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La gazza ladra / Die diebische Elster

Fotogallerie für La gazza ladra/ Die diebische Elster    - Insgesamt 3 Fotos.

Oper konzertant in zwei Akten von Gioachino Rossini. In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

詳細解説

Erster Akt

Anlässlich der Rückkehr Giannettos aus dem Krieg lässt sein Vater, der reiche Pächter Fabrizio Vingradito, ein Fest vorbereiten. Eine sprechende Elster unterhält die Arbeitenden, indem sie »Pippo«, Fabrizios Diener, und »Ninetta«, das Dienstmädchen, ruft. Fabrizio Vingradito eröffnet seiner Frau Lucia, dass er Giannetto und Ninetta verheiraten möchte, da sich die beiden schon seit langem lieben. Lucia ist über diese Entscheidung nicht glücklich, sie beklagt den Verlust einer silbernen Gabel und gibt Ninetta dafür die Schuld. Diese kehrt in freudiger Erwartung über Giannettos Ankunft vom Erdbeerpflücken zurück. Fabrizio begrüßt sie freundlich, aber Lucia verbirgt ihre feindliche Gesinnung nicht. Der fahrende Händler Isacco möchte seine Waren verkaufen, doch Pippo weist ihn ab. Endlich kommt Giannetto, wird von allen mit Jubel empfangen und schließt Ninetta in seine Arme. Mitten im Freudenfest schlägt Giannetto vor, einen kranken Onkel zu besuchen. Die Dienerschaft bleibt zurück. Ninetta prüft sorgfältig das Besteck, da spricht sie ein zerlumpter Soldat an, in dem sie ihren Vater Fernando erkennt. Fernando berichtet ihr, er sei nach einem Streit mit seinem Vorgesetzten zu Tode verurteilt worden und deswegen desertiert. In dem Augenblick nähert sich Ninetta der Bürgermeister (Podestà), der sie zum wiederholten Mal mit Liebesbeteuerungen belästigt. Ninetta gibt ihrem Vater ein Zeichen, sich schlafend zu stellen und behauptet dem Bürgermeister gegenüber, es handle sich um einen Landstreicher. Ein weiterer Störenfried erscheint, der Schreiber Giorgio mit einem Steckbrief. Während der Bürgermeister nach seiner Brille sucht, händigt Fernando Ninetta ein silbernes Besteck aus mit der Bitte, es zu verkaufen und das Geld in einer bestimmten Kastanie zu verstecken. Der Bürgermeister lässt Ninetta den Brief vorlesen, die zu ihrem Entsetzen bemerkt, dass der Gesuchte ihr Vater ist, und daraufhin die Beschreibung abändert. In einem unbemerkten Moment stielt die Elster einen Löffel Lucias.
Ninetta verkauft das Besteck des Vaters heimlich an den Händler Isacco. Noch bevor sie das Geld verstecken kann, bemerkt Lucia ihren erneuten Verlust. Der Bürgermeister, der seine Chance gekommen sieht, sich an Ninetta für ihre Sprödigkeit zu rächen, nimmt gegen den Widerstand Fabrizios die Untersuchung auf. Als sich herausstellt, dass Ninetta die Tochter des Deserteurs ist, aus ihrer Tasche Geld fällt und Isacco angibt, von ihr eine Gabel und einen Löffel mit den Initialen FV gekauft zu haben, scheint ihre Schuld bewiesen. Ninetta kann sich nicht verteidigen, da sie sonst ihren Vater – Fernando Villabella – verraten müsste. Der Bürgermeister lässt Ninetta ins Gefängnis werfen.

Zweiter Akt

Ninetta bittet den Gefängniswärter Antonio, Pippo zu ihr zu rufen, damit er ihr Kreuz verkaufen und so das Geld für den Vater verstecken könne. Zuvor besucht sie jedoch Giannetto, der versucht, Ninetta das sie entlastende Geheimnis zu entlocken. Der Bürgermeister bietet Ninetta an, sie frei zu lassen, wenn sie sich ihm hingeben würde. Ninetta lehnt wütend ab. Freudig erklärt Pippo sich bereit, den Freundschaftsdienst für Ninetta zu übernehmen.
Im Haus von Fabrizio Vingradito kommt es zu einer Begegnung zwischen Fernando Villabella und Lucia, die ihm - ihrer eigenen unglücklichen Rolle nur zu bewusst - gesteht, dass Ninetta wegen Diebstahls angeklagt wird und die Todesstrafe erwartet. Obwohl er sich damit selbst in Gefahr begibt beschließt Fernando, seine Tochter zu retten.
Die Richter erklären Ninetta einstimmig für schuldig. Weder Ginnettos Bitten noch der Auftritt Fernandos können dies ändern. Fernando wird als Deserteur erkannt und ebenfalls eingesperrt.
Ninetta wird zur Hinrichtungsstätte geführt. Im letzten Augenblick naht die Rettung: Pippo und Giorgio haben entdeckt, dass die Elster ein ihnen gestohlenes Geldstück in der Turmspitze versteckt hat, wo sie auch das Besteck finden. Ninettas Unschuld ist bewiesen. Fernando wird amnestiert und der Heirat Giannettos und Ninettas steht nichts mehr im Wege.

Musikalische Leitung

Mit Michele Mariotti kommt ein Rossini-Spezialist an die Semperoper, der »La gazza ladra« bereits 2009 in Bologna leitete. Fast könnte man sagen, der junge Dirigent sei ins »Rossini business« hineingeboren. Sein Vater ist Gründungsmitglied und Intendant des Rossini Opera Festivals, das 1980, im Jahr nach Mariottis Geburt, in Pesaro ins Leben gerufen wurde. In der Geburtsstadt Rossinis, die auch die Geburtsstadt Mariottis ist. Dessen Studium am Conservatorio Rossini in Pesaro scheint ein weiterer Fingerzeig gewesen zu sein: Rossini und nochmals Rossini zieht sich durch seine noch junge, aber schon schwindelerregende Dirigentenlaufbahn. Bereits sein Operndebüt gab er mit »Il barbiere di Siviglia« 2005 im Teatro Verdi in Salerno. Seitdem ist der »Barbier« sein ständiger Begleiter bei Gastauftritten, z.B. in Turin, Las Palmas, Los Angeles, Washington, Liegi, Palermo und schließlich an der Mailänder Scala 2010 – dort, wo »La gazza ladra« am 31. Mai 1817 uraufgeführt wurde. Auch als GMD des Teatro Comunale in Bologna, wo er 2007 die Nachfolge von Daniele Gatti antrat, sorgt er für eine intensive Rossini-Pflege, 2011 wird er »La cenerentola« leiten. 2010 debütierte Michele Mariotti endlich auch beim Rossini Opera Festival mit der Eröffnungsoper »Sigismondo«.

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