Ein Gespräch über persönliche Erinnerungen und künstlerische Identität.

Aktenzeichen Spezial zu Die wunderbaren Jahre.

Dates & Cast

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Duration
Starting Time: 7 pm
Die Abendkasse in Semper Zwei öffnet 30 min vor Vorstellungsbeginn.

In brief

1976, vor genau 50 Jahren, erschien Reiner Kunzes Buch „Die wunderbaren Jahre“. Die Sammlung von Prosatexten entstand aus Gesprächen, die der Autor mit jungen Menschen führte. Sie beschreiben das Aufwachsen und den Alltag in der DDR und schildern auch die Unterdrückungsmechanismen, mit denen schon Jugendliche konfrontiert waren. Als Kunzes Buch erschien, damals nur in der BRD, waren der Komponist Torsten Rasch 11 und die Autorin Ines Geipel 16 Jahre alt. Beide wuchsen in Dresden auf. 


In einem Gespräch zur Premiere von Torsten Raschs Oper Die wunderbaren Jahre knüpfen die beiden Verbindungen zwischen ihren eigenen Biografien und Reiner Kunzes Erzählungen über junge Menschen auf der Suche nach Wahrheit, Freiheit und der eigenen Stimme. Torsten Rasch fand sie in der Musik und Ines Geipel im Schreiben. Ein Jahr nach der Wiedervereinigung verließ Rasch Deutschland, begab sich u.a. in Japan auf die Suche nach einer neuen künstlerischen Identität. Nach Die andere Frau, die er 2022 für die Semperoper komponierte, kehrt Rasch in der Saison 2026/27 mit der Kammeroper Die wunderbaren Jahre nach Dresden zurück. Die vielfach preisgekrönte Autorin Ines Geipel floh 1989 von Jena nach Darmstadt und studierte dort Philosophie und Soziologie. Das zentrale Thema ihrer Arbeit ist die deutsche Gewaltgeschichte des Nationalsozialismus und der DDR-Diktatur. In diesem Frühjahr erschien ihr Sachbuch „Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung“. Für die Neuauflage von „Die wunderbaren Jahre“ zum 90. Geburtstag von Reiner Kunze, verfasste Ines Geipel ein Nachwort. 


Das Gespräch zwischen Ines Geipel und Torsten Rasch in der Reihe Aktenzeichen moderiert Janine Schütz, die Leiterin des Historischen Archivs der Sächsischen Staatstheater.

Wussten Sie?

Das Jahr 1989 markierte auch für die Autorin Ines Geipel und den Komponisten Torsten Rasch, beide in Dresden geboren und aufgewachsen, einen persönlichen Umbruch. Ines Geipel floh vor Repressionen aus der DDR in die Bundesrepublik, Torsten Rasch verließ Deutschland und begab sich u. a. in Japan auf die Suche nach einer neuen künstlerischen Identität. Der Prosaband von Reiner Kunze Die wunderbaren Jahre vereint beide Gäste nicht nur biografisch, sondern auch in der Auseinandersetzung mit dem „Projekt“ Sozialismus und dem Leben in Ostdeutschland.