Die dreiteiligen »Juwelen« sind Balanchines Tribut an die »Goldenen Zeiten« des Balletts, gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit den Ländern, in denen der Choreograf gelebt hat und die ihn geprägt haben. Nach den amerikanischen »Rubies«, und »Diamonds«, eine Hommage an das russische Ballett unter Marius Petipa, bringt das Semperoper Ballett in der Spielzeit 2010/11 abschließend »Emeralds« zur Aufführung. Balanchine, der in den 1920er Jahren kurze Zeit in Paris den »Ballets Russes« des genialen Impresarios Sergej Diaghilew angehörte, feiert hier ein Frankreich »der Eleganz, des Lebensstils und des Parfüms«. Zur Musik zweier Kompositionen des Franzosen Gabriel Fauré, »Pelléas et Mélisande« und »Shylock«, beschwört die lyrische Choreografie die Ära des romantischen Balletts, der danse l’école, der Sylphiden.
Die Choreografien Mats Eks, seien es seine sehr zeitbezogenen Bearbeitungen der Handlungsballett‑Klassiker wie »Giselle« oder »Dornröschen«, seien es seine abstrakten Werke, zu denen »Sie war schwarz« zählt, überzeugen durch ihre ungeheure Ausdruckskraft. Ek, Sohn der Choreografin Birgit Cullberg und eines Schauspielers, begann erst spät mit dem Tanz, zuvor hatte er als (Figuren)-Theaterregisseur gearbeitet. Seine Choreografien erzählen von der Radikalität menschlicher Gefühle und von gesellschaftlichen Zwängen. So wollte er in »Sie war schwarz« (1995) das (Zusammen)Leben heutiger Stadtbewohner durch eine Lupe betrachten. Entstanden ist eine Szenenfolge, die – obwohl ohne nacherzählbare Handlung – hochemotional uns vertraute zwischenmenschliche Beziehungskämpfe schildert, gleichzeitig aber auch durch surreale Elemente eine Fantasiewelt schafft.
»Artifact«, ein »Ballett in vier Akten«, schuf William Forsythe 1984 für seine Frankfurter Company. Erstmalig beschäftigte er sich hier mit dem Thema »Wahrnehmung«, indem er im zweiten Akt den Bühnenvorhang niedersausen ließ und die Protagonisten – zwei Paare mit hochvirtuosen neoklassischen Variationen sowie das Corps de Ballett –, während die Musik weiterspielte, vor dem inneren Auge des Zuschauers weitertanzen ließ. Dieser zweite Teil von »Artifact«, zu Bachs Chaconne aus der d-Moll Partita für Violine Solo, wurde in den darauffolgenden Jahren mehrfach vom Choreografen weiterentwickelt, neben »Artifact Suite« auch in »Steptext«, ebenfalls im Repertoire der Dresdner Company. »Artifact Suite«, entstanden 2004, also zwanzig Jahre nach der Uraufführung von »Artifact«, wird William Forsythe nun neu einstudieren.
Хореография Дэвида Доусона, Матса Эка и Уильяма Форсайта
Премьера: 20.05.2011
Choreography: Джордж Баланчин
Music: Gabriel Fauré
Set Design: Питер Харвей
Костюмы: Karinska
Свет: Фабио Aнточи
Staged by: Элайз Борн
Choreography: Mats Ek
Music: Henryk M. Górecki
Set Design and Костюмы: Peder Freiij
Свет: Ellen Ruge
Staged by: Allyson Way Wanselius
Choreography, Set Design, Костюмы and Свет: William Forsythe
Music: Иоганн Себастьян Бах
Staged by: Laura Graham, Эрон С. Уоткин