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Partner der Semperoper - Die Gläserner Manufaktur

Penthesilea

Fotogallerie für Penthesilea - Insgesamt 5 Fotos.

Oper von Othmar Schoeck in einem Aufzug nach einem Trauerstück von Heinrich von Kleist. In deutscher Sprache mit Übertiteln.

詳細解説

Knapp über 80 Jahre harrte die Unbändige aus, um nun erneut den Ort ihres Ursprungs in ein emotionales Schlachtfeld zu verwandeln. Gemeint sind die Titelheldin der Oper »Penthesilea« und die Bühne der Semper­oper Dresden, wo das Werk am 8. Januar 1927 uraufgeführt und vom Publikum mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Auch Dessau hatte sich für die Erstaufführung des Werkes beworben, aber besonders der persönliche Einsatz Fritz Buschs während eines Gastspiels in Zürich konnte den schweizerischen Komponisten von der Uraufführung in Dresden überzeugen. Auf der Bühne überraschte dann ein Werk des häufig als »letzten Romantiker« bezeichneten Schoecks, welches in seiner musikalischen Expressivität den Anschluss an die Avantgarde der damaligen Zeit demonstrierte. Offensichtlich hatte die Auseinandersetzung mit Werken von Komponisten des Schönberg-Kreises und Strawinsky zu einem musikalisch gewaltigen Entwicklungsschub des Komponisten beigetragen. Konsequent ist in der Oper alles verdichtet auf den Liebeskonflikt der beiden Protagonisten Penthesilea und Achill, den Kampf der Geschlechter und die Wechselspannung von Liebe und Hass: im Kampf wird die Amazonenkönigin von Achill besiegt. Dieser hat sich in sie verliebt und will sie nun für sich gewinnen. Daher gibt er sich der aus einer Ohnmacht erwachenden Penthesilea als ihr im Kampf unterlegen aus, denn er weiß, dass sich laut Amazonenrecht eine Kriegerin nur mit dem Mann vereinen darf, den sie siegreich bezwang. So basiert das beginnende Liebesglück auf einer Täuschung und hält nur so lange, bis Penthesilea die Wahrheit über ihre Niederlage erfährt und ihre Liebe in Hass umschlägt. In ihrer Gekränktheit kann sie für Achills Angebot eines erneuten Zweikampfes nur Verachtung empfinden und erkennt nicht, dass er waffenlos kommen wird, um sich von ihr besiegen zu lassen. So tötet und zerfleischt sie ihn in blinder Raserei. Das Werk zeichnet ein Psychogramm zweier Figuren, die in ihren konträren gesellschafts- und geschlechtsbedingten Verhaltensmustern gefangen sind. Die daraus resultierenden tragischen Missverständnisse und Fehlentscheidungen bestimmen den Handlungsverlauf und geben einer Liebe keine Chance. Auch der Versuch, sich über die Konventionen zu erheben und für das Ausleben der eigenen Gefühle starre Gesetze zu überwinden, muss tragisch scheitern. So ist für die beiden Hauptfiguren der zu zahlende Preis unabsehbar hoch, sie werden schließlich Opfer ihrer selbst. Unter Beibehaltung der originalen Verse, mit einer für das Musiktheater notwendigen Straffung, zollte der Komponist den oft unvermittelt wechselhaften Stimmungen der Kleistschen Sprache Respekt: »Die eigentliche Melodie bilden die Verse Kleists, die Musik gibt dazu nichts als Harmonie und Rhythmus«. Diese stilbildende Dominanz der Verse führte zu ihrem eigentümlichen Erklingen, indem sie oft schroff zwischen ekstatischem Gesang, lyrischem Arioso, Deklamation, Rezitativ und reiner Sprache changieren. Entsprechend verhält sich der Orchesterklang, auch wenn er überwiegend in einem ruhelos dramatischen Deklamationsstil gehalten ist.
Nicht nur durch ihre klangliche Kühnheit und Wucht ist die »Penthesilea« mit Richard Strauss’ »Elektra« in Beziehung gesetzt worden. Beide Musikdramen treiben ruhelos der Katastrophe entgegen. Auch die grausame Offenlegung von menschlichen Abgründen der Titelheldinnen und nicht zuletzt der gemeinsame Uraufführungsort Dresden verdeutlichen die Nähe beider Werke. Mit »Penthesilea« kommt eines der großen Musiktheaterwerke der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die Bühne seiner Erstaufführung zurück.

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