WEBVTT

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Märchen sind ja in dem Sinne
Zentrifugen der eigenen Phantasie

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und man möchte auf gar keinen Fall
auf der Bühne den Fehler machen,

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dass man diese Phantasien eigentlich
zu klar definiert oder gar entzaubert.

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Und dazu gehört eben auch eine, finde ich,
sehr reduzierte Sprache auf der Bühne.

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Dass man eben eigentlich nur Dinge, Orte,
Situationen anreißt,

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so dass man gerade weiß,
wo man sich gerade befindet.

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Aber man darf es nicht ausmalen.

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Tanz hat immer die Möglichkeit, über die Physis
ein ganzes Stück extremer zu sein

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und andere Dinge einfach
in der Musik zu finden, fernab der Worte.

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Dementsprechend haben wir großes Glück, mit einem
phänomenalen Tänzer*innen Ensemble zu arbeiten.

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Von zwölf Tänzern und Tänzerinnen,
die eben speziell

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diese Aspekte des Stückes noch mal auf einer
ganz anderen Ebene erfahrbar machen können.

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Schnee steht auch für Vergänglichkeit,
also für das Leben.

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Weil eine Schneeflocke fällt aus der
Wolke, schwebt und weiß dann schon, dass

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wenn sie auf den Boden klatscht,
sie einfach vergeht.

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Und wenn sie Glück hat,

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sind ganz viele andere Schneeflocken
da, so im tiefen Winter.

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Dann lebt sie noch einen Monat weiter.

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Aber im Endeffekt verliert sie.

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Es gibt einen wunderschönen Schlüssel
von Andersen am Ende seines Märchens,

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wenn er erzählt, dass die Kinder wieder
zu ihrem Ausgangsort zurückkommen.

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Und plötzlich erscheint ihnen die Welt
unglaublich klein.

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Die Stühle sind winzig,
das Bett ist klein, der Schrank ist klein.

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Wir haben dann eigentlich rückwirkend
so ein ganz neues Gefühl,

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das sich zu der Geschichte,
zu dem Erlebten entwickelt.

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Dinge bekommen plötzlich eine ganz andere
metaphorische Qualität.

