
Unter der Leitung von Sir Charles Mackerras gab Brendel am 19. Dezember 2008 im Wiener Musikverein mit den Wiener Philharmonikern sein von Jubel und Wehmut begleitetes Abschiedskonzert. Auf dem Programm stand – wie könnte es anders sein – ein Klavierkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart. Wie wohl nur wenige andere seiner Kollegen hat Brendel in seiner einzigartigen Karriere Stil prägende Interpretationen der Musikwelt hinterlassen. Vor allem mit den Werken der Wiener Klassik wird sein Name für immer in enger Verbindung bleiben.
Der Künstler Alfred Brendel bleibt seinen vielen Fans aber auch in Zukunft erhalten, da er sich nun noch intensiver dem Schreiben und Rezitieren widmen kann, als dies in den vergangenen Jahren möglich war.
Und so ist er im Februar 2010 mit einem von der Staatskapelle ausgerichteten «Alfred-Brendel-Projekt» dreimal exklusiv in Dresden zu erleben: in einem Vortrag, einer Lesung und einem Podiumsgespräch. Dabei wird die ganze Stadt mit einbezogen, neben der Semperoper finden die Veranstaltungen in der Musikhochschule und der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen statt. Den Auftakt macht am 2. Februar ein Vortrag in der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber. Alfred Brendel beleuchtet dabei die «Licht- und Schattenseiten der Interpretation» und veranschaulicht diese in einem Workshop mit jungen Musikstudenten. Am Tag darauf darf sich das Publikum auf Kostproben aus humorvollen und teils auch skurrilen Gedichten Brendels freuen, die er in der Semperoper rezitieren wird – umrahmt von Kammermusik mit Musikern der Staatskapelle. Auf der Bühne der Semperoper hat sich Brendel immer sehr wohl gefühlt, und vielen Dresdnerinnen und Dresdnern dürften seine Auftritte als Solist oder gemeinsam mit der Staatskapelle noch in bester Erinnerung sein. Am 5. Februar diskutieren dann Alfred Brendel, sein Sohn Adrian sowie Stephan Braunfels, einer der international führenden Architekten aus Deutschland, über die «Architektur der Klänge». Einen adäquaten Raum hierfür bietet die Gläserne Manufaktur von Volkswagen, als Moderator für diese Veranstaltung konnte Wolfgang Sandner, Musikkritiker der FAZ und ein langjähriger Wegbegleiter Brendels, gewonnen werden. Das musikalische Finale im Anschluss an die Diskussion bestreiten Adrian Brendel (Violoncello) und Musiker der Staatskapelle mit einem gemeinsamen Kammerkonzert.
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