Alles für die Fische!
Un ballo in maschera ohne Masken? Undenkbar! Im Spiel um Identitäten dreht sich das Karussell bis zur finalen Katastrophe. Als Fischer verkleidet empfängt Riccardo von Ulrica die Nachricht seines baldigen Todes – begleitet wird er dabei in der Inszenierung von Angela Denoke von faszinierenden Wesen, irgendwo zwischen Mensch und Fisch. Bei der Entstehung der Fischköpfe haben wir den Kolleginnen der Maskenbildnerei über die Schulter geschaut.

Am Anfang war der Entwurf: Okarina Peter, gemeinsam mit Timo Dentler für Bühne und Kostüme der Neuproduktion von Verdis Un ballo in maschera verantwortlich, hat schillernde Kostüme im Goldfisch-Farbspektrum entworfen, die auf kühles Petrol treffen. Ein besonderer Hingucker: Die Fischkopf-Masken, inspiriert von Koi und Sardine.

Im ersten Arbeitsschritt wird der Kopf mit Schaumstoff als Dummy gesteckt und fixiert, Details wie die Augen vorgezeichnet.

Sobald die Grundform steht, wird das Modell mit unzähligen Seidenpapierstückchen kaschiert; die Maske bleibt dadurch innen weich und angenehm leicht zu tragen und gewinnt von außen an Stabilität.

Um die Oberfläche schön glatt zu bekommen, wird im nächsten Schritt Spachtelmasse aufgetragen, die im Anschluss geschliffen wird.

Ganz wichtig bei Masken: die Atem- und Sehöffnungen.

Von Hand werden unzählige Schuppen im Farbverlauf appliziert und der Korpus entsprechend koloriert.

Um die Leichtigkeit von Fischschuppen zu erhalten, wird hauchdünner Chiffon in verschiedensten Nuancen eingefärbt.

Circa 80 Stunden später: Fast fertig zum Losschwimmen! Es fehlt nur noch etwas schillernder Glanz auf der Maske.
© Semperoper Dresden, Fotos: Josefine Lippmann, Lena A. Gómez Thieme