Dreiteiliger Ballettabend
Premiere
3. Juni 2023,
Keine weiteren Vorstellungen in der aktuellen Spielzeit.
Premierenbesetzung
- Choreografie, Bühnenbild und Licht William Forsythe
- Musik Thom Willems
- Kostüme Issey Miyake, Yumiko Takeshima
- Bühnen- und Beleuchtungseinrichtung Tanja Rühl
- Einstudierung Laura Graham
- Kanako Fujimoto, Chantelle Kerr, Sangeun Lee, Courtney Richardson, Susanna Santoro, Ayaha Tsunaki, Gustavo Chalub, Marco Giombelli, Joseph Gray, Gareth Haw, Skyler Maxey-Wert, Rodrigo Pinto, Francesco Pio Ricci
- Tänzerin im weißen Kleid Duosi Zhu
- Choreografie Sharon Eyal
- Co-Choreografie Gai Behar
- Musik Ori Lichtik
- Kostüme & Maske Rebecca Hytting
- Licht Alon Cohen
- Einstudierung Clyde Emmanuel Archer
- Alejandro Azorín, Anthony Bachelier, Thomas Bieszka, Francesca Cesaro, Aidan Gibson, Johannes Goldbach, Jenny Laudadio, Swanice Luong, Anicet Marandel, Casey Ouzounis, Nastazia Philippou, Madison Whiteley
- Choreografie Nacho Duato
- Musik Karl Jenkins
- Bühnenbild Jaffar Chalabi
- Kostüme Lourdes Frías
- Licht Joop Caboort
- Einstudierung Gentian Doda
- Christian Bauch, Svetlana Gileva, Ilaria Ghironi, SeoHyeon Jeong, Kristóf Kovács, Zarina Stahnke
Musik vom Tonträger
Projekt Partner: Sparkassen-Finanzgruppe Sachsen, Ostsächsische Sparkasse Dresden, Sparkassen-Versicherung Sachsen, LBBW
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Stücktrailer
White Darkness
Der mehrteilige Abend des Semperoper Ballett bietet eine emotionale Tour de Force durch die jüngere Tanzgeschichte. Der Abend beginnt mit The Second Detail, einem modernen Klassiker aus dem Jahre 1991 von William Forsythe (*1949), der virtuos die Formen- und Bewegungssprache des klassischen Balletts an die Grenzen des Gleichgewichts und der Raumorientierung treibt. Mit Half Life von 2017 stellt sich die israelische Choreografin Sharon Eyal (*1951) zum ersten Mal in der Semperoper mit einer ihrer dem Anschein nach direkt einer Techno-Nacht entsprungenen, energiegeladenen Arbeiten vor. Den Abschluss bildet die aus Trauer um seine verstorbene Schwester geschaffene Choreografie White Darkness des Spaniers Nacho Duato (*1957) aus dem Jahr 2001. Ein Requiem voller Schmerz und Hinwendung zu einem Menschen, der den Glauben an die Liebe verloren hat und das Vergessen sucht. Ein intensiver Abend, der den Tanz als Ausdruck von Formwille, Lebensfreude wie auch tiefstem Mitgefühl feiert.
Making-of
White Darkness – Making-of (3)
Den Abschluss des Ballettabends White Darkness bildet das dem Tanzabend titelgebende Stück White Darkness des für seine Arbeiten – unter anderem mit dem Prix Benois de la Danse for Best Choreographer – international ausgezeichneten Spaniers Nacho Duato. Sein in der Trauerzeit um seine verstorbene Schwester kreiertes und 2001 von der Compañía Nacional de Danza Madrid uraufgeführtes Tanz-Requiem erzählt intensiv von Liebe, Verlustschmerz und Mitgefühl, aber auch von der Suche nach Lebensfreude und Hoffnung im Tanz. Die Musik zu White Darkness schuf mit Karl Jenkins einer der meistaufgeführten Komponisten im Bereich Klassik-Crossover, Weltmusik und New Age. Als ehemaliges Mitglied der Jazz-Rock-Gruppe Soft Machine und weltweit mit Doktortiteln gewürdigter Musiker verweist der Waliser auf ein silber-, gold- und platinveredeltes Oeuvre.
Making-of
White Darkness – Making-of (2)
Half Life stellt erstmals eine Arbeit der israelischen Choreografin Sharon Eyal in der Semperoper vor. Auch sie darf sich als ehemalige Tänzerin und Hauschoreografin der Batsheva Dance Company und Mitbegründerin des Ensembles L-E-V zu den führenden Kunstschaffenden der zeitgenössischen Tanzszene zählen. In ihrer 2017 für das Königlich Schwedische Ballett Stockholm kreierten Arbeit fordert sie die Tänzer*innen bis an die physischen Grenzen des individuellen Ausdrucks, um das Ensemble endlich zu den Beats des Musikers Ori Lichtik – einem der Gründungsväter der israelischen Technoszene – zu einem gleichlautenden dynamischen Organismus verschmelzen zu lassen.
Making-of
White Darkness – Making-of (1)
Den dreiteiligen Ballettabend White Darkness eröffnet die 1991 in Kanada uraufgeführte und bereits zu den Ballettklassikern der Moderne geltende Arbeit The Second Detail von William Forsythe, einem der bedeutendsten gegenwärtigen Choreografen und Begründer der The Forsythe Company. Basierend auf den Paradigmen des klassischen Balletts entwarf Forsythe seine von der Bewegungssprache der Neoklassik und des Ausdruckstanzes beeinflusste und in einer ironisch anmutenden Wendung gipfelnde Choreografie. Das synästhetische Kunstwerk erfährt weitere sinnliche Höhepunkte unter anderem in dem von Stardesigner Issey Miyake für die Solistin entworfenen Tanzkleid und dem vom niederländischen Komponisten und Spezialisten für elektronische Musik Thom Willems arrangierten Score.

Galerie
Bildergalerie
Werkeinführung
Der Ballettabend White Darkness präsentiert drei Kreationen, die dazu einladen, den Ballett-Begriff neu zu denken: William Forsythes Ensemblestück The Second Detail (1991) bricht das traditionelle Ballett-Vokabular auf und erweitert es durch rhythmische wie auch geometrische Verschachtelungen. Dagegen experimentiert Sharon Eyals Half Life (2017) mit der sinnlich pulsierenden Gruppendynamik eines sich kontinuierlich neu formenden Schwarms, der im Sog einer minimalistischen Techno-Kollage zu versinken scheint. Den Schluss des Dreiteilers bildet Nacho Duatos assoziatives Ballett White Darkness (2001), das seine Protagonistin auf der Suche nach Freude und Hoffnung vom leichtsinnigen Spiel mit Drogen, in eine Abhängigkeit und schließlich in eine unkontrollierbare Sucht geraten lässt, in deren düsterer Abwärtsspirale sie sich am Ende verliert. Weitere Details rund um diese Produktionen liefert Ballettdramaturgin Regina Genée.











