Veranstaltungsreihe

Umanut weChaim – Kunst und Leben

Eine Veranstaltungsreihe im Rahmen von »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«

Schirmherrin Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus

Eine Kooperation der Sächsischen Staatstheater Dresden mit der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, der Akademie der Künste Sachsen, der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie Dresden e.V., dem Programmkino Ost, der TU Dresden – Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte sowie 2021 Jüdisches Leben in Deutschland e.V.

Vor 1700 Jahren, am 11. Dezember 321, erlies der römische Kaiser Konstantin ein Edikt, das festlegte, dass jüdische Bewohner städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen. Dies gilt als der früheste Hinweis, dass jüdische Gemeinden seit der Spätantike integraler Bestandteil der europäischen Kultur sind. Die erste urkundliche Erwähnung einer jüdischen Gemeinde für Dresden enthält die »Judenverordnung« des Meisner Markgrafen Heinrich des Erlauchten von 1265. In dieser wurden Juden und Jüdinnen unter seinen Schutz gestellt und gegen eine Pauschalzahlung von Zollabgaben befreit. Die heutigen Sächsischen Staatstheater verdanken dem Kulturschaffen jüdischer Mitbürger*innen viel, die Verbindungen hin zum jüdischen Leben sind – trotz der Brüche – Ausdruck einer reichen gemeinsamen Geschichte. Grund genug, im Jahr 2021 auch in Dresden dieses besondere Jubiläum zu feiern.

Vorstellungen

Im Rahmen von »1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland«

20:00 Uhr
Semperoper Dresden
99+ Karten

Semper Soiree: »Assimilationen«

Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy, Gustav Mahler und Giacomo Meyerbeer u.a. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Umanut weChaim / Kunst und Leben« anlässlich 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
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Führungen in der Semperoper

19:00 Uhr
Neue Synagoge Dresden

LTI: Lingua Tertii Imperii

Lesung aus dem »Notizbuch eines Philologen« von Victor Klemperer zur Sprache des Nationalsozialismus Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Umanut weChaim / Kunst und Leben« anlässlich 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

19:30 Uhr
Neue Synagoge Dresden

»… es sind noch Lieder zu singen …«

Werke u.a. von Felix Mendelssohn Bartholdy, Fanny Hensel, Gustav Mahler, Viktor Ullmann sowie Aribert Reimann und Wolfgang Rihm Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Umanut weChaim / Kunst und Leben« anlässlich 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
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Eintritt frei. Sitzplatzreservierung erforderlich über die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden (Jana Reißmann, Tel. 0351 4923 654 bzw. jana.reissmann@hfmdd.de)

20:00 Uhr
Semperoper Dresden
99+ Karten

Semper Soiree: »Verbotene Musik«

Lieder von Karel Hašler, Paul Hindemith, Ernst Krenek, Bohuslav Martinů und Erwin Schulhoff Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Umanut weChaim / Kunst und Leben« anlässlich 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
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Führungen in der Semperoper

20:00 Uhr
Semperoper Dresden

2. Kammerabend

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Umanut weChaim / Kunst und Leben« anlässlich 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
2. Kammerabend
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Verkaufsstart wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben

19:30 Uhr
Staatsschauspiel, Kleines Haus

»Die jüdische Souffleuse«

Lesung aus dem Roman von Adriana Altaras Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Umanut weChaim / Kunst und Leben« anlässlich 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Von »Nosferatu« bis »Der rote Korsar«

Eine kommentierte Filmreihe mit Werken u.a. von Ernst Lubitsch, Friedrich Wilhelm Murnau, Robert Siodmak und Billy Wilder

Die Namen Robert (1900–1973) und Curt Siodmak (1902–2000) sind heute nur noch wenigen Dresdnern ein Begriff. Dabei handelt es sich um die einzigen Söhne der Stadt, denen eine Hollywoodkarriere beschieden war. Beide wurden kurz nach der Jahrhundertwende in eine jüdische Kaufmannsfamilie hineingeboren und profitierten vom kulturellen Klima der Stadt, bevor sie in den 1920er Jahren nach Berlin gingen, wo 1930 Robert Siodmaks Debütfilm »Menschen am Sonntag« Premiere feierte. Daran beteiligt war auch Billy Wilder, der mit Filmen wie »Boulevard der Dämmerung« (USA 1950) später selbst zu einem der renommiertesten Hollywoodregisseure avancieren sollte.

Vor dem Hintergrund der Veranstaltungsreihe 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland möchte die Filmreihe neben den Siodmaks auch an andere jüdische Filmemacher erinnern, die in Deutschland und nach ihrer Emigration in Amerika Filmgeschichte geschrieben haben. Neben Friedrich Wilhelm Murnaus Vampirfilm und Horrorklassiker »Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens« (D 1922), dessen Drehbuch von Henrik Galeen stammte, sollen dabei auch Komödienklassiker wie Reinhold Schünzels »Amphitryon – Aus den Wolken kommt das Glück« (D 1935) und Ernst Lubitschs »Sein oder Nichtsein« (USA 1942) auf die große Leinwand zurückkehren. Jeder Film zudem wird von einer kurzen filmhistorischen Einführung begleitet.

Robert Siodmak, dessen Abenteuerfilm »Der rote Korsar« (USA 1952) den Abschluss der Reihe bildet, verschwieg seine Herkunft übrigens auch in späteren Jahren nicht. Zeitlebens bezeichnete er sich scherzhaft als »Angel-Sachse«.

Die genauen Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.