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Spielzeit 2013/14

Die Semperoper feiert Richard Strauss – Christian Thielemann dirigiert die Neuproduktionen »Elektra« und »Simon Boccanegra«

Während an der Semperoper Dresden das Wagner-Jubiläum mit »Tannhäuser« und »Tristan und Isolde« ausklingt, beginnt in der Saison 2013/14 ein neues Festjahr: Richard Strauss’ Geburtstag jährt sich 2014 zum 150. Mal. Seine Verbindung zu Dresden ist besonders eng: Neun seiner 15 Opern wurden in Dresden uraufgeführt, unter den weitsichtigen Generalmusikdirektoren Ernst von Schuch, Fritz Busch und schließlich Karl Böhm.
Doch Jubiläen sind für die Semperoper nicht nur kalendarische Verpflichtung, bestimmte Künstler und Komponisten zu feiern. Sie sind eine willkommene Gelegenheit, aus neuen Blickwinkeln heraus das Werk dieser Künstler zu erleben.

Eine neue Inszenierung von Strauss’ »Elektra« eröffnet im Januar 2014 das Festjahr. Zum ersten Mal wird Barbara Frey, die Intendantin des Zürcher Schauspielhauses, an der Semperoper inszenieren und die Konflikte, Zwänge und vermeintlich schicksalhaften Notwendigkeiten im Stamm der Tantaliden freilegen. Christian Thielemann ist der Dirigent, der diese Feinheiten musikalisch herausarbeiten wird – mit der Sächsischen Staatskapelle und den Solisten Evelyn Herlitzius, Waltraud Meier, Anne Schwanewilms und René Pape. Eine Reihe von Wiederaufnahmen, besetzt unter anderem mit Soile Isokoski, Marjorie Owens, Romy Petrick, Barbara Senator, Daniela Sindram, Erika Sunnegårdh, Burkhard Fritz, Jürgen Müller und Peter Rose, ehren Richard Strauss in seinem Jubiläumsjahr. Zwei frühe Werke, sein »Guntram« in einer konzertanten Aufführung und das Singgedicht »Feuersnot«, sowie eine Ballett-Hommage an Strauss, die unter anderem seine »Josephs Legende« zeigt, runden den Schwerpunkt ab.

Immer wieder neu hinzuschauen und hinzuhören, ist an einem Opernhaus eine der wichtigsten Aufgaben, um Tradition zu bewahren und Gegenwärtiges und Zukünftiges wahrzunehmen oder zu entdecken. Deshalb wird Axel Köhler, der bereits mit Weinbergers »Schwanda, der Dudelsackpfeifer« in Dresden begeistern konnte, sich mit einem Repertoireklassiker auseinandersetzen und Bizets »Carmen« nicht nur tragische Seiten abgewinnen.
In der Reihe der Neubetrachtungen der großen Mozart-Opern steht nun ein Zyklus mit Werken aus der Feder des berühmten Librettisten Lorenzo Da Ponte an. Er beginnt mit »Così fan tutte«, und das merkwürdige Verhalten zweier Liebespaare in diesem Stück nimmt der Gefühlsspezialist Andreas Kriegenburg unter die Lupe. Als Dirigent leitet Omer Meir Wellber den spielzeitübergreifenden Da-Ponte-Zyklus.
Jan Philipp Gloger, der sich in Dresden bereits mit Händels »Alcina« vorgestellt hat, nimmt sich nun »Simon Boccanegra« vor. Christian Thielemann dirigiert diese Verdi-Oper, die unter anderem mit Maria Agresta, Zeljko Lucic und Kwangchoul Youn besetzt ist.

Eine neue Perspektive wagt auch die Barockreihe: Henry Purcells Semiopera »King Arthur« über den angelsächsischen König Oswald und den Ritter Artus ist eine gemeinsame Produktion der Semperoper und des Staatsschauspiels Dresden, wo »King Arthur« Premiere feiert. Tilmann Köhler, bewährter Hausregisseur des Staatsschauspiels, inszeniert.
In das nächste Intermezzo ist die ungewohnte Perspektive, die die Semperoper immer wieder sucht, bereits hineinkomponiert: Lucia Ronchetti hat für die Kurzoper »L’impresario delle Canarie« ein Intermezzo im Intermezzo geschaffen, das sich inhaltlich an der opera seria »Didone abbandonata« orientiert und historisches und zeitgenössisches Opernschaffen elegant zusammenführt.

Eine Uraufführung in Semper 2 schließlich ist dem – nach Papierlage – größten Abenteurer Sachsens gewidmet: »Karl May, Raum der Wahrheit« ist ein Auftragswerk der Semperoper an den Komponisten Manos Tsangaris und den in Dresden lebenden Schriftsteller Marcel Beyer. Auch »Moskau, Tscherjomuschki« von Dmitri Schostakowitsch beschäftigt sich mit einem für Dresden wichtigen Thema: den gesellschaftlichen Utopien des sozialistischen Wohnungsbaus und seinen Plattenbausiedlungen. Christine Mielitz, der Semperoper seit langem verbunden, führt Regie bei dieser musikalischen Komödie in Semper 2.
Die Semperoper Junge Szene feiert mit einem Märchenstoff Premiere: In der Kinderoper »Der Teufel mit den drei goldenen Haaren« aus dem Jahr 2012 werden ganz junge Opernzuschauer zu wahren Glückskindern gemacht.

Noch vor seiner Strauss-Hommage blickt das Semperoper Ballett von Aaron S. Watkin in einer zweiten Neuproduktion weit in den Norden: Drei spannende Choreografen aus Schweden zeigen ihre Arbeiten in dem Abend »Nordic Lights«: Pontus Lidberg, Johan Inger und Alexander Ekman.

In der Spielzeit 2013/14 laden elf neue Opernproduktionen in die Semperoper ein, inklusive einer Gala. 22 Repertoirestücke von elf Komponisten, zehn verschiedene Ballettproduktionen, darunter zwei neue Abende und »Choreografen – On the move« in der beeindruckenden Architektur der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen stehen auf dem Programm. Dazu kommen fünf Inszenierungen der Jungen Szene für Klein und Groß und über 50 Konzerte, die die Sächsische Staatskapelle in einer eigenen Publikation vorstellt.