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Die Sächsische Staatskapelle Dresden

Christian Thielemann Designierter Chefdirigent (ab 2012)

Sir Colin Davis Ehrendirigent

Die Sächsische Staatskapelle Dresden feierte am 22. September 2008 ihr 460-jähriges Bestehen: 1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen gegründet, ist sie eines der ältesten und traditionsreichsten Orchester der Welt und vermutlich das einzige, das über viereinhalb Jahrhunderte hinweg kontinuierlich existierte und immer zu den führenden Klangkörpern der verschiedenen Epochen gehörte.

Bedeutende Kapellmeister haben die Geschichte der einstigen Hofkapelle geprägt, darunter Heinrich Schütz, Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner, der das Orchester als seine «Wunderharfe» bezeichnete. Bedeutende Chefdirigenten der letzten einhundert Jahre waren Ernst von Schuch, Fritz Reiner, Fritz Busch, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Rudolf Kempe, Otmar Suitner, Kurt Sanderling, Herbert Blomstedt, Giuseppe Sinopoli und Bernard Haitink. Von 2007 bis Februar 2010 leitete Fabio Luisi als Generalmusikdirektor die Sächsische Staatsoper und Staatskapelle Dresden. Ehrendirigent des Orchesters ist seit 1990 Sir Colin Davis. Mit Beginn der Spielzeit 2012/13 übernimmt Christian Thielemann die Position des Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Richard Strauss war der Staatskapelle, deren Ruf als «Strauss-Orchester» bis heute fortbesteht, fast siebzig Jahre lang freundschaftlich verbunden. Neun seiner Opern – darunter «Salome», «Elektra» und «Der Rosenkavalier» – wurden in Dresden uraufgeführt; seine «Alpensinfonie» ist der Staatskapelle gewidmet.Auch andere berühmte Komponisten wie Vivaldi, Bach, Schumann, Wagner, Liszt, Hindemith, Weill oder – in jüngerer Zeit – Matthus, U. Zimmermann und Rihm schrieben Werke, die von der Kapelle uraufgeführt wurden oder ihr gewidmet sind. An diese Tradition knüpft die Staatskapelle seit 2007 mit der jährlichen Ernennung eines «Capell-Compositeurs» an. Nach Isabel Mundry und Bernhard Lang trägt diesen Titel in der Saison 2009/2010 die britische Komponistin Rebecca Saunders.

Die Sächsische Staatskapelle musiziert heute in der Dresdner Semperoper pro Saison ca. 260 Opern- und Ballettaufführungen sowie 50 sinfonische und kammermusikalische Konzerte. Hinzu kommt eine Konzertreihe in der Dresdner Frauenkirche. Umfangreiche Konzertreisen führen das Orchester regelmäßig in die Musikmetropolen Europas, Asiens und der USA. Feste Residenzen bestehen im Wiener Musikverein und im Pariser Théâtre des Champs-Elysées, wo die Staatskapelle mehrmals im Jahr zu erleben ist.

Seit Anfang der 1920er Jahre dokumentieren zahlreiche, zum Teil legendäre Aufnahmen den außergewöhnlichen Rang der Staatskapelle als Opern- und Konzertorchester.

2007 erhielt die Sächsische Staatskapelle Dresden als bislang einziges Orchester weltweit in Brüssel den «Preis der Europäischen Kulturstiftung für die Bewahrung des musikalischen Weltkulturerbes». Im Dezember 2008 wurde sie – zum wiederholten Male – vom britischen Fachmagazin «Gramophone» unter die Top Ten der weltbesten Orchester gewählt. Bei der ECHO Klassik-Preisverleihung 2009 wurde sie als «Orchester des Jahres» ausgezeichnet.

Seit 2008 ist Die Gläserne Manufaktur von Volkswagen Partner der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

 

Februar 2010


Literatur über die Sächsische Staatskapelle Dresden

«Wie Glanz von altem Gold»
450 Jahre Sächsische Staatskapelle Dresden
Ein Bildband von Eberhard Steindorf
Erschienen im Bärenreiter-Verlag Kassel - Basel - London - New York - Prag, 1998 (deutsch und englisch)
ISBN 3-7618-1389-9
Erhältlich über den Buchhandel

außerdem
Der Klang der Sächsischen Staatskapelle Dresden
Kontinuität und Wandelbarkeit eines Phänomens
Bericht über das Symposium vom 26. bis 27. Oktober 1998 im Rahmen des 450-jährigen Jubiläums des Orchesters
Herausgegeben von Hans-Günter Ottenberg und Eberhard Steindorf
Mit einem Grundsatzartikel von Peter Gülke, Beiträgen zum 15. bis 17. Jahrhundert von Matthias Herrmann, Wolfram Steude und Michael Heinemann, zum 18. Jahrhundert von Wolfgang Reich, Wolfgang Hochstein und Peter Damm, zum 19. Jahrhundert von Reiner Zimmermann, Werner Breig, Ekkehard Roch, Hans John, Hans-Günter Ottenberg und Peter Damm, zum 20. Jahrhundert von Wolfram Schwinger, Reinhard Ulbricht und Siegfried Matthus
Erschienen im Georg Olms Verlag Hildesheim - Zürich - New York, 2001
ISBN 3-487-11454-2
Erhältlich über den Buchhandel