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Die Frau ohne Schatten

Oper in drei Aufzügen von Richard Strauss

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Vorgeschichte

Mit Hilfe seines roten Falken hat der Kaiser der südöstlichen Inseln auf der Jagd eine weiße Gazelle erlegt. Sie verwandelt sich in eine schattenlose Frau. Durch ihre Erbeutung hat sie der Kaiser dem Reich ihres Vaters, dem Geisterkönig Keikobad, entrissen und sie zu seiner Frau gemacht. In Keikobads Auftrag wacht die Amme darüber, dass aus der glücklichen Bindung der beiden kein Schatten - kein Kind - hervorgeht. Gelingt ihr dies über 12 Monate, muss die Kaiserin in das Reich ihres Vaters zurückkehren und der Kaiser versteinern.

1.Aufzug

Drei Tage vor Ablauf der Jahresfrist mahnt ein Bote Keikobads die Amme ihrer Pflicht. Der Kaiser verlässt das Haus zu dreitägiger Jagd. Durch das Erscheinen des roten Falken entsinnt sich die Kaiserin an den Fluch der Versteinerung und drängt die Amme zur Hilfe bei der Suche nach einem Schatten. Sie machen sich auf den Weg vom entlegenen Palast in die verhasste Welt der gewöhnlichen Menschen. Der Färber Barak und seine Frau sind seit über drei Jahren kinderlos. Während Barak noch Kinderwünsche hegt, ist seine Frau zu verbittert, um diese noch erfüllen zu wollen. Als Barak das Haus verlassen hat, bietet die Amme der misstrauischen Frau für drei Tage ihre und der Kaiserin Dienste an. Im Gegenzug verlangt sie ihren Schatten, den die Frau ohne Kinderwunsch nicht mehr benötige. Verführt durch vorgegaukelten Reichtum und die Lust eines herbeigezauberten Jünglings willigt sie ein. Barak kehrt heim und findet die eheliche Schlafstätte geteilt vor. Seine Frau weist ihn ein weiteres Mal ab und während er sich sein Bett bereitet, ertönt auf der Straße ein Gesang, der das Ehe- und Kinderglück verklärt.

2.Aufzug

Wieder wird die Frau des Färbers durch die Erscheinung des Jünglings verführt; gestört durch die Rückkehr ihres Mannes, der gegen ihren Willen die Bettler und Kinder der Nachbarschaft in seinem Hause verköstigt. Auf der Jagd wird der Kaiser von seinem Falken zu dem Haus geführt, in dem sich die Kaiserin und die Amme zwischen ihren Diensten im Haus des Färbers aufhalten. Als er sie bei ihrer Heimkehr aus dem Dorf heimlich
beobachtet, fühlt er sich betrogen und will sie töten. Dies gelingt nicht, da er an seinem eigenen Willen zweifelt. Die Amme hat Barak eingeschläfert. Durch eine weitere Erscheinung des Jünglings bedrängt, weckt ihn seine Frau und droht, ihn zu verlassen. In der Kaiserin wächst Mitleid für Barak. Die Kaiserin träumt vom Ende des Kaisers durch den Fluch der Versteinerung. Am letzten Tag der Jahresfrist kehrt unvermittelt Finsternis im Haus des Färbers ein. Seine Frau schwört öffentlich ihren ungeborenen Kindern ab und gesteht Barak ihren Schattenhandel. Die Kaiserin erkennt in Barak ihr bisher unbekannte Menschlichkeit. Sie weigert sich, den Schatten der Färberin anzunehmen und beschließt, durch ihren Verzicht das Färberpaar zu retten. Da Barak seine Frau für verrückt hält, will er sie umbringen. Als sie sich dem tödlichen Stoß stellt, öffnet sich die Erde und die Wächter Keikobads entreißen Barak und seine Frau der Welt der Menschen. Die Jahresfrist ist abgelaufen. Kaiserin und Amme fliehen.

3.Aufzug

Voneinander getrennt finden sich Barak und seine Frau in einem Gewölbe wieder. Verzweifelt und von ihrem Gewissen geplagt entdeckt die Färberin die Liebe zu ihrem Mann und den Wunsch nach Kindern wieder. Auch Barak denkt nur an sie und will sie beschützen. Vor einem großen Tor versucht die Amme die Kaiserin am Betreten der Gemächer Keikobads zu hindern. Sie fürchtet seinen Hass, da sie mit Menschen in Kontakt getreten sind und die Kaiserin Sympathie für einen von ihnen empfindet. Die Kaiserin bekennt sich zu den Menschen. Keikobads Bote verbannt die Amme in die Menschenwelt. Die Kaiserin will sich ihrem Schicksal unter den Menschen stellen und widersteht den Verlockungen, vom schattenspendenden Wasser des Lebens zu trinken, da Liebe in ihr ist. Der inzwischen versteinerte Kaiser erwacht zu neuem Leben und die Kaiserin wirft einen Schatten. Auch Barak und seine Frau, die ihren Schatten wieder hat, finden in Liebe zueinander. Die ungeborenen Kinder der Menschen erwarten beide Paare.

Über die Oper

»Die Frau ohne Schatten" ist die vierte Oper, die in der Zusammenarbeit von Richard Strauss mit Hugo von Hofmannsthal entstanden ist und die »letzte romantische Oper" werden sollte (Strauss in einem Brief an Hofmannsthal). Während der erste Weltkrieg tobte, zogen sich die beiden mit diesem Stoff vom Mythologischen (»Elektra" und »Ariadne auf Naxos") bzw. Komödiantischen (»Der Rosenkavalier") auf das Gebiet des Märchen- und Symbolhaften zurück. Erst 1919, vier Jahre nach der Fertigstellung, wurde »Die Frau ohne Schatten" in Wien uraufgeführt. Wenige Tage später folgte dann die Erstaufführung an der Dresdner Staatsoper, an der insgesamt neun Opern Strauss' uraufgeführt wurden.
»Die Frau ohne Schatten" ist eine der farbenreichsten, lyrischsten und zugleich gewaltigsten Partituren Strauss', die immer wieder mit neuen Klangfarben und Orchestereffekten überrascht, bis hin zum Einsatz einer Glasharmonika im dritten Akt.

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