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Dead Man Walking

Fotogallerie für Dead Man Walking - Insgesamt 5 Fotos.

Oper in zwei Akten. Musik von Jake Heggie. Libretto von Terrence McNally. Nach einer Novelle von Schwester Helen Prejean. Bühnensprache: Englisch mit deutschen Übertiteln

Ausführliche Inhaltsangabe

Musik von Jake Heggie, Libretto von Terence McNally. Nach einer Novelle von Schwester Helen Prejean. Auftragswerk der San Francisco Opera. »Du sollst nicht töten« – Von der Brüchigkeit eines Gebotes. »Dead Man Walking« rufen Wächter und Insassen in amerikanischen Gefängnissen, wenn ein Todeskandidat den Weg zum Hinrichtungsraum antritt. Wie auch der gleichnamige, mehrfach preisgekrönte Film mit Susan Sarandon und Sean Penn von 1995, basiert die Oper auf den Erlebnissen der katholischen Nonne Schwester Helen Prejean, die mehreren Verurteilten bis zur Hinrichtung geistlichen Beistand geleistet hat. Ohne zu ahnen, worauf sie sich einlässt, beginnt Schwester Helen eine Brieffreundschaft mit Joseph de Rocher, einem Vergewaltiger und Mörder zweier Jugendlicher, und gerät so in eine Zerreißprobe, die ihren Glauben und damit den gesamten Weltentwurf in Frage stellt. Dem brutalen Tod der Opfer und durch nichts zu lindernden Leid ihrer Familien gegenüber steht die Entdeckung der menschlichen Seiten des Mörders und die Konfrontation mit dem Zynismus der Hinrichtungsprozedur. Am Ende eines quälenden Erkenntnisprozesses übernimmt de Rocher die Verantwortung für sein Tun. Über die Diskussion um die Berechtigung der Todesstrafe hinaus wirft das Werk Fragen nach dem Umgang mit Schuld, Rache und Vergebung auf. Terence McNally ist als Schriftsteller ebenso erfolgreich wie umstritten. In Deutschland vor allem durch sein Maria Callas-Drama »Master Class« (1995) bekannt, thematisiert McNally bevorzugt brennende gesellschaftliche Fragen wie den Umgang mit Homosexualität und Aids. Die stark in europäischer Tradition stehende und auf Formen wie Arie und Ensemble, aber auch Blues und Gospel zurückgreifende Komposition des in Florida geborenen Jake Heggie entwickelt eine starke Suggestivkraft und ermöglicht so einen gefühlsmäßigen Zugang zu dem heiklen Thema. Der Uraufführung in San Francisco 2000 folgten Produktionen in Cincinnati, New York, Austin und Michigan. Einfache Antworten vermeidend, ist »Dead Man Walking« ein aufwühlender Versuch, mit der oft als antiquiert gescholtenen Gattung Oper auf brennende Fragen der Zeit zu reagieren.

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