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Operngala

Fotogallerie für Operngala  - Insgesamt  Fotos.

»À la française« Anlässlich des 20. Jubiläums der Stiftung zur Förderung der Semperoper

詳細解説

Programm

Christoph Willibald Gluck
Iphigénie en Tauride (1779)
»Grands Dieux! Soyez-nous scourables«
Introduktion, Auftritt der Iphigénie und Chor der Priesterinnen
SOLISTIN Elizabeth Zharoff
Damen des Staatsopernchors

André Wormser
Clytemnestre (1875)
»Ombre d’Agamemnon«
Rezitativ und Arie der Clytemnestre
SOLISTIN Christa Mayer

Pierre-Louis-Philippe Dietsch
Le vaissequ fantôme, ou Le maudit des mers (1842)
»Il fait nuit«
Gebet der Minna
SOLISTIN Rachel Willis-Sørensen

Jules Massenet
Werther (1892)
»Va! Laisse couler mes larmes«
Arie der Charlotte
SOLISTIN Antigone Papoulkas

Charles Gounod
Faust (1859)
»Vin ou bière, bière ou vin«
Kermesse-Szene
Staatsopernchor (Solo: Hideki Kadoya)

Charles Gounod
Roméo et Juliette (1867)
»Je veux vivre«
Arie der Juliette
SOLISTIN Emily Duncan-Brown

Léo Delibes
Lakmé (1883)
»Viens Mallika«
Duett Lakmé – Mallika
SOLISTINNEN Elenea Gorshunova, Christel Lötzsch

Ambroise Thomas
Hamlet (1868)
»O vin, dissipe la tristesse«
Arie des Hamlet
SOLIST John Brancy
Herren Staatsopernchor (Soli: Jae-Suk Kim, Hideki Kadoya)

Hector Berlioz
Les Troyens (1890)
»Tout n’est que paix et charme«
Rezitativ und Septett mit Chor
SOLISTEN Elizabeth Zharoff, Christel Lötzsch, Christa Mayer, Thomas Jesatko, Christopher Kaplan, Tomislav Lucic, Aaron Pegram
Staatsopernchor

- Pause -

Ambroise Thomas
Mignon (1866)
»Je suis Titania la blonde«
Arie der Philine
SOLISTIN Elena Gorshunova

Camille Saint-Saëns
Ascanio (1890)
»Tra, la, la, la...Fiorentinelle!«
Lied der Scozzone
SOLISTIN Christel Lötzsch

Claude Debussy
L’enfant prodigue (1884)
»L’année en vain chasse l’année«
Arie der Lia
SOLISTIN Elizabeth Zharoff

Jules Massenet
Thaïs (1894)
Méditation für Orchester
Sächsische Staatskapelle Dresden
Staatsopernchor

Camille Saint-Saëns
Samson et Dalila (1877)
»Mon cœur s’ouvre à ta voix«
Arie der Dalila
SOLISTIN Christa Mayer

Georges Bizet
Les pêcheurs de perles (1863)
»Au fond du temple saint«
Duett Nadir – Zurga
SOLISTEN Aaron Pegram, John Brancy

Ernest Chausson
Le roi Arthus (1903)
»Gloire à vous tous qui m’avez secondé«
Prélude und Erste Szene mit Auftritt des Arthus und Chor des Hofstaats
SOLIST Thomas Jesatko
Staatsopernchor





Bonjour et bienvenue! Nachdem die erste Dresdner Operngala ganz »pur« dem – überwiegend italienischen – Verismo gewidmet war, wandert der Blick nun hinüber zu la belle France. »À la française« lautet das Motto, das der manchmal etwas stiefmütterlich behandelten französischen Opernwelt Tribut zollt. Neben Ohrwürmern aus Saint-Saëns »Samson et Dalila«, Bizets »Les pêcheurs de perles« oder Gounods »Faust« und »Roméo et Juliette«, erklingen selten gehörte Fundstücke, die sich um den baldigen großen Jubilar ranken: Richard Wagner. Wagner und die französische Oper? Die romantisch-düstere, meist urdeutsche Sagenwelt des deutschen Komponisten scheint sich mit dem lichten, impulsiven und legeren Bild Frankreichs – und seiner Musik – auf den ersten Blick schwerlich vereinen zu können. Doch weit gefehlt! In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Frankreich ein wahrer »wagnérisme«, der nicht nur die Musik, sondern auch die Literatur – etwa eines Baudelaire oder Mallarmé – in seinen Bann zog. Richard Wagner selbst lebte mehrere Jahre – meist auf der Flucht vor Gläubigern oder Fürsten – in Paris, komponierte dort seinen »Rienzi« und »Holländer« und soll in guten Stunden gesagt haben, dass man seine Musik nirgends so verstünde wie in Frankreich. Extra für Paris komponierte er eine französische Fassung des »Tannhäuser«, die zwar 1861 auf Befremden stieß und beim Publikum durchfiel, die aber einen umso größeren Eindruck auf jüngere französische Komponisten ausübte. Darunter kein geringerer als Georges Bizet, der als 23-jähriger eine der nur drei Vorstellungen erlebte und unversehens zum glühenden Wagner-Verehrer wurde. Später wurde ihm gar vorgeworfen, seine Musik sei zu wagnerlastig. Eben jener »Tannhäuser« war es auch, der, glaubt man der Anekdote, für das Zerwürfnis zwischen Wagner und einem weiteren Großen der französischen Oper sorgte: Hector Berlioz – mussten doch seine »Troyens« vor Wagners Werk vorerst zurücktreten.
Zwei Jahrzehnte zuvor war es Wagner gewesen, der zurücktreten musste. Um 1840 hatte er dem Pariser Opernhaus einen Prosaentwurf zum »Fliegenden Holländer« angeboten, der zwar entgegengenommen wurde, dem jedoch kein Kompositionsauftrag folgte. Diesen bekam stattdessen der skandalumwitterte Komponist und Chorleiter Pierre-Louis-Philippe Dietsch. 1842 veröffentlichte Dietsch »Le vaisseau fantôme, ou Le maudit des mers« – einen »Fliegenden Holländer« auf Französisch. Es blieb nicht das einzige französische Pendant einer Wagneroper. Kaum ein Dutzend Jahre nach der Uraufführung des »Siegfried« erschien Ernest Reyers Version des Stoffes: »Sigurd«.
Allerdings ging es den französischen Komponisten nicht darum, Wagners sämtliche Opern für das westliche Nachbarland nachzukomponieren. Gerade aus den Werken Jules Massenets, Ernest Chaussons und Claude Debussys klingen an mancher Ecke »Tristan« oder »Parsifal« hervor, doch strebten sie eine Weiterentwicklung der wagnerschen Neuerungen an sowie eine Anpassung seiner Tonsprache an den französischen Stil, dessen Klarheit und Einfachheit.
Claude Debussy, anfangs glühender Bewunderer Wagners, wandte sich in späteren Jahren gar skeptisch von ihm ab: »Wagner war ein schöner Sonnenuntergang, den man für eine Morgenröte hielt.«

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