Semperoper zuhause

Pausengespräche

Die Pausengespräche: Für die Dauer einer Vorstellungspause lädt die Dramaturgie der Semperoper einen Gast aus der Welt der Semperoper zum Hintergrundgespräch in das Tonstudio ein. Hören Sie alle 14 Tage neu, was die Mitarbeiter*innen bewegt und was sie über ihre Arbeit zu berichten haben.

Pausengespräch am 16. Mai mit Peter Theiler, Intendant der Semperoper Dresden

Beim zweiten »Pausengespräch« treffen sich Johann Casimir Eule, Chefdramaturg, und der Intendant der Semperoper Peter Theiler. Ausgehend von der aktuellen pandemiebedingten Lage geht es um den Schock der Schließung, Verletzlichkeit, die Frage nach der Bedeutung der Kultur und wie sich die Semperoper fit für die nächste Spielzeit macht.

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Während der Bau der Semperoper still – und für das Publikum verschlossen – über dem Theaterplatz thront, geht es im Inneren alles andere als ruhig zu …

Intendant Peter Theiler ist zusammen mit den Kolleg*innen der Geschäftsführung und des Direktoriums im permanenten Austausch darüber, wie die Auswirkungen der Pandemie aufgefangen werden können. Mit den geplanten Neuproduktionen »Madama Butterfly«, »Don Carlo«, der Uraufführung »Die andere Frau«, dem Ballett-Mehrteiler »Vier letzte Lieder« sowie der Revue »Wie werde ich reich und glücklich« fallen allein vier Premieren aus, für die es neue Termine und Probenmöglichkeiten zu finden gilt.

Seit Kurzem kann wieder unter Einhaltung strenger Hygiene-Regeln mit dem Proben begonnen werden. Und mit der Rückkehr der Künstler*innen aller Sparten ins Haus kehrt bereits wieder so etwas wie Normalität ein. 
Deutlich wurde in den vergangenen Wochen, wie verletzlich wir alle sind, selbstverständlich Geglaubtes über Nacht in Frage gestellt wird – und dass Kunst und Kultur als identitätsstiftendes »Lebensmittel« für unsere Gesellschaft, für Dresden, von zentraler Bedeutung sind und nicht vernachlässigt werden dürfen.

Für den Bereich der Bühnentechnik hat die erzwungene Spielpause allerdings etwas Gutes: Der Technische Direktor Jan Seeger kann dringend erforderliche Revisions- und Erneuerungsarbeiten umsetzen oder vorziehen, und so die Semperoper fit für nächste Saison machen.

Als »Wunschmusik« hat Peter Theiler die Ouvertüre zu »Guillaume Tell/Wilhelm Tell« von Gioachino Rossini mitgebracht. Auch wenn die »Tell«- Premiere nun der verschobenen »Madama Butterfly« weichen muss, und in einer späteren Spielzeit gezeigt werden wird: der musikalische Apell für Selbstbestimmung und Freiheit bleibt ein Herzensanliegen.

Musikwunsch: Ausschnitt aus der Ouvertüre zu »Guillaume Tell« von Gioachino Rossini mit dem Orchestra dell’Academia Nazionale di Santa Cecilia, Roma unter der Leitung von Antonio Pappano.

Pausengespräch am 14. Mai mit Stepanka Pucalkova, Ensemblemitglied der Semperoper

Zum Auftakt der Reihe »Pausengespräche« sprechen unser Dramaturg Kai Weßler und die Mezzosopranistin Stepanka Pucalkova aus dem Opernensemble über Prag in Zeiten von Corona, die Situation von Opernsänger*innen und über die Pläne der Sängerin in den nächsten Monaten. 

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Stepanka Pucalkova hat die Zeit der Quarantäne in Prag verbracht und erlebt ihre Heimatstadt derzeit von einer ganz neuen Seite: Plötzlich sind die Plätze und Straßen wie leergefegt.

Für Künstler*innen ist die Situation in Tschechien gerade sehr schwierig, denn die staatliche Unterstützung ist nur bis Juni eingeplant.

Die Sängerin vermisst die Semperoper, wo sie in diesen Tagen eine Reihe von wichtigen Debüts gehabt hätte und bedauert besonders, dass ihre Vorstellungen von »Eugen Onegin« an der Seite von Rolando Villazón ausfallen müssen. Sie hofft aber, bald wieder musizieren und Theater spielen zu können. Immerhin: Die Zeit der Quarantäne ist auch eine Zeit der intensiven Arbeit an neuen Partien. 

Ein besonderes Projekt, das im Mai hätte geprobt werden sollen, ist die Uraufführung von Torsten Raschs Oper »Die andere Frau«. Stepanka Pucalkova arbeitet gerade intensiv an der Rolle der Hagar in dieser Oper über eine biblische Dreiecksgeschichte. In einem der kommenden Pausgespräche werden wir im Interview mit dem Komponisten Torsten Rasch mehr über dieses Projekt erfahren.

Ergänzende Links:

Biografie von Stepanka Pucalkova auf semperoper.de

Website von Stepanka Pucalkova

Stückseite »Die andere Frau«

Musikwunsch: Antonín Dvorák »Kdyz mne stara matka« aus »Zigeunerlieder«, gesungen von Anna Netrebko