Балет в двух действиях. В хореографии Аарона С. Ваткина по оригинальной хореографии Мариуса Петипа
Die Tempeltänzerin (Devadasi/ Bayadère) Nikija und Solor haben sich heimlich ewige Liebe geschworen. Doch der mächtige Radscha Dugmanta von Golconda durchkreuzt die Pläne der Liebenden: Längst schon möchte er den Krieger Solor mit seiner Tochter Hamsatti vermählen. Überwältigt von Hamsattis Schönheit, vergisst Solor sein Liebesversprechen an die Bayadère. Der hohe Brahmane Kanj beobachtet die heimliche Liebe zwischen Nikija und Solor, er selbst liebt die Bayadère. Nikija weist sein Werben zurück – Kanj schwört Rache und treibt die Verlobungszeremonie zwischen Hamsatti und Solor geschickt voran. Nikija soll vor Solor und Hamsatti tanzen. Ein Blumenkorb, als Dank an die Bayadère überreicht, birgt ein tödliches Geheimnis: Nikija wird von einer giftigen Schlange gebissen und stirbt. Solor, außer sich vor Schmerz über den Tod Nikijas, betäubt sich mit Opium. In einer Vision begegnet er der Geliebten im Königreich der Schatten. Erwacht aus seiner Trance, sind die Hochzeitsvorbereitungen nicht mehr aufzuhalten. Doch Solors Gedanken sind nur bei Nikija. Mit Gewalt wird versucht, die Hochzeitszeremonie zu vollenden, doch der Zorn der Götter macht dem Menschenwerk ein Ende: Aus dem zerstörten Tempel entkommt kein Lebender. Nikijas Seele vergibt und umhüllt die Seele Solors mit ihrer ganzen Liebe. Für immer in Liebe vereint ziehen sie ins Nirvana.
Vor einem indischen Tempel
Solor, der edelste Krieger des Landes, möchte dem mächtigen
Radscha einen Tiger zum Geschenk machen. Er sendet seinen engsten Gefährten Ekavir mit seinen
Kshatriya-Kriegern auf die Jagd.
Alleingelassen bittet er den Fakir Madhavan um ein Treffen
mit der Tempeltänzerin Nikija. Sie werden durch die Ankunft des Hohen Brahmanen
Kanj unterbrochen, der Madhavan aufträgt, die Zeremonien zu Ehren des Heiligen
Feuers vorzubereiten.
Die Devadasis erscheinen, unter ihnen auch Nikija, die
heiligste der Tempeltänzerinnen. Kanj ist schon längst von ihrer Schönheit
überwältigt und gesteht Nikiya seine Liebe, die den tief Gekränkten jedoch
abweist.
Madhavan überbringt Nikija Solors Nachricht.
Nikija stimmt einem Treffen zu.
Solor und Nikija schwören sich vor dem Heiligen Feuer ewige Liebe. Von ihnen unbemerkt, beobachtet Kanj dieLiebenden und schwört Rache an Solor.
Im Palast des Radschas
Mit großen Festlichkeiten geben Radscha und Rani Dugmanta
von Golconda die bevorstehende Hochzeit zwischen ihrer Tochter Hamsatti und
Solor bekannt.
Kanj erscheint unerwartet und berichtet dem Radscha, wie
Solor der Bayadère Nikija vor dem Heiligen Feuer ewige Liebe schwor. Außer sich
vor Wut befiehlt der Herrscher jedoch nicht, wie von Kanj beabsichtigt, Solors
Tod.
Nikija soll sterben, um die Hochzeit der seit Kindertagen
Versprochenen nicht zu gefährden.
Hamsatti, die der Unterredung heimlich lauscht, schickt nach
Nikija.
Mit kostbaren Juwelengeschenken versucht sie Nikijas Sympathie
zu gewinnen, doch diese scheint deren Absicht nicht zu verstehen. Irritiert,
dass ihr Vorhaben, Nikija von Solor abzubringen, scheitert, konfrontiert
Hamsatti die Bayadère mit der bevorstehenden Hochzeit. Halbwahnsinnig über das
soeben Gehörte, stürzt sich Nikija mit einem Dolch auf Hamsatti, flieht jedoch
in tiefem Entsetzen über ihre Tat.
Fest entschlossen schwört Hamsatti, Nikijas Leben ein Ende
zu setzen
»Misri«* – Die Verlobungszeremonie von Hamsatti und Solor im Palastgarten
Die Verlobung von Hamsatti und Solor wird feierlich
begangen. Kanj bringt Nikija, damit sie auf der Feier tanze. Nikija glaubt fest
an Solors Liebe und bringt ihre tiefe Traurigkeit im Tanz zum Ausdruck. Ein
angeblich von Solor gesendeter Blumenkorb wird der nun hoffnungsvollen Nikija
überreicht. Doch der Korb birgt ein tödliches Geheimnis: Nikija wird von einer
im Korb verborgenen Schlange gebissen.
Kanj bietet schnell ein Gegengift. Doch Solor beachtet seine
Bayadère nicht und verlässt mit den Herrschern das Fest.
Nikija entscheidet sich für den Tod.
Solors Gemächer
Solor ist außer sich vor Schmerz über den Tod Nikijas.
Er betäubt sich mit Opium, um sein Leid tragen zu können.
Das Königreich der Schatten
In einer Vision begegnet er der Geliebten tausendfach im Königreich
der Schatten. Seine Liebe zu Nikija ist stärker denn je. Ein Tanz mit ihr
erweckt die Erinnerung an seinen Schwur vor dem Heiligen Feuer.
Solors Gemächer
Als Solor aus seiner Trance erwacht, sind die
Hochzeitsvorbereitungen nicht mehr aufzuhalten. Sein Freund Ekavir mahnt zur
Eile. Doch Solors Gedanken sind nur bei Nikija. Zerstreut wohnt er den
Vorbereitungen bei. Hamsatti, der Solors Zustand nicht entgangen ist, versucht
ihn zu besänftigen, damit die Hochzeit wie geplant stattfinde.
»Shaadi«** – Das Hochzeitsritual vor dem Tempel
Die Brahmanen richten alles für das Hochzeitsritual. Zu
Ehren der Götter tanzt ein goldenes Idol. Doch Solor kann sich von seinen
Gedanken an Nikija nicht lösen. Immer wieder erscheint ihm ihre Gestalt und
verzögert das Ritual. Wie von Geisterhand erscheint der todbringende
Blumenkorb Nikijas und stiftet Entsetzen.
Mit Gewalt versucht Kanj die Hochzeitszeremonie unter dem Mandap*** zu vollenden. Doch der Zorn der Götter über den Tod der Tempeltänzerin
macht dem Menschenwerk ein Ende: Aus dem zerstörten Tempel
entkommt kein Lebender.
Nikijas Seele vergibt und umhüllt die Solors mit ihrer
ganzen Liebe. Für immer vereint ziehen sie ins Nirvana.
* Misri markiert den Beginn des
indischen Hochzeitsrituals.
** Shaadi – das finale Ritual einer
indischen Hochzeit geleitet durch einen Brahmanen schwört das Paaar vor dem
göttlichen Symbol des Heiligen Feuers ewige Treue.
*** Mandap – Baldachin, unter dem bestimmte
Rituale vollzogen werden.