Eröffnet wird die Ausstellung am 15. Mai um 18 Uhr mit einem künstlerisch gestalteten Festakt in der Semperoper Dresden. Schauspieler des Staatsschauspiels beschäftigen sich in einer szenischen Lesung mit den »Schritten in die Diktatur 1924–1936«. Der Staatsopernchor führt Arnold Schönbergs »Friede auf Erden« für gemischten Chor a cappella op.13 auf. Ensemblemitglieder der Semperoper Dresden bringen Auszüge aus der Oper »Street Scene« zu Gehör, die Kurt Weill im amerikanischen Exil komponierte und die am 19. Juni an der Semperoper ihre Dresdner Erstaufführung erleben wird.
Nach einer Einführung in das Ausstellungs- und Forschungsprojekt durch den Projektleiter und Historiker Hannes Heer wird der Familientherapeut und Psychohistoriker Prof. Dr. med. et phil. Helm Stierlin die Festrede halten.
Ab 17 Uhr besteht die Möglichkeit, die Ausstellung im Foyer der Semperoper zu besichtigen sowie im Anschluss an die Veranstaltung im Foyer des Staatsschauspiels.
Karten für 5 Euro beim Besucherdienst der Semperoper, T 0351 4911705,
bestellung@semperoper.de
Gemeinsam präsentieren die Semperoper und das Staatsschauspiel Dresden das Forschungs- und Ausstellungsprojekt »Verstummte Stimmen« in ihren Häusern. Die erstmals im Jahr 2006 in Hamburg realisierte Ausstellung präsentiert ein bisher kaum untersuchtes und nie dargestelltes Kapitel aus der Nazizeit – die »Säuberung« der deutschen Opernhäuser. Dieser Eingriff bedeutete für Tausende jüdischer wie nichtjüdischer Komponisten, Dirigenten, Intendanten, Sängerinnen und Sänger Berufsverbot, Exil oder Deportation. Von solchen Schicksalen erzählt die Ausstellung am Beispiel 44 prominenter Künstler. Dieser Teil ist im Opernkeller der Semperoper zu sehen.
Der in Dresden neu recherchierte Teil, der in den Foyers der Semperoper und des Staatsschauspiels gezeigt wird, beschäftigt sich mit der Geschichte der beiden Staatstheater wie der Privattheater in dieser Zeit. Es werden sowohl die Solisten der Oper wie auch die verfolgten Schauspieler der Sprechtheater vorgestellt. Dabei werden die vielen Namenlosen sichtbar, die damals entlassen wurden – die Chor- und Orchestermitglieder, die Bühnenarbeiter und Handwerker. Insgesamt wurden aus den Dresdner Theatern mehr als 50 Ensemblemitglieder aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder politischen Einstellung vertrieben.
Die Ausstellung zeigt, dass die Beschädigung oder Zerstörung all dieser Leben Ergebnis einer rassistischen Kulturpolitik war, die als Kampf gegen den »Musikbolschewismus« und die »entartete Kunst« lange vor 1933 propagiert und von großen Teilen des Bürgertums mitgetragen wurde.
Begleitend zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und eine CD-Edition mit Musikbeispielen. Weitere Informationen hierzu, zum Begleitprogramm und zur Ausstellung selbst unter www.verstummtestimmen.de und im Flyer.
Foyer und Opernkeller
Theaterplatz 2
16. Mai bis 1. Juli
Mo-Sa, 11-13h (Zugang über den Eingang Zwingerseite, letzter Einlass 12.45h)
Nicht an Feiertagen und am 18., 19., 20., 30. Mai sowie am 11., 17., 18., 25., 28., 29. Juni
Freier Eintritt
Vom 16. Mai bis 13. Juli außerdem in Kombination mit einer Führung von SEMPEROPER ERLEBEN
sowie mit einem Vorstellungsbesuch in der Semperoper.
Foyer
Theaterstraße 2
16. Mai bis 13. Juli
Täglich ab 12 Uhr bis nach Vorstellungsende bzw. an vorstellungsfreien Tagen von 12–18 Uhr.
Freier Eintritt
Führungen durch die Ausstellung finden an beiden Standorten mit einem
geschulten Guide statt:
Jeden Samstag, vom 21. Mai bis inkl. den
2. Juli, 14 Uhr
Sonntag, 29. Mai, 5./ 12./ 19./ 26. Juni und 2. Juli,
13 Uhr
Mittwoch, 18. und 25. Mai, 22. und 29. Juni, 6. und 13. Juli, 14 Uhr
Treffpunkt ist das Foyer des Staatsschauspiel Dresden, Theaterstraße
2
Ein zusätzliches Führungsangebot für Schüler- oder Erwachsenengruppe ab
10 Personen außerhalb der Öffnungszeiten buchen Sie bitte unter
fuehrung[at]verstummtestimmen.de, oder vereinbaren Sie telefonisch einen Termin
unter 0176-38824542.
Eine Führung kostet 3 Euro pro Person, Führungen
für Schulklassen sind kostenlos.
Tausende jüdischer wie nichtjüdischer Komponisten, Dirigenten,
Intendanten, Sängerinnen und Sänger erlitten Schicksale wie Berufsverbot, Exil oder Deportation.
Auch Kurt Weill, dessen Oper »Street Scene« am 19. Juni 2011 Premiere an der Semperoper feiert, musste ins Exil gehen.
Semperoper Dresden und Staatsschauspiel Dresden
In Kooperation mit dem Kunsthaus Raskolnikow e.V. / Galerie
Kuratorium zur Unterstützung der Ausstellung:
Gerhart Baum (Vorsitzender), Jochen Bohl, Michael Gielen, Dirk Hilbert, Charlotte Knobloch, Gerhard Richter, Matthias Rößler und Christian Thielemann
Gefördert im Rahmen des Landesprogramms »Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz« und durch die Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz.
Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.
Das Begleitprogramm ist eine Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Regionalbüro Dresden und dem Kino Thalia.
Die Ausstellung »Verstummte Stimmen« wurde erstmals 2006 vom Hamburger Abendblatt in Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Staatsoper präsentiert und von der Axel Springer Stiftung unterstützt.
Die Vertreibung der »Juden« und »politisch Untragbaren« aus den Dresdner Theatern 1933 bis 1945