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Rusalka

Fotogallerie für Rusalka - Insgesamt 5 Fotos.

Lyrische Oper in drei Akten von Antonín Dvořák. In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Ausführliche Inhaltsangabe

Die Handlung

Im dunklen Reich des Wassermanns werden verborgene Sehnsüchte und unheimliche Triebe sichtbar. Kein Mensch steigt freiwillig auf diesen tiefen Grund herab.

Erster Akt

Drei Elfen treiben wollüstig Schabernack mit dem Wassermann. Sie jagen ihm Angst vor der Wut seiner eifersüchtigen Gattin ein und lassen ihn unerfüllt zurück.

Den Verlust seiner Jugend beklagend, erscheint ihm Rusalka, eine Nixe. Sie erzählt, wie sie einem Mann begegnet ist, der sie weder sehen noch hören kann. Um sich mit ihm in Liebe vereinen zu können, möchte sie ein Mensch werden und das Wasser für immer verlassen. Entsetzt über diesen Wunsch, warnt der Wassermann Rusalka vor dem unbeständigen und sterblichen Menschengeschlecht, das nur Unheil bringt. Sie lässt sich aber nicht einschüchtern und verlangt zu wissen, wie sie an ihr Ziel kommt. Widerwillig verweist der Wassermann sie an die Hexe Ježibaba und zieht sich wehklagend zurück.

Rusalka wendet sich an den Mond mit der Bitte, ihre Sehnsucht nach Liebe an den Ersehnten auszurichten.

Ježibaba erscheint, von der Nixe herbeigerufen. Rusalka preist die mächtige Zauberkunst der Hexe und fleht sie an, sie in einen Menschen zu verwandeln. Dafür verlangt Ježibaba nicht nur Rusalkas schönes Nixenkleid, sondern stellt grausame Bedingungen: als Mensch wird Rusalka stumm sein. Sollte ihre irdische Liebe unerfüllt bleiben, ist sie für ewig verflucht und ihr Geliebter zugleich dem Tode geweiht. Sicher, dass ihre Liebe sich gegen alle Verwünschungen bewähren wird, stimmt Rusalka zu.

Ježibaba macht sich in ihrer Hexenküche ans Werk. Während sie Rusalka den ihr verwandelnden Zaubertrank einflößt, klingt aus der Tiefe die Klage des Wassermanns.

In der Morgendämmerung nähert sich ein Prinz mit seinem Jagdgefolge. Er fühlt sich von einem fremden Zauber gefangen und schickt die Jäger fort. Wie ein Traumbild erscheint ihm eine schöne Jungfrau. Ihr Anblick versetzt ihn in Verzücken und er gesteht ihr seine Liebe. Ohne ein Wort sprechen zu können, fällt Rusalka dem Ersehnten vertrauensvoll in die Arme. Aus dem Wasser erhebt sich erneut die Klage über die verlorene Tochter.

Zweiter Akt

Am Hof wird ein Fest vorbereitet. Über den merkwürdigen Frauengeschmack des Prinzen wird getratscht und gelästert: Man hält seine neue Geliebte für eine unheimliche Kreatur und glaubt, dass bei ihrer Verbindung böse Zauberkräfte im Spiel sind. Kaum erscheint der Prinz mit Rusalka, machen sich alle rasch aus dem Staub.

Der Prinz ist bis über beide Ohren verliebt, jedoch stellen Rusalkas kühle Art und ihr ständiges Schweigen seine Begierde auf eine harte Probe. Zum Fest erscheint eine fremde Fürstin. Sie beobachtet die ungestillte Leidenschaft des Prinzen und tritt mit eitlen Absichten zwischen das Paar. Dem Prinzen wirft sie vor, seine Pflichten als Gastgeber zu versäumen und redet ihm ein, dass seine stumme Geliebte einen schlechten Einfluss auf ihn habe. Verunsichert reicht der Prinz der fremden Fürstin seinen Arm und lässt Rusalka in ihrer sprachlosen Verzweiflung zurück.

Beim Fest amüsiert sich der Prinz mit der ihn leidenschaftlich umgarnenden Fürstin und lässt Rusalka außer Acht. Bitter enttäuscht über seine Unbeständigkeit, fleht sie den Wassermann um Hilfe an. Er kann aber Rusalkas Los lediglich beweinen; sie ist weder Mensch noch Nymphe und somit keiner Welt mehr zugehörig.

Unterdessen ist der Prinz den Reizen der fremden Fürstin völlig verfallen. Er wirbt leidenschaftlich um ihre Gunst. Als Rusalka sich dem Prinzen verzweifelt zu Füßen wirft, stößt er sie verachtungsvoll von sich. Dies erregt den Zorn des Wassermanns. Er verflucht den Prinzen und zieht Rusalka mit sich in die Tiefe. In Todesangst fleht der Prinz die fremde Fürstin um ihre Hilfe an. Sie lacht nun aber den Treulosen aus und lässt ihn in seiner Umnachtung allein zurück.

Dritter Akt

Rusalka wird von erbarmungslosen Wassermächten festgehalten, in deren Wellen sie weder Tod noch Leben findet. Als Strafe für ihre Sehnsucht nach Menschenliebe schwebt sie zwischen Sein und Schein, voller Schmerz über den Verrat des Prinzen.

Ježibaba erscheint und gibt Rusalka zu verstehen, dass sie sich vom bösen Fluch nur befreien kann, indem sie das Blut des Begehrten eigenhändig vergießt. Ježibaba drückt ihr ein Messer in der Hand, Rusalka wirft es aber weg: lieber ist sie ewig verdammt als schuldig am Tod des Geliebten. Rusalkas Einfalt höhnend, macht sich die Hexe lachend davon.

Rusalka sieht sich nun von ihren Schwestern umgeben, die sie endgültig aus ihren Reihen verstoßen und Rusalka den Weg zu einem Dasein als Irrlicht weisen: Wer sich ihr jetzt nähert, ist des Todes.

In den Strahlen des Mondes besingen die drei Elfen ihre blasse Schönheit und versuchen erneut, den Wassermann mit ihrem eitlen Spiel zu locken. Freudlos weist er sie aber ab, den Verlust seiner Tochter beklagend. Die Elfen fliehen die trübe Dunkelheit, die ihn umgibt.

In seiner Umnachtung sucht der Prinz nach Rusalka auf tiefstem Grund. Sie erscheint ihm und warnt vor der Gefahr, in der er sich befindet. Er will aber um jeden Preis mit ihr in Liebe vereint sein, küsst sie und sinkt entseelt in Rusalkas Arme.

Der Wassermann verkündet klagend, dass ein jedes Liebesopfer umsonst ist. In der Zuversicht, dass Menschen Frieden im Jenseits finden, bleibt Rusalka allein zurück.


Stefan Herheim

Übersicht

Fotogalerie

Sofi Lorentzen (Dritte Elfe), Barbara Senator (Zweite Elfe), Vanessa Goikoetxea (Erste Elfe)|Rusalka|© Matthias Creutziger

Video

Rusalka
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