Oper

Die verkaufte Braut

Bedřich Smetana

Komische Oper in drei Akten Libretto von Karel Sabina, Deutsche Fassung von Kurt Honolka, unter Verwendung einiger Passagen von Carl Riha und Winfried Höntsch

Premiere 8. März 2019

In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

 

Keine weiteren Vorstellungen in dieser Spielzeit.

Marie liebt Hans – Hans liebt Marie. Doch Hans ist ein Fremder in der Stadt, und Marie soll Wenzel, den Sohn des Grundbesitzers Micha, heiraten und damit eine alte Schuld begleichen. Der raffinierte Heiratsvermittler Kezal bietet Hans sogar Geld an, wenn er auf Marie verzichtet. Hans nimmt überraschenderweise an – oder ist das ein Trick? 1866 erlebte Bedřich Smetanas die Volksseele berührende Spieloper ihre Uraufführung in Prag und avancierte in ihrer zweiten Fassung mit Polka und Furiant zum tschechischen Opern-Exportschlager. In ihrer farbenfrohen Inszenierung im Stil der 1980er Jahre fragt Regisseurin Mariame Clément nach der Bedeutung von Heimat und Fremdsein und legt mit Rhythmusgefühl, feinem Gespür für die Unwägbarkeiten des Lebens, Poesie und scharfem Skalpell nach und nach die Schichten einer heiter anmutenden (Liebes-)Geschichte mit bitterbösem Inhalt frei.

Handlung

Vorgeschichte
Maries Vater Kruschina hat vor langer Zeit mit dem reichen Tobias Micha den Vertrag geschlossen, dass Marie dessen Sohn heiraten muss. Micha hat zwei Söhne: Wenzel ist das Kind aus Michas zweiter Ehe und ein wenig einfältig. Sein älterer Halbbruder, Hans, dessen Mutter früh verstorben ist, gilt als verschollen. Weder Maries Eltern noch sie selbst haben die beiden Brüder jemals getroffen.

Erster Akt
Marie liebt Hans – Hans liebt Marie. Doch Hans ist ein Fremder im Ort, niemand weiß etwas über ihn und Marie hat gerade erfahren, dass sie den Sohn des Tobias Micha heiraten soll. Sie ist verzweifelt und Hans scheint etwas vor ihr zu verbergen. Der Heiratsvermittler Kezal handelt mit den Brauteltern den Vertrag zur baldigen Eheschließung zwischen Wenzel und Marie aus. Marie lehnt das Ansinnen ihrer Eltern rigoros ab, doch Kezal drängt zum Abschluss des Vertrages. Die Feierlaune der Gäste macht den Verhandlungen jedoch zunächst ein Ende und alle gehen zum Tanz.

Zweiter Akt
Zufällig treffen Marie und Wenzel aufeinander. Als Marie begreift, wer da vor ihr steht, ringt sie dem ahnungslosen jungen Mann durch eine List den Schwur ab, Marie niemals zur Frau nehmen zu wollen. Parallel dazu knöpft Kezal sich Hans vor und will ihn mit dem Angebot einer anderen, finanzkräftigen Braut überreden, Marie aufzugeben. Hans stimmt dem Verzicht schließlich zu, unter der Bedingung, dafür eine Zahlung von 300 Gulden zu erhalten und die Versicherung, dass »nur der Sohn des Micha« Marie heiraten dürfe. Das ist genau der Auftrag vom alten Micha: Kezal sieht sich am Ziel. Als er die Absprache mit Hans öffentlich macht, sind alle empört über den jungen Mann, der seine Braut verkauft. Hans unterschreibt den Vertrag.

Dritter Akt
Ein Zirkusdirektor und seine Truppe stellen sich mit ihrem Programm vor. Wenzel verliebt sich Hals über Kopf in die hübsche Artistin Esmeralda und lässt sich von ihr überreden, am Abend anstelle des völlig betrunkenen Bärendarstellers ins Kostüm des Tieres zu steigen. Sie verspricht ihm dafür ihre Liebe. Marie will den Verrat von Hans an ihr nicht glauben, bis Kezal ihr den von Hans unterschriebenen Vertrag zeigt. Fassungslos beschließt sie, sich an Hans zu rächen und nun aus Trotz Wenzel zu heiraten. Hans’ Bitte, ihm zu vertrauen, ignoriert Marie aufgebracht. Doch als plötzlich Tobias Micha und seine Frau erscheinen und in Hans den verschollen geglaubten Sohn aus Michas erster Ehe erkennen, durchschaut Marie den Plan ihres Geliebten und verzeiht ihm. Ahnungslos ist nur – wie immer – Wenzel, der glücklich aus seinem Bärenkostüm steigt und völlig überrascht ist, als seine Mutter ihn beschimpft und mit sich fortzieht. Hans versöhnt sich mit seinem Vater und das Paar erhält seinen Segen.

»›Die verkaufte Braut‹ ist, meine Herren, eigentlich nur eine Spielerei, die ich mir dereinst erlaubt habe.

Ich komponierte sie nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Trotz, weil mir nach meinen ›Brandenburgern‹ vorgeworfen wurde, dass ich Wagnerianer sei und im nationalen, leichteren Stil nichts fertigbringen würde.

Daraufhin lief ich unverzüglich zu Sabina, um ihn um ein Libretto zu bitten, und schrieb ›Die verkaufte Braut‹ nach meiner damaligen Meinung so, dass sich nicht einmal Offenbach mit ihr messen konnte.«

Bedřich Smetana anlässlich der 100. Aufführung seiner »Verkauften Braut« im Mai 1882

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