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Die Zauberflöte

Aufzeichnung aus der Semperoper Dresden

Große Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Emanuel Schikaneder

Die Inszenierung wurde unter Berücksichtigung der aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln erarbeitet.

Ermöglicht mit außerordentlicher Unterstützung der Stiftung Semperoper – Förderstiftung.

Eine Produktion der ARMIDA FILM GmbH im Auftrag der Semperoper Dresden als Teil des Netzwerks ARTE Opera.

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Musikalische Leitung Christoph Gedschold
Inszenierung Josef E. Köpplinger
Mitarbeit Regie Maximilian Berling
Bühnenbild & Video Walter Vogelweider
Kostüme Dagmar Morell
Licht Fabio Antoci
Chor Jonathan Becker
Choreografie Ricarda Regina Ludigkeit
Dramaturgie Johann Casimir Eule

Besetzung  

Sarastro René Pape
Königin der Nacht Nikola Hillebrand
Pamina Evelin Novak
Tamino Klaus Florian Vogt
Papageno Sebastian Wartig
Erste Dame Menna Cazel
Zweite Dame Anna Kudriashova-Stepanets
Dritte Dame Michal Doron
Monostatos Aaron Pegram
Sprecher Alexandros Stavrakakis
Papagena Julia Muzychenko
Erster Priester Doğukan Kuran
Zweiter Priester Gerald Hupach
Erster Geharnischter Jürgen Müller
Zweiter Geharnischter Lawson Anderson
Drei Knaben Ludwig Haenchen, Anton Kempe, Errel Rodzinka (Mitglieder des Dresdner Kreuzchores)
Der junge Tamino Emilian Antoci

Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Sächsische Staatskapelle Dresden

Damen, Herren und Kinder der Komparserie

Handlung  

»Ein Mensch, wie du«, antwortet Papageno auf die Frage Taminos, wer er sei. Tamino antwortet auf die Gegenfrage, dass er »aus fürstlichem Geblüte« stammt. So wird gleich zu Beginn deutlich, dass der Vogelfänger Papageno bereits das ist, was Tamino erst noch werden muss: ein Mensch. Humanität heißt also das Ziel. Und so hehr das Ziel, so humorvoll-menschlich-spielerisch ist der Weg dorthin. Den beschreibt das Libretto mit vielen Prüfungen, mit der Hölle Rache und der süßesten Liebe, mit tanzenden Tieren und wundersamen Knaben bis Tamino und Pagageno schließlich ihr Ziel glücklich erreichen. »Die Zauberflöte«, 1791 in Wien als letzte Oper Wolfgang Amadeus Mozarts uraufgeführt, steht einerseits ganz in der Tradition des Alt-Wiener Zaubertheaters. Andererseits ließen sich Mozart und sein Librettist Emanuel Schikaneder auch vom aufklärerischen Gedankengut der Freimaurer inspirieren; und schufen so eine Mischung aus Kasperl-Unsinn und Freimaurer-Tiefsinn, unzeitgemäßer Misogynie und tiefster Menschlichkeit mit schlichtweg himmlischer Musik, die »Die Zauberflöte« zu der generationenübergreifenden Erfolgsoper werden ließ, die sie heute noch ist.

Erster Aufzug
Prinz Tamino wird von einer wilden Schlange verfolgt. In letzter Minute retten ihn drei geheimnisvolle Damen, Abgesandte der Königin der Nacht. Als der Vogelfänger Papageno auftaucht und sich mit der Heldentat brüstet, bestrafen sie ihn. Dem Prinzen hingegen überreichen sie ein Bild von Pamina, der Tochter der Königin, die vom Herrscher des Sonnentempels, Sarastro, gefangen gehalten wird. Tamino verliebt sich in sie. Da erscheint die Königin selbst und befiehlt ihm, zusammen mit Papageno Pamina zu retten. Eine Zauberflöte soll ihn vor Gefahren schützen, der widerstrebende Papageno erhält ein magisches Glockenspiel. Von drei Knaben geführt, machen sich die beiden auf den Weg zu Sarastros Burg. Während Tamino von den Tempelwächtern darüber belehrt wird, dass Sarastro nicht der grausame Despot sei, als den ihn die Königin hingestellt hat, findet Papageno Pamina und versucht mit ihr zu fliehen. Ihren Bewacher Monostatos kann er zwar mit Hilfe des Glockenspiels bannen, aber das Erscheinen Sarastros macht alle Anstrengung scheinbar zunichte. Papageno, Pamina und Tamino müssen in Sarastros Reich bleiben denn Sarastro hat mit Tamino Höheres vor: So, wie er Pamina in sein Reich geholt hat, um sie vor ihrer Mutter zu schützen, plant er Tamino in seinen Kreis der Eingeweihten des Sonnentempels aufzunehmen und so für künftige Aufgaben vorzubereiten.

Zweiter Aufzug
Tamino und Papageno werden aufgefordert, sich Prüfungen zu unterziehen, um sich der Aufnahme in den Kreis der Eingeweihten würdig zu erweisen. Als erstes müssen sie schweigen lernen, ein vor allem für Papageno schwieriges Unterfangen. Als ein altes Weiblein daherkommt, hält er es nicht mehr aus und fragt sie nach ihrem Namen. Mit einem Donnerschlag verschwindet sie wieder. Papageno tröstet sich mit Speis und Trank, die den beiden auf wundersame Weise serviert werden, nur Tamino schweigt und spielt Trost suchend auf seiner Flöte. Pamina erscheint, kann aber nicht verstehen, warum Tamino nicht mehr mit ihr spricht. Ihre Mutter – die Königin der Nacht – hat zuvor vergeblich versucht, sie zum Mord an Sarastro zu überreden. Als sie nun in ihrer Verzweiflung ihrem Leben ein Ende machen will, entreißen ihr die drei Knaben den Dolch und führen sie zurück zu Tamino. Gemeinsam stellen sie sich der letzten Prüfung, der Feuer- und Wasserprobe. Von den zauberischen Klängen der Flöte geschützt, bestehen sie auch diese. Unterdessen wünscht Papageno in seiner Einsamkeit das alte Weib wieder herbei und verspricht ihr, »solange sich nichts Besseres findet«, sie zur Frau zu nehmen. Da verwandelt sie sich in ein junges, hübsches Mädchen; aber die Zeit ist noch nicht gekommen, sie wird ihm wieder entrissen. Vor Verzweiflung will Papageno sich das Leben nehmen, doch die drei Knaben erinnern ihn an das Glockenspiel. Sein Klang ruft Papagena herbei, und beide träumen von einer kinderreichen Zukunft. Auch das andere Paar ist glücklich: Tamino und Pamina werden als zukünftige Herrscher in die Gemeinschaft der Eingeweihten aufgenommen und verherrlichen die Ideale von Natur, Weisheit, Vernunft. Nur die Königin der Nacht nimmt ein böses Ende: Als sie versucht, mit ihrem Gefolge in den Tempel einzudringen, wird sie von den Mächten der Finsternis verschlungen.

Werkeinführung

Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Zauberflöte« ist nicht nur an der Semperoper Dresden die meistgespielte Oper. Anlässlich der Neuinszenierung von Josef Ernst Köpplinger gibt Dramaturg Johann Casimir Eule Einblick in die Entstehung und Gestalt des Werkes, erläutert den Einfluss der damals in Wien populären Kasperl- und Zauberopern sowie Emanuel Schikaneders Theatergeschick und beschreibt die Anfänge der »Zauberflöte« in Dresden.

»Nie hat man mehr Adrenalin!«

Pausengespräch mit Nikola Hillebrand zu »Die Zauberflöte«

Nikola Hillebrand ist seit Beginn der Spielzeit 2020/21 im Ensemble der Semperoper engagiert und singt als ihre erste Premiere die Königin der Nacht in Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Zauberflöte«. Im Gespräch mit Dramaturg Kai Weßler erzählt sie von der Herausforderung dieser sehr außergewöhnlichen Rolle.

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Ungewöhnlich ist die Rolle der Königin der Nacht, weil hier einmal der hohe Sopran die »böse« Figur ist, nachdem die Königin der Nacht als durchaus positive Figur eingeführt wurde. Ungewöhnlich ist die Kürze dieser wichtigen Rolle, und ungewöhnlich ist auch, dass die Königin ihrem Gegenspieler Sarastro im ganzen Stück nicht begegnet.

Nikola Hillebrand erzählt von der großen Entwicklung, die die Figur im Laufe der Oper durchläuft, obwohl sie nur so wenige Auftritte hat. Sie berichtet außerdem, wie sich eine Sängerin den Ausgleich zu dieser extremen Partie sucht und wie die Einsamkeit der Königin der Nacht sich für die Sängerin bei den Vorstellungen auswirkt – und was ihre größte Angst bei einer »Zauberflöten«-Vorstellung ist.

Das Gespräch fand am 29. Oktober 2020 statt.

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