängnis: »Ist, dass Du schaffst und bildest, genug?« Er stürzt sich in den Kampf. Doch sein Idealismus zerbricht an der Realität des Krieges, er bleibt als Künstler zurückgeworfen auf das Ringen um Relevanz und als Mensch am Lebensende auf sich selbst. Alte Volkslieder, Streitgesänge aus der Reformationszeit und der gregorianische Choral bildeten Paul Hindemiths musikalische Inspiration zu einem großen Werk, das eindringlich auch seinen persönlichen Konflikt im Deutschland der 1930er-Jahre spiegelt.

Extra: Hintergründe zur Entstehung der Oper und Interview mit Markus Marquardt

Ausführliche Inhaltsangabe

Erstes Bild
Der erfolgreiche Maler Mathis zweifelt. Am Ende seiner einjährigen Schaffensklausur, die ihm sein Mäzen, der Kardinal Albrecht von Brandenburg, ermöglicht hat, sinnt er über den Wert seiner Arbeit nach: »Ist, dass Du schaffst und bildest, genug?« Die gleiche Frage stellt ihm angesichts des erlebten Leides provokant der Bauernführer Hans Schwalb, der von Soldaten des Bundesheeres verfolgt wird. Mit seiner Tochter Regina findet er bei Mathis Zuflucht. Regina rührt etwas in Mathis an, er schenkt ihr ein Band, bevor die Flüchtigen mit seiner Hilfe entkommen. Den Verfolgern unter Führung von Sylvester von Schaumburg gesteht er die Hilfe für die Aufständischen und wird beim Kardinal in Mainz dafür einstehen.

Zweites Bild
Mainz beherbergt Lutheraner und Papisten gleichermaßen. Noch kann der tolerante und kunstverständige Kardinal Albrecht dem heftigen Konflikt Einhalt gebieten. Doch zunehmend erliegt er dem Druck seiner Berater Capito und Pommersfelden, die jeweils ihre eigenen Ziele verfolgen. Albrecht braucht Geld. Seine neu erworbene Reliquie benötigt einen neuen kostbaren Schrein, nun verlangen die Bundesgenossen noch teure Waffenhilfe gegen die Rebellen. Der reiche Lutheraner Riedinger bietet ihm finanzielle Unterstützung an, Albrecht will dafür die von Rom geforderte Verbrennung ketzerischer Bücher untersagen. Doch dem kulturlosen Befehl vermag er sich am Ende nicht zu widersetzen. Riedingers Tochter Ursula und Mathis sind sich seit langem sehr nahe und freuen sich des Wiedersehens, doch Ursula spürt, dass ihr der Maler entgleitet. Albrecht verteidigt Mathis angesichts der Anklage durch Sylvester von Schaumburg, doch er mahnt Mathis, sich weiter ausschließlich der Kunst zu widmen. Angesichts der augenscheinlichen Unfreiheit kontert der mit Aufbegehren und quittiert seinen Dienst mit den Worten: »Meiner Brüder Angstschrei lähmt mir die Hand. … Nie mehr einen Strich!« Er wird sich den Aufständischen anschließen.

Drittes Bild
Die Lutheraner verstecken ihre Bücher in Riedingers Haus, doch die Konfiszierung nimmt ihren Lauf. Capito versucht aus der Situation Kapital zu schlagen und übergibt den Protestanten einen Brief Luthers an den Kardinal. Folgte das Bistum Luthers Forderung nach Verweltlichung, könnte der Kardinal heiraten. Wenn Ursula Albrecht heiraten würde, wäre das die Vermählung von Geld und Macht. Aber Ursula hofft immer noch auf Mathis. Mathis entscheidet sich gegen seine Liebe zu Ursula, um in den Kampf gegen Unrecht und Armut zu ziehen. Sie verabschieden sich, Ursula wird sich mit blutendem Herzen der Sache der Protestanten widmen.

Viertes Bild
Die Aufständischen ermorden brutal den Grafen Helfenstein als Vertreter der herrschenden Klasse. Mathis schützt voll Entsetzen ob des bedingungslosen Hasses und der Gewalt die Gräfin. Sofort richtet sich der Mob gegen ihn, Schwalb und Regina müssen rettend eingreifen. Das Bundesheer schlägt die Rebellion nieder, Schwalb fällt. Mathis, nunmehr von der Gräfin Helfenstein vor dem Tod bewahrt, verlässt mit Regina das Schlachtfeld.

Fünftes Bild
Die Protestanten arrangieren ein Treffen zwischen Albrecht von Brandenburg und Ursula Riedinger zur Konkretisierung der Heiratspläne. Albrecht ist entsetzt, wirft Ursula vor, dass sie sich gegen ihr eigenes Herz für die Sache der Protestanten instrumentalisieren ließe. Doch Ursula handelt aus eigenem Antrieb, klug und aufrichtig schildert sie ihre klare Haltung, die Sorge vor weiterer Gewalt. Stark beeindruckt von ihrer tiefen Überzeugung und Haltung entschließt er sich, Prunk und Macht den Rücken zu kehren. Er wird nicht heiraten, sich von seinen Ämtern und der Welt zurückzuziehen.

Sechstes Bild
Regina trauert um ihren Vater. Mathis beruhigt sie mit einer Erzählung über musizierende Engel, jene Engel, die er für den Isenheimer Altar gemalt hat. Regina schläft ein, Mathis ist verzweifelt. Was ist aus dem Künstler des Isenheimer Altars geworden nach allem, was er auf dem Schlachtfeld des Lebens erlebt hat? In einer Vision wird er konfrontiert mit seinen eigenen Bildern. Ihm erscheinen Menschen, die ihn bewegt haben, in wandelbaren Gestalten: die Gräfin, Ursula, Capito, Schwalb. Mathis erfährt durch sie die Versuchungen des Reichtums, der Macht, des Wissens und der Sinneslust, wird gequält von seinen eigenen Dämonen, bis ihm Albrecht erscheint, der ihm den Weg seiner Bestimmung weist: »Gehe hin und bilde!«

Siebtes Bild
Mathis hat sich mit Ausschließlichkeit in seine Kunst gestürzt, so lange seine Kraft reichte. Nun wacht Ursula über seinen erschöpften Schlaf. Regina geht dem Tod entgegen, sie gibt Ursula das Band, das diese Mathis zurückgeben soll zur Erinnerung. Ursula erkennt darin angerührt ihr einstiges Liebespfand. Albrecht bietet Mathis noch einmal ein Leben unter seinem Schutz an, doch Mathis sieht darin keinen Sinn mehr. Er ordnet seine Dinge und bereitet sich darauf vor, zu gehen. 

Making-of »Mathis der Maler«

Werkeinführung, Bühnenprobe, Interviews mit dem Regieteam und den SängerInnen: Die Filme begleiten das Entstehen der Inszenierung und ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen.

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