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Semper Soiree: »Verbotene Musik«

Lieder von verfemten Komponist*innen aus der NS-Zeit

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Umanut weChaim / Kunst und Leben« anlässlich 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Die Liste der durch die Nationalsozialisten verbotenen Musik ist lang. Vor allem Texte und Kompositionen jüdischer Künstler*innen, alles Neutönerische und ganze Musik-Genres, wie der Jazz und Musik, die als zu unterhaltungslastig diffamiert wurden, aber auch Werke politisch unbequemer Kunstschaffender waren von heute auf morgen verboten. Ein Regime bestimmte über Kunst und Schund, selektierte nach privaten Interessen, denunzierte, vernichtete. Die als »entartet« kategorisierten Künstler*innen wurden mit jahrelangem Berufsverbot belegt – Eine Vielzahl von Werken ging verloren, viele wurden vergessen. Dazu gehören neben einer Vielzahl an Liedern und Instrumentalwerken auch die Opern der Zeit, richtige »Zeitstücke«, die den Zustand einer Gesellschaft und deren Lebensgefühl in Musik und Wort einfingen.

Im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen anlässlich von 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland setzt die Soiree »Verbotene Musik« ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen.

Das Ensemble der Semperoper präsentiert Lieder, Klavierstücke, Zeitstücke, aber auch Kabarettistisches und Unterhaltsames u.a. von Ernst Krenek, Erwin Schulhoff, Stefan Wolpe, Viktor Ullmann, Alexander von Zemlinsky und Karel Hašler.

Programm

Erwin Schulhoff (1894-1942)
»Sonnenschein«, aus: Sechs Lieder nach Gedichten aus »Die Garbe« von Hans Steiger
»Einem Kinde«, aus der Sammlung »Das Lied vom Kinde« op. 19, 1911
»Der Junge«, aus der Sammlung »Das Lied vom Kinde« op. 19, 1911
»Schließe deine Augen zu«, aus: »Stimmungsbilder« op. 12, 1913
»Dämmerstunde«, aus: Drei Lieder, op. 19, 1914

Paul Hindemith (1895-1963) 
Ausschnitte aus der Oper: »Neues vom Tage«, 1929
»Nicht genug zu loben …«
»Unser Antrittsbesuch« (Quartett)
Sonate für zwei Klaviere zu vier Händen (1942), Erster + Zweiter Satz 

Alexander von Zemlinsky (1871-1942)
aus: Sechs Lieder auf Gedichte von Maurice Maeterlinck, op.13, 1910
»Die drei Schwestern«
»Die Mädchen mit den verbundenen Augen«
»Lied der Jungfrau«
»Sie kam zum Schloss gegangen«

Erwin Schulhoff
»Panama-Song«, aus: »H.M.S. Royal Oak« (Ein Jazzoratorium), 1928        

Viktor Ullmann (1898-1944)
»Unwiderstehliche Schönheit« / »Betrunken«, aus: »Ten Songs Of The Hebrew« 

Stefan Wolpe (1902-1972)
»Befiehlt es mein Los« (1938; Deutschsprachige Erstaufführung), aus: »Ten Songs Of The Hebrew« 

Ursula Mamlok (1923-2016)
»Mosaics« (2011) für Klavier, vierhändig        
1. As in a Dream
2. Happy Sixteenths
3. Distant Sounds
4. Contrasts

Ernst Krenek (1900-1991)
Ausschnitt aus der Oper »Karl V.« (1933/1938): »Hier die Botschaft …«
Aus dem Zyklus »Durch die Nacht« op. 67, 1930/31: »Da weht mich wieder jene Ahnung an«

Erwin Schulhoff
»Tango«

Karel Hašler (1879-1941)
»Dřímej, mé ghetto« (Schlummere mein Ghetto)
»Plují mraky do daleka« (Wolken ziehen in die Ferne)

Emmerich Kálmán (1882-1953)
»Hurra! Man lebt ja nur einmal«, aus der Operette »Die Csárdásfürstin«

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