
Im ausverkauften Konzertsaal des Auditorio Alfredo Kraus musizierte das Orchester - vor einem spektakulären Panoramafenster mit Blick auf den Atlantik - im ersten Konzert die Sechs Stücke für Orchester op. 6 von Anton Webern, Gustav Mahlers "Kindertotenlieder" und Richard Strauss' Tondichtung "Also sprach Zarathustra". Solist der "Kindertotenlieder" war der deutsche Bass-Bariton Thomas Quasthoff, der für seine berührende Interpretation stürmisch und lang anhaltend gefeiert wurde. Mehta und die Musiker der Staatskapelle bedankten sich zum Abschluss des Konzertes mit der Ouvertüre zu "Oberon" des ehemaligen Dresdner Hofkapellmeisters Carl Maria von Weber.
Am zweiten Abend präsentierte sich die Staatskapelle mit einem reinen Orchesterprogramm, das die Orchestersolisten in den Mittelpunkt stellte und ausschließlich Werken von Johannes Brahms gewidmet war: Neben der Tragischen Ouvertüre op. 81 und den Haydn-Variationen op. 56a erklang zum Abschluss die vierte Sinfonie op. 98, die Brahms 1886 noch selber am Pult der Dresdner Hofkapelle zur Dresdner Erstaufführung gebracht hatte. Auch hier kannte der Jubel der 1700 Konzertbesucher am Ende keine Grenzen. Mit Antonín Dvoráks "Slawischem Tanz" Nr. 8 als Zugabe verabschiedeten sich Mehta und die Kapellmusiker vom Publikum in Las Palmas.
Am heutigen Sonntag reist das Orchester mit der Fähre auf die Nachbarinsel Teneriffa, wo im Konzertsaal der dortigen Hauptstadt Santa Cruz bis Dienstag beide Programme noch einmal erklingen werden. Es ist das erste Gastspiel der Staatskapelle bei dem renommierten Musikfestival, das in diesem Jahr bereits zum 26. Mal stattfindet.