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Turandot

Fotogallerie für Turandot       - Insgesamt 5 Fotos.

Dramma lirico in drei Akten von Giacomo Puccini
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Podrobný obsah

Auf Leben und Tod. Die Stadt ist in Angst und Schrecken. Dem zusammengetriebenen Volk wird die Hinrichtung eines weiteren Bewerbers um die Hand der Prinzessin Turandot angekündigt. Um diese zu erringen muss jeder Freier ihre drei Rätsel lösen. Wer versagt, wird enthauptet. In der Menge begegnen sich der heimatlose und in Armut gestürzte, alte König Timur und sein verloren geglaubter Sohn Calaf. Völlig erblindet ist der Vater auf die selbstlose Hilfe der jungen Sklavin Liù angewiesen. Aus heimlicher Liebe zu seinem Sohn opfert sie sich für ihn auf. Als die Prinzessin erscheint, verfällt auch Calaf ihrem Zauber und beschließt, um sie zu freien. Der Vater versucht ebenso vergebens, den Sohn von seinem Entschluss abzubringen, wie die drei Minister Ping, Pang, Pong und Liù, die an sein Mitleid appelliert: Calaf fordert Turandot heraus. Ping, Pang und Pong bejammern ihr Schicksal als Teil des unmenschlichen Spiels um Leben und Tod.
Das Volk wird erneut zusammengetrieben. Der alte Kaiser, Turandots Vater, versucht Calaf von seiner Bewerbung abzubringen – vergeblich. In der Konfrontation mit Turandot gelingt Calaf die Lösung der Rätsel. Das Volk feiert seinen neuen Helden. Turandot weigert sich, Wort zu halten. Calaf stellt ihr ein Gegenrätsel: Gelingt es ihr bis zum nächsten Morgen, seinen Namen herauszufinden, überliefert er sich freiwillig dem Henker. Turandot nimmt die Herausforderung an. Die Stadt ist in Angst und Schrecken. Bei Todesstrafe wird die Bevölkerung aufgefordert, den Namen des Unbekannten herauszufinden. Ping, Pang und Pong sowie das eingeschüchterte Volk beschwören Calaf vergeblich, die Stadt zu verlassen. Liù und Timur werden aufgegriffen. Da sie mit Calaf gesehen wurden, wird Turandot gerufen, um sie zu verhören. Da sie Timur schützen will, gibt Liù vor, als Einzige den Namen zu kennen. Doch sie tötet sich, um das Geheimnis zu bewahren… »An dieser Stelle endet das Werk des Meisters.«
Mit diesen Worten brach Arturo Toscanini 1926 die Uraufführung der »Turandot« in Mailand ab. Auch die aktuelle Neuproduktion der Semperoper endet hier. Wer soll Turandot und Calaf noch zusammenbringen nach Liùs Tod - auf Kosten der Größe Turandots apotheotisch verklärt - und wenn die Musik im Abgesang des Chores spürbar auseinander bricht, zusammenfällt, zum Stillstand kommt? An diesem Punkt kann es aus heutiger Sicht nicht mehr weitergehen. Giacomo Puccini hat seine Oper nicht vollendet. Er starb am 29. November 1924. Mit Liùs Suizid bricht die Partitur ab. »Mut gehört dazu, das Fragment zu spielen. Das heißt, ohne Schluss, enden mit Liùs Tod, offen lassen, wie die Geschichte um Calaf und Turandot ausgeht. Sie könnte so ausgehen, dass Calaf hingerichtet wird, oder dass Calaf flieht, oder dass die beiden doch zusammenkommen, oder dass die Prinzessin abdankt - man weiß es nicht. Als Musiker sehe ich den musikalischen Höhepunkt der Oper mit dem Tod der Liù erreicht. Der musikalisch schönste Moment im ganzen Stück findet statt, kurz bevor Liù stirbt. Mit Liùs Tod hören wir dort auf, wo auch Puccini nicht mehr wusste, wie das Stück zu enträtseln ist.« (Fabio Luisi, Dirigent) Mythos ist Codierung von Realität. Der Bildschirm gebiert die Mythen von heute. Oft ersetzt der Bildschirm unsere eigene Realität.
In einer Massengesellschaft verdrängt der Bildschirm mehr und mehr die direkte Kommunikation der Menschen untereinander. Daher übernehmen heute Film und Fernsehen zunehmend die Funktion der alten Märchenerzähler. In Endlosschleifen die Vorabendserien, unsere modernen Märchen: vertrautes Personal, bekannte Situationen und immer wieder das Bangen um ein (letztendlich doch unerreichbares) Happy End. Die dort ausgetragenen Konflikte sind nichts anderes als die aus den überlieferten Märchen bekannten Archetypen: Prinz sucht Prinzessin, Gut gegen Böse, vom Tellerwäscher zum Millionär (und umgekehrt). Und selbst das Prinzip, an der spannendsten Stelle abzubrechen, um beim nächsten Mal dort weiterzumachen, ist schon in den »Märchen aus 1001 Nacht« zu finden. Millionen von Menschen sitzen tagtäglich vor ihrem »Geschichtenerzähler«, dem Bildschirm, und lassen sich in eine Welt hineinversetzen, die nicht ganz ihre ist, ihnen jedoch die Möglichkeit bietet, sich in ihr wieder zu finden. Jeder kann dabei sein, jeder ist dabei. Suchte im Märchen der Prinz sein Aschenputtel, so sucht heute das gesamte Publikum den »Superstar« oder fiebert mit bei der großen Frage »Wer wird Millionär?«. Doch der Schein trügt oft: Denn das Medium, das die Menschen präsentiert, verändert sie und macht sie zu dem, was sie sein wollen oder sollen. Die modernen Märchen mit ihren Helden aus dem Hier und Heute sind in einer Medienrealität erlebbar, die nur selten ein gutes Ende findet und lediglich fragmentarisch wahrgenommen wird.

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Fotogalerie

Staatsopernchor|Turandot|© Matthias Creutziger

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