Intermission Talks

20 minutes conversation from the Semperoper Dresden

Please note that our Intermission Talks are available in German only.

Ein Pausengespräch ist fast so spannend wie die Vorstellung selbst: Man tauscht sich über das Gehörte und Gesehene aus, stellt sich Fragen, erfährt Interessantes, manchmal auch Skurriles. In unregelmäßigen Abständen treffen sich Mitarbeiter*innen und Gäste aus der Welt der Semperoper für die Dauer einer Vorstellungspause und sprechen über aktuelle Themen, Besonderheiten des Opernbetriebes, Musik und Theater und alles, was dazu gehört.

Hier geht’s zu unseren Pausengesprächen aus dem Frühjahr 2020 im Rahmen der Kampagne »Semperoper zuhause«.

»So eine Krisensituation wollen wir festhalten, das macht Geschichte aus.«

Pausengespräch mit Janine Schütz, Leiterin des Historischen Archivs der Sächsischen Staatstheater

Die Semperoper hat schon viele Krisen hinter sich. Allein in den 10 Jahren zwischen 1914 und 1924 ist viel passiert: der Erste Weltkrieg, die Spanische Grippe, die Inflation und der Tod des Generalmusikdirektors Ernst von Schuch. Bis heute zeugen die im Historischen Archiv der Sächsischen Staatstheater aufbewahrten Dokumente von dieser Geschichte. Aber wie wertet man diese Dokumente aus? Und wie dokumentiert man überhaupt eine Krise, wie es sie auch aktuell durch die Covid-19-Pandemie gibt? Unsere Social Media-Managerin Birgit Nockenberg spricht darüber mit Janine Schütz, der Leiterin des in Deutschland einzigartigen Historischen Archivs der Sächsischen Staatstheater.

Bitte klicken Sie auf »weiterlesen«, um einige der im Gespräch erwähnten Archivmaterialien anzuschauen.

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Die ältesten Theaterzettel im Bestand des Archivs der Sächsischen Staatstheater, »Gulistan oder Der Hulla von Samarcanda Dalayrac« vom 30. Oktober 1821 (Oper) und »Hamlet« vom 6. November 1817 (Schauspiel) sowie der Anschlag am Königlichen Hoftheater zur Schließung während der Spanischen Grippe vom 24. Oktober 1918:

Ältester Theaterzettel der Staatsoper im Bestand des Historischen Archivs: »Gulistan oder Der Hulla von Samarcanda Dalayrac«, 30. Oktober 1821Ältester Theaterzettel des Staatsschauspiels im Bestand des Historischen Archivs: »Hamlet«, 6. November 1817Ein Anschlag am Königlichen Hoftheater informiert über die Schließung während der Spanischen Grippe, 24. Oktober 1918.

© Historisches Archiv der Sächsischen Staatstheater

Das Gespräch fand am 18. Dezember 2020 statt.

»Im Theater kann man zaubern«

Pausengespräch mit der Spielleiterin und Regieassistentin Gunda Mapache

Gunda Mapacha ist Spielleiterin und Regieassistentin an der Semperoper. Im Gespräch mit Kai Weßler erklärt sie, wie man eine Operninszenierung lebendig hält, warum der zweite Akt von »La bohème« so kompliziert ist und wie man bald wieder trotz erhöhter Hygienebestimmungen Solist*innen und Chorist*innen über die Bühne bewegen kann.

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Was genau machen eigentlich die Spielleiter*innen der Semperoper, und was ist der Unterschied zu ihrer Arbeit als Regieassistent*in? Wie sieht ein Regiebuch aus, und warum ist es für ein Opernhaus so wichtig? Am Beispiel von Christine Mielitz’ Inszenierung von »La bohème«, der ältesten Inszenierung im Repertoire der Semperoper, erklärt Gunda Mapache, wie man eine mehrere Jahrzehnte alte Inszenierung immer wieder frisch hält – und was mit den Jahren so passieren kann. 

Nachdem die Spielleiter*innen normalerweise dafür sorgen, dass die Inszenierungen immer gleich erhalten bleiben, stellt die Corona-Krise Gunda Mapache und ihre Kolleg*innen vor ganz neue Herausforderungen: Sie passen Opern an neue Hygienebestimmungen und kürzerer Spieldauer an. Aber kann man mit Abstand noch Opern aufführen? Gunda Mapache berichtet von kreativen Lösungen – und verrät noch ein kleines Bühnengeheimnis der »bohème«-Inszenierung. 

Das Gespräch fand am 25. November 2020 statt.

»Pausen sind ein ganz wichtiges Gestaltungsmittel«

Pausengespräch mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer Wolfgang Rothe

Im Pausengespräch mit dem Kaufmännischen Geschäftsführer der Sächsischen Staatstheater, Wolfgang Rothe, ist der Titel Programm: Ob Lieblingspausen in der Musik, Spaziergänge um den Zwingerteich, liebste, kürzeste oder längste Pausen, Entspannungsübungen und kurze Nächte – die Pause ist es wert aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachtet zu werden. Wolfgang Rothe wirft gemeinsam mit der Leiterin der Abteilung Kommunikation und Marketing, Susanne Springer, einen differenzierten Blick auf die Chancen und Risiken der unterschiedlichen Pausen, die das Leben und die Arbeit in der Semperoper vorhalten.

Das Gespräch fand am 27. November 2020 statt.

»Flexibilität bekommt eine ganz neue Definition«

Pausengespräch mit Intendant Peter Theiler

Den ersten Lockdown hat die Semperoper gemeistert. In Bezug nun auf die Schließung von Theater- und Konzerthäusern im neuerlichen Lockdown kann man fast täglich neue Statements, Meinungen und Argumente über das Für und Wider lesen. Was neben dieser Diskussion aber immer weiterläuft, ist der Probenbetrieb in der ambivalenten Situation, heute etwas entscheiden zu müssen, bei dem man noch nicht weiß, ob es morgen stattfinden wird.  – Eine Momentaufnahme mit Intendant Peter Theiler und Dramaturgin Juliane Schunke.

Das Gespräch fand am 12. November 2020 statt.

»Nie hat man mehr Adrenalin!«

Pausengespräch mit Nikola Hillebrand zu »Die Zauberflöte«

Nikola Hillebrand ist seit Beginn der Spielzeit 2020/21 im Ensemble der Semperoper engagiert und singt als ihre erste Premiere die Königin der Nacht in Wolfgang Amadeus Mozarts »Die Zauberflöte«. Im Gespräch mit dem Dramaturgen Kai Weßler erzählt sie von der Herausforderung dieser sehr außergewöhnlichen Rolle.

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Ungewöhnlich ist die Rolle der Königin der Nacht, weil hier einmal der hohe Sopran die »böse« Figur ist, nachdem die Königin der Nacht als durchaus positive Figur eingeführt wurde. Ungewöhnlich ist die Kürze dieser wichtigen Rolle, und ungewöhnlich ist auch, dass die Königin ihrem Gegenspieler Sarastro im ganzen Stück nicht begegnet.

Nikola Hillebrand erzählt von der großen Entwicklung, die die Figur im Laufe der Oper durchläuft, obwohl sie nur so wenige Auftritte hat. Sie berichtet außerdem, wie sich eine Sängerin den Ausgleich zu dieser extremen Partie sucht und wie die Einsamkeit der Königin der Nacht sich für die Sängerin bei den Vorstellungen auswirkt – und was ihre größte Angst bei einer »Zauberflöten«-Vorstellung ist.

Das Gespräch fand am 29. Oktober 2020 statt.