Sonstige

Gedenken an Hermi Ambros

Seit 1957 gehörte Hermi Ambros fest zum Solistenensemble der Dresdner Staatsoper. Nach Abitur und Ausbildung arbeitete sie zunächst als Damenschneider-Meisterin in den Kostümwerkstätten der Staatstheater Dresden. 1954 wurde sie nach privater Gesangsausbildung bei Gertrud Voigt, später bei Kammersänger Prof. Johannes Kemter sowie bei Elly Dörrer, in das Opernstudio der Staatsoper Dresden aufgenommen. Aufgrund ihrer Ausstrahlung und ihrer Stimme wurde sie zunächst für Partien des Soubrettenfachs besetzt (u.a. »Freischütz«-Ännchen, Papagena, Despina, Zerlina, Musette und Gretel in »Hänsel und Gretel«). Nach und nach baute sie sich ein umfangreiches Repertoire auf und bekam die Chance, ihre fachlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Sie beeindruckte in der Titelpartie der »Madama Butterfly« oder als Titania in »Oberon« und erwies sich als Cherubino in »Die Hochzeit des Figaro«, als Nedda in »Der Bajazzo« oder als Eurydike in »Orpheus und Eurydike« als Darstellerin von bemerkenswerter Qualtität und Stilsicherheit. Ihre gestalterische Intensität eröffnete ihr auch viele Möglichkeiten im zeitgenössischen Repertoire. So blieben die Titelrollen Marike Weiden (Karl Rudi Griesbach) und Tay Yang (Jan Kurt Forest) in besonderer Erinnerung. Gastspiele und Konzerttourneen führten Sie nach Ost- wie auch Westeuropa und bis nach Japan. In all ihren Partien bewies Hermi Ambros menschliche Wärme und verschmitzten Humor, wodurch sie die Symphatien der Zuschauer*innen erwarb. Bereits 1964 wurde sie zur Kammersängerin ernannt. 1989 bekam sie für ihren künstlerischen Einsatz – sie gehörte rund 30 Jahre lang zu den meistbeschäftigten Sängerinnen des Hauses – die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Nach ihrer aktiven Bühnenlaufbahn gab sie als Gesangspädagogin ihren reichen Erfahrungsschatz an die junge Generation weiter.

Kammersängerin Hermi Ambros hat die künstlerische Geschichte der Staatsoper Dresden geprägt. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren. 

Foto: Szene aus »Madama Butterfly« mit Hermi Ambros und Karl-Friedrich Hölzke (28.6.1975) © Semperoper Dresden/E. Döring