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Dresdner Operngala

Fotogallerie für Dresdner Operngala - Insgesamt 3 Fotos.

Verismo pur – leidenschaftliche Arien, mitreißende Duette, große Ensembles und weitere musikalische Höhepunkte

Ausführliche Inhaltsangabe

Blutrünstige Stoffe, brutale Handlungen und niedrigste Instinkte zu einer effektheischenden Musikuntermalung – das sahen die Kritiker des Verismo in den Stücken dieser um 1900 kurz, aber üppig aufblühenden Opernform. Eine Musik, die direkt ins Herz geht, berührende Emotionen und Themen, mit denen sich jeder identifizieren konnte, fanden hingegen die unzähligen Fans des Verismo in Italien und weit darüber hinaus, die die »giovane scuola italiana« für sich gewann.

Stücke wie Mascagnis »Cavalleria rusticana «, Ruggero Leoncavallos »I Pagliacci« und Umberto Giordanos »Andrea Chénier« erteilten der bis dahin populären italienischen Oper mit ihrem Belcanto-Gesang eine harsche Absage, wollten in Alltagsbegebenheiten die »Realität« abbilden, was sich in der Musik niederschlug: Schreie, Türenknallen, Husten und ähnliche »naturalistische « Geräusche gehörten nun neben den Orchesterklängen zum Ausdrucksmaterial.

Auch in Dresden und Sachsen fanden die neuen Stücke Anklang. Neben der »Cavalleria rusticana« erlebten an der Hofoper auch Pietro Mascagnis »Il piccolo Marat«, Ermanno Wolf-Ferraris »Sly«, Ruggero Leoncavallos »Edipo Re« sowie Puccinis »Tosca« ihre erste Aufführung auf einer deutschen Opernbühne. Eugen d’Alberts »Gishmonda«, »Die toten Augen« und »Mister WU« wurden in Dresden gar uraufgeführt. Dem italienischen Vorbild folgend rief Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg 1893 einen Kompositionswettstreit im Stile des Verismo aus.

Und nicht nur, dass die Opern ihren Platz auf den höfischen Bühnen Sachsens fanden, umgekehrt erkannten sich Regenten in der sonst oft dörflichen Szenerie des Verismo wieder. Prominentestes Beispiel ist Moritz Graf von Sachsen, dem dank seiner Affäre zur französischen Schauspielerin Adrienne Lecouvreur und deren vermeintlich gewaltsamem Tod in Francesco Cileas »Adriana Lecouvreur« ein Denkmal gesetzt wurde. Gegen Ende der zwanziger Jahre verebbte die Verismo-Rezeption in Dresden allmählich.

In der ersten Operngala der Semperoper erwecken Solisten des Ensembles nun selten oder noch nie in der Dresdner Oper gehörte Arien und Duette des Verismo, von Catalani über Leoncavallo, Mascagni und Cilea bis Puccini, zum Leben. Am Pult der Sächsischen Staatskapelle steht Pier Giorgio Morandi.

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