Willkommen!

Wir beginnen unsere Reise zu einem weiteren Kapitel der Geschichte des Semperoper Ballett unter unserem neuen Intendanten Peter Theiler. Mit kreativen Impulsen und frischer Inspiration planen wir aktuell gemeinsam die künstlerische Ausrichtung der nächsten drei Spielzeiten. Ich werde weiterhin neue Kreationen für unsere Company in Auftrag geben und neue Choreografen vorstellen – Zeitgenossen sowie Vorreiter vergangener Epochen – und bestehende Beziehungen zu bereits bekannten Choreografen stärken.

Wir freuen uns auf zwei spannende Premieren: Am 3. November 2018 zeigen wir erstmals »Labyrinth«. Der abwechslungsreiche Abend beginnt mit George Balanchines Meisterwerk zu Hindemiths elektrisierender Partitur »Die vier Temperamente«. In den vergangenen 12 Spielzeiten haben wir unter meiner Leitung ein umfangreiches Balanchine-Repertoire aufgebaut, das überwiegend aus seinem eher klassischen Repertoire besteht, »Die vier Temperamente« ist die erste seiner abstrakten black & white-Arbeiten. Das 1946 kreierte Ballett wurde als stilprägender Vorläufer aller Balanchine-Ballette bekannt. Der zweite Teil dieses Programms besteht aus zwei kürzeren Werken. Mit »Errand into the Maze« präsentieren wir zum ersten Mal ein Werk der legendären Pionierin des US-amerikanischen zeitgenössischen Tanzes, Martha Graham. 1947 uraufgeführt und choreografiert auf eine 15-minütige Partitur von Gian Carlo Menotti, nahm Graham den berühmten griechischen Mythos von Ariadne und dem Minotaurus als Grundlage, von dem ausgehend sie die Angst vor sexueller Intimität erforscht. Den zweiten Teil schließen wir mit einem uns und dem Dresdner Publikum bereits gut vertrauten Künstler ab, dem weltberühmten israelischen Choreografen Ohad Naharin und seiner Choreografie »Black Milk«. Das 1985 kreierte Werk, das zur Musik für Marimbaphon von Paul Smadbeck getanzt wird, zeigt ein faszinierendes, archaisches Ritual, bei dem fünf männliche Tänzer ihre Körper mit schwarzer Farbe bemalen und durch die Gegenüberstellung von Tempi, Texturen und Energie herausgefordert werden. Die ersten drei Werke dieses Programms verbindet einerseits ihre Zeitlichkeit – die ersten beiden stammen aus den 1940er Jahren –, andererseits ihr Stil, denn Graham lud nach einem Besuch in Israel Anfang der 1970er Jahre Ohad Naharin ein, sich ihrer Tanzkompanie in New York anzuschließen und beeinflusste somit sein Werk. Naharin hat dann seinen unverwechselbaren Stil entwickelt, aber in »Black Milk« kann man die Parallelen zwischen den Arbeiten der beiden Choreografen erkennen, vor allem mit Blick auf die Idee einer »Erneuerung«, die auch für Graham zentral war. Zum Abschluss des Abends habe ich eine Uraufführung bei unserem Tänzer Joseph Hernandez in Auftrag gegeben. Ich bin immer daran interessiert, Talente zu fördern, wo immer es möglich ist, und ich glaube, dass Joseph eine sehr interessante und einzigartige kreative Stimme hat. Nachdem er in den vergangenen Spielzeiten zwei erfolgreiche, kleinere Werke für mich kreierte, eine Choreografie für Semper Zwei und eine Arbeit für eine Tournee in das Joyce Theater, New York, freue ich mich, Joseph nun die Möglichkeit zu geben, für unsere Hauptbühne zu choreografieren. Ich habe ihm viel Freiraum gegeben, so dass er seine künstlerische Vision für diese Premiere verwirklichen kann – und wir sind alle sehr gespannt, was er erschaffen wird!

Mit unserer zweiten Premiere am 25. Januar 2019 zeigen wir Johan Ingers einzigartige, aufrüttelnde »Carmen«, ein Titel, den ich schon lange im Repertoire haben will. Auch Inger ist kein Fremder mehr in Dresden, da wir derzeit zwei weitere seiner Werke in unserem Repertoire haben. Er ist ein Choreograf, mit dem ich die künstlerische Beziehung weiter vertiefen möchte. In »Carmen«, ursprünglich für die Compañía Nacional de Danza im Jahr 2015 entstanden, konzentriert sich Inger auf die Themen Leidenschaft und Gewalt, denen er sich durch die Augen eines Kindes nähert, wodurch Unterschwelliges wie Jugend und Unschuld herausgearbeitet werden, die sich im Originalmaterial angedeutet finden. Ingers »Carmen« ist zu einem der meistbesprochenen Ballette dieses Jahrzehnts geworden; die unwiderstehliche Musik von Bizet und Schtschedrin, live gespielt von der Sächsischen Staatskapelle Dresden, und Ingers atemberaubende Choreografie werden diesen Abend unvergesslich machen!

Unter der Leitung von Manfred Weiß und Raphaël Coumes-Marquet wird in Semper Zwei die Premiere von »Alice – Eine Reise ins Wunderland« nach »Alice im Wunderland« ab dem 8. Juni 2019 zu erleben sein. Dabei handelt es sich um die Arbeit eines choreografischen Kollektivs, bestehend aus Talenten unserer Company, die jeweils für ein bestimmtes Kapitel der Geschichte verantwortlich sind.

Ich freue mich zudem sehr anzukündigen, dass der ehemalige Principal Dancer des American Ballet Theatre und internationale Ballettstar Marcelo Gomes zum ersten Mal als Prinz Siegfried in »Schwanensee« und als Oberon in »The Dream« in Dresden zu Gast sein wird. Ich hoffe, dass dies der Beginn einer Zusammenarbeit ist, die in den kommenden Jahren fortgesetzt werden kann.

Unsere internationale Sichtbarkeit ist nach wie vor ein weiterer Schwerpunkt meiner Tätigkeit. Nach drei erfolgreichen Tourneen in der vergangenen Saison nach New York, Ottawa und London, freuen wir uns in dieser Saison auf unsere erste Tournee nach Asien und Australien: Wir werden am 15. und 16. März 2019 in Singapur an zwei Abenden William Forsythes »Impressing the Czar« präsentieren. Bereits am 8., 9. und 10. März präsentieren wir »Carmen« von Johan Inger in Adelaide.
Mit über achtzig Vorstellungen, zehn Produktionen, drei Premierenprogrammen, zwei Uraufführungen und einer Tournee nach Asien und Australien verspricht auch diese Saison, abwechslungsreich und spannend zu werden. Wir laden Sie herzlich dazu ein, das Semperoper Ballett live zu erleben.

Aaron S. Watkin
Ballettdirektor Semperoper Ballett

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