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Simplicius Simplicissimus

Fotogallerie für Simplicius Simplicissimus - Insgesamt 5 Fotos.

Drei Szenen aus seiner Jugend nach Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen. Von Hermann Scherchen, Wolfgang Petzet und Karl Amadeus Hartmann. In deutscher Sprache.

Ausführliche Inhaltsangabe

Anno Domini eintausendsechshundertundachtzehn lebten zwölf Millionen Menschen in Deutschland. Dann kam der große Krieg. Der Glaube an den einen Gott war zerspalten, das heilige Reich war zerstückelt, aufstanden Fürst wider Kaiser, Bauer wider Städter, Ritter wider Reuter, und der bittere Tod war ihrer aller Herr. – Nur einer war, der nichts wusste vom Gericht, fernab, in der Einöde, ein kleiner Bub bei den Schafen, kannte weder Gott noch Menschen, weder Himmel noch Hölle, weder Engel noch Teufel, wusste weder Gutes noch Böses zu unterscheiden, der Allereinfältigste: Simplicius Simplicissimus.

Ein Bauer schickt seinen Jungen alleine auf die Weide und schärft ihm ein Sackpfeife zu spielen, um die Wölfe zu vertreiben. Müde geworden, schläft der Bub ein und träumt, der Baum, unter dem er liegt, sei mit verschiedenen Gestalten bevölkert, die schmerzhaft auf die Wurzeln drücken. Als er erwacht, steht ein Landsknecht vor ihm und fragt nach dem Weg zum Hof. Noch ehe der verängstige Junge antworten kann, sieht er, wie der elterliche Hof geplündert wird und in Flammen steht.

Als Einziger seiner Familie überlebt der Bub diesen Angriff und trifft im Wald, wo er vor den Gräueltaten des Krieges Zuflucht sucht, auf einen Einsiedel, der ihn vergeblich nach seinem Namen fragt. – »Du bist wohl ein unwissender Tropf, dass du weder deiner Eltern noch deinen eigenen Namen nicht weißt«, sagt der Einsiedel zu dem ihm zugelaufenen Bauernjungen und nennt ihn Simplicius. Er nimmt den Vertriebenen bei sich auf und lehrt ihn allerhand Lebensnotwendiges. Zwei Jahre vergehen, bis der Einsiedel eines Tages stirbt.

Noch immer tobt der Krieg und hinterlässt in den Städten und Dörfern Spuren der Verwüstung. Ein Landsknecht und ein Hauptmann greifen Simplicius auf und bringen ihn zum Gouverneur, wo sich die Männer bei einem ausgelassenen Fest an einer tanzenden Dame ergötzen. Der Gouverneur findet Gefallen an Simplicius, da dieser immer naiv die Wahrheit sagt: »Er soll predigen, er soll reden, er soll Narrenfreiheit haben, er soll mein Narr sein.« Als Hofnarr nennt Simplicius zur Erheiterung der reichen Gesellschaft fortan deren Untaten beim Namen, bis hier in einem Rachefeldzug der Bauern der Tod um sich schlägt. Doch: »Du Wurm, bist nicht wert, dass man den Arm gegen dich erhebt«, sagt ein Bauer zu dem Narren und verschont ihn. Sein Traum vom ächzenden Ständebaum mutet nun geradezu prophetisch an. Ja, Simplicissimus, der reine Tor, hatte die ganze Welt im Kopf.

Übersicht

Fotogalerie

Staatsopernchor|Simplicius Simplicissimus|© Matthias Creutziger

Video

Simplicius Simplicissimus
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