/
/
/
/
/
 
Semperoper und Junge Szene auf Facebook Semperoper Dresden auf Twitter Wir auf Youtube

Die lustige Witwe

Operette in drei Akten von Franz Lehár

Ausführliche Inhaltsangabe

Mit dem letzten Vorhang, mit dem sich bedeutende Komponisten wie Franz von Suppé und Johann Strauß gegen Ende des 19. Jahrhunderts von der Bühne des Lebens verabschiedeten, schien auch das Zeitalter der Operette seinen Schlussapplaus entgegenzunehmen. Aber unerwartet folgte im Jahre 1905 mit Franz Lehárs »Lustiger Witwe« das eindrucksvolle Entree eines weiteren Operetten-Aktes, der dem Genre seine zweite Blütezeit bescherte. Geradezu symbolisch lässt sich vor diesem Hintergrund die Einstiegssituation der »Lustigen Witwe« lesen, in der die Existenz eines Staates bedroht ist. Dessen Finale scheint durch drohenden Bankrott eingeläutet, aber es muss doch möglich sein, den Untergang abzuwenden! Schließlich handelt es sich um den Staat Pontevedro, dessen vergnügungssüchtige Gesandte in Paris, ausgestattet mit einer großen Portion Erfindungsreichtum und Walzer im Blut, es als Mission erachten, ihrem staatlichen Brötchengeber finanziell wieder auf die Beine zu helfen. Was macht man, wenn einem das Wasser bis zum Halse steht? Der pontevedrinische Gesandte Baron Zeta in Paris tut das, was er am besten kann: Er veranstaltet ein Fest. Auf diesem werde sich mittels Dreivierteltakt, Champagner und einer raffinierten Idee die Lösung des Problems schon herbeiführen lassen. Die Rettung für Staat und Vaterland ist greifbar nahe, als auf dem Ball Hanna Glawari erscheint, eine pontevedrinische Witwe und Multimillionärin. Zetas Plan ist es, seinen Landsmann und Gesandtschaftssekretär Graf Danilo mit der jungen Witwe zu verheiraten, um deren Millionen für den Staat zu sichern. Doch der Plan wird mehrfach durchkreuzt: Hat die Glawari etwa vor, sich mit einem Pariser zu verheiraten? Das Vermögen wäre auf immer verloren. Genügend französische Mitgiftjäger scheinen bei ihr schon anzustehen. Zudem stellt sich der von Zeta auserkorene Bräutigam Danilo, ein trinkfester wie arbeitsscheuer Lebemann, partout gegen den Plan. Eigentlich merkwürdig, knistert es doch gewaltig zwischen ihm und der Witwe. Die Lage ist verzwickt, Täuschungsmanöver wechseln mit Verwirrspielen, und auch weitere Ballveranstaltungen in bester Feier- und Tanzlaune führen die Geschichte noch zu keinem Happy End. Ist nun der kleine Operetten-Staat dem Untergang preisgegeben? Haben seine Staatsbürger nur heimlich von etwas geträumt, was eigentlich schon verloren? Vielleicht sollten die Pontevedriner zuversichtlicher sein und auf ihr Können, ihre Erfindungsgabe, ihren Witz und Instinkt vertrauen, ähnlich wie ihre Schöpfer, die Librettisten Victor Léon und Leo Stein und ihr Komponist Franz Lehár. Wie sonst hätte die »Lustige Witwe« ein derartiger Erfolg mit anschließendem Weltruhm werden können? Mit seinen unerschöpflich melodischen Einfällen und den bezaubernd orchestralen Farben, die je nach Akt in ihrer Atmosphäre changieren, traf Lehár einen Nerv der damaligen Zeit. Der 1. Akt charakterisiert die elegante Pariser Klangwelt mit berauschenden Walzerthemen, der 2. Akt ist von Folklore in seiner ganzen Buntheit erfüllt und der 3. Akt parfümiert musikalisch die frivol-erotische Atmosphäre der Pariser Nachtlokale. Bis heute besticht das Werk durch seine Frische, Lebenslust und Erotik, die bereits ein Jahr nach der Uraufführung Felix Salten zur folgenden Äußerung hinreißen ließ: »Lehárs Musik ist heiß von dieser offenen, verbrühenden Sinnlichkeit; ist wie erfüllt von geschlechtlicher Wollust.« Wenn so die Begegnung mit dem Untergang aussieht, dann ist Pontevedro noch lange nicht verloren ...

Übersicht

Fotogalerie

Nadja Mchantaf (Valencienne), Reinhard Dorn (Baron Mirko Zeta), Gerald Hupach (Raoul de St. Brioche), Allen Boxer (Vicomte Cascada), S�chsischer Staatsopernchor|Die lustige Witwe|© Matthias Creutziger

Video

Die lustige Witwe
Die lustige Witwe
Die lustige Witwe