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Wie liegt die Stadt so wüste, die voll Volkes war

Fotogallerie für Wie liegt die Stadt so wüste, die voll Volkes war - Insgesamt 3 Fotos.

von Heinrich Schütz und Matthias Weckmann

Ausführliche Inhaltsangabe

Eindrücke von der Premiere

"Wie liegt die Stadt so wüste, die voll Volkes war" ist die beste Produktion der Semperoper-Spielzeit ...
(Irene Tüngler, a.a.O.) Berührendes Antikriegsstück
Von dem inzwischen verstorbenen Regisseur Herbert Wernicke vor Jahren für das Theater Basel in Szene gesetzt, wirkt das Werk doch eigentlich wie für Dresden geschaffen. Szenen zu geistlicher Musik von Heinrich Schütz und seinem Schüler Matthias Weckmann. Kompositionen, die einst in Dresden entstanden, zum großen Teil in Reaktion auf den 30-jährigen Krieg. Nun bilden sie die musikalische Folie für ein Antikriegsstück, das Barock und Moderne sinnfällig zusammenführt. Ein Panzer fährt über die Bühne, ein Vater trauert verzweifelt um sein totes Kind; Flüchtlinge ziehen mit dem letzten Hab und Gut, was ihnen geblieben ist, in eine ungewisse Zukunft; die Kreuzigung eines Soldaten als apokalyptische Vision – es gelingen Bilder von mitunter erdrückender Schönheit, von der barocken Musik (Musikalische Leitung: Konrad Junghänel) auf den ästhetischen Punkt gebracht
(gg, Berührendes Antikriegsstück, Morgenpost, 15.05.2004)

Hoffen wir, dass sich die Bedeutung dieser gerade für diese Stadt hoch bedeutsamen Bühnenproduktion im Lauf der Zeit herumspricht. Sie ist nämlich eine echte Möglichkeit, das Kriegsschicksal Dresdens und die persönlichen Erlebnisse vieler heute noch lebender Dresdner in einen neuen, größeren Zusammenhang einzubringen.
(Peter Zacher, Herbert Wernickes zeitlose Aktualisierung der Musik von Heinrich Schütz in der Semperoper, Dresdner Neueste Nachrichten, 15.05.2004)

Alte Musik und uralt-neue Bilder
Das Geschehen auf der Bühne vollzieht sich auf eine schlüssige, ungemein eindrückliche und zugleich völlig ungezwungene Weise, ohne dass je einen Moment Peinlichkeit wie bei vielen anderen Pseudomodernisierungen tradierter Werke aufkäme. Das Zentrum ist die Musik des Sagittarius, die um das den titelgebende Stück seines Schülers Matthias Weckmann und an acht Stellen durch instrumentale Kanzonen von Giovanni Gabrieli, einem der Lehrer Schütz' in Italien, ergänzt wird …
(Peter Zacher, a.a.O.)

Diese Musik ist nicht für die Opernbühne gedacht, obwohl Schütz auch Opern geschrieben hat, und sie wird von neun hervorragenden und stilsicheren Solisten (Ute Selbig, Anke Vondung, Kai Wessel, Werner Güra, Gerald Hupach, Karl-Heinz Brandt, Martin Homrich, Olaf Bär, Georg Zeppenfeld) und dem wie stets überzeugenden Opernchor in absoluter Konzertqualität gesungen.
(Peter Zacher, a.a.O.)

Mit dem 51-jährigen, international renommierten Lautenisten und Dirigenten (Konrad Junghänel) steht zudem ein Musiker am Pult, der nicht nur große Erfahrung mit dieser musikalischen Materie hat, u. a. als Leiter des Spezialensembles Cantus Cölln, sondern auch der Dirigent der Erstproduktion 1999 in Basel war und vorher gemeinsam mit dem Regisseur Herbert Wernicke die Musik ausgewählt hat.
(Peter Zacher, a.a.O.)

Ein Instrumentalensemble mit der etwas diffusen Bezeichnung „Mitglieder und Gäste der Sächsischen Staatskapelle Dresden" musizierte unter Leitung von Konrad Junghänel so vielfarbig, virtuos und sprechmusikalisch ausdrucksstark, wie es nur Spezialisten auf Instrumenten wie Zink, Dulzian oder Barockposaunen – sechs an der Zahl – zu Stande bekommen. Ein Chor von vier Tasteninstrumenten nebst Lauten und Fagott gaben ein äußerst vielfarbiges Continuo …
(Irene Tüngler, a.a.O.)

Dazu kommt das Orchester, das aus Mitgliedern der Staatskapelle und Gästen besteht. Es ist in Streicher-, Bläser- und Continuogruppe aufgegliedert und vereint Musiker, die alle in der Aufführungspraxis alter Musik erfahren sind. Im Instrumentarium ist vieles, was sonst im Opernorchester nicht oder nur vereinzelt in Ausnahmefällen zu finden ist: Viola da Gamba, Violone, Laute, Chitarrone, Dulzian, Zink und sechs Posaunen alter Mensur. Damit ist ein historisch authentisches Musizieren gewährleistet, dessen größte Tugenden sicher die schlanke Tongebung und daraus folgernd die vorzügliche Durchhörbarkeit sind …
(Peter Zacher, a.a.O.)

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